PayPal & Co.

Bekannte Online-Bezahlsysteme im Überblick

Der Onlinehandel boomt und auch immer mehr Deutsche kaufen regelmäßig übers Internet ein. Spätestens an der virtuellen Kasse stellt sich die Frage: Wie bezahle ich? Wir geben einen Überblick über bekannte Online-Bezahlsysteme jenseits von Rechnung und Nachnahme.

Online-Shopping© Denys Prykhodov / Fotolia.com

Auch im Zeitalter des E-Commerce greifen viele Deutsche noch auf bewährte Methoden wie Rechnungskauf, Vorkasse, Nachnahme, Kreditkarte oder Lastschrift zurück, gibt es diese doch teils wesentlich länger als das Internet. Dank Online-Banking ist auch die gute alte Überweisung schnell übers Internet getätigt.

Von den genannten Verfahren wird eigentlich nur die Nachnahme – wohl wegen der zusätzlichen Nachnahmegebühr – recht selten genutzt. Die gute alte Rechnung führt dabei das Feld als beliebteste Zahlmethode an. Für viele Händler stellt der mögliche Zahlungsausfall beim Rechnungskauf jedoch ein signifikantes Risiko dar, weshalb immer neue Online-Bezahlsysteme entwickelt werden.

Das Online-Bezahlsystem Nummer 1: PayPal

Das bekannteste Online-Bezahlsystem, das als Alternative zu herkömmlichen Bezahlverfahren genutzt wird, ist wohl die ehemalige eBay-Tochter PayPal. Mit über 16 Millionen Kunden allein in Deutschland ist PayPal die häufigste rein digitale Zahlmethode. Dabei ist das Verfahren für den Bezahlenden, sprich den Kunden, komplett kostenlos – lediglich der Händler führt einen kleinen Betrag an PayPal ab. Nachdem man sich ein Konto eingerichtet hat, kann man entweder seine Konto- oder Kreditkartendaten angeben, durch die PayPal getätigte Zahlungen aufs eigene Konto weiterleitet, oder man überweist manuell Geld auf das eigenen PayPal-Konto, wodurch der Dienst wie ein Prepaid-Anbieter fungiert.

Will man dann mit PayPal bezahlen, leitet der jeweilige Online-Shop zur Website des Zahlungsanbieters weiter, wo man seinen Benutzernamen und Passwort eingibt. Der Shop bekommt zu keinem Zeitpunkt die Kontodaten zu Gesicht und PayPal hat sogar einen eigenen Käuferschutz eingerichtet, weshalb viele Kunden dem Unternehmen ihre Zahlungen anvertrauen. Trotzdem gibt es einige Kritikpunkte: PayPal ist eines der häufigsten Ziele für Phishing-Emails, der eigenen Account also nie ganz ungefährdet. Außerdem liegt der Hauptsitz von PayPal in den USA, die europäische Zentrale in Luxemburg, was die Rechtslage nicht gerade übersichtlicher macht.

Alternative Online-Bezahlsysteme: Moneybookers und ClickandBuy

Durch den Erfolg von PayPal sind natürlich weitere Anbieter aufgekommen, die zu dem Unternehmen in Konkurrenz treten und um Kunden werben. Wichtig ist zum Beispiel noch Moneybookers, das sich durch den reinen Prepaid-Charakter von anderen Online-Bezahlsystemen unterscheidet. Selbst im Falle eines gekaperten Benutzerkontos sind die heimischen Geldreserven geschützt.

Auch ClickandBuy, eine Tochter der Deutschen Telekom AG, wird gern genutzt, um zum Beispiel Musik online zu bezahlen oder andere kleine Beträge zu begleichen. Hat man sich einmal mit seinen Daten auf der Shopseite eingeloggt, kann man ohne Umwege mit einem Klick beginnen einzukaufen.

Prepaid-Verfahren gibt mehr Sicherheit

Moneybookers und PayPal kann man als Prepaid-Lösungen fürs Online-Bezahlen einsetzen, sprich: Man überweist zuerst Geld aufs eigene Kundenkonto und kann danach einkaufen. Zwar ist das nicht ganz so komfortabel wie andere Lösungen, beruhigt jedoch viele Gewissen – an die Daten des eigenen Bankkontos kommt im Zweifelsfall niemand ran.

Mit der Zeit sind noch andere Prepaid-Systeme entstanden. Wirecard zum Beispiel verschafft dem Kunden eine virtuelle Prepaid-Kreditkarte, mit der er, nachdem er Geld eingezahlt hat, überall dort bezahlen kann, wo Kreditkarte eine Option ist. Eine andere sehr beliebte Methode sind PaySafe-Karten, die man in vielen Supermärkten oder Tankstellen erwerben kann. Diese sind mit einem bestimmten Betrag aufgeladen und man bezahlt nur durch Eingabe eines sechsstelligen PIN – ansonsten bleibt man komplett anonym.

Giropay und Sofortüberweisung

Eine in Deutschland entwickelte Lösung ist Giropay. Dabei gibt man im Händlershop nur die Bankleitzahl der eigenen Bank an und wird daraufhin direkt zu deren Onlinebanking-Portal weitergeleitet, wo man sich wie gehabt mit seinen Bankdaten anmelden kann. Der entscheidende Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass man sämtliche Sicherheitsmechanismen der eigenen Bank nutzen kann und, wenn man sowieso Onlinebanking betreibt, keinen merklichen Mehraufwand hat.

Leider wird das Verfahren nicht von allen Banken angeboten. Sofortüberweisung.de versucht diese Lücke zu schließen, indem es als Bindeglied zwischen Nutzer und Bank auftritt. Wichtig zu wissen: Man übergibt seine Daten an Sofortüberweisung.de und nicht an die Bank. Zwar verspricht der Anbieter hohe Sicherheitsstandards und Datenschutz, aber am Ende muss jeder Kunde selbst entscheiden, ob er sich mit dieser Bezahlmethode wohlfühlen kann.

Der andere Rechnungskauf

Als letztes sollte noch ein anderes Phänomen erwähnt werden: Da für viele Onlineshops das Ausfallrisiko beim Rechnungskauf zu groß wäre, treten diese die Rechnungen an spezialisierte Drittunternehmen ab. Diese sichern gegen eine kleine Gebühr den Händler gegen den Komplettausfall der Zahlung ab, sodass dieser überhaupt die Möglichkeit bekommt, den Rechnungskauf anzubieten. Als Kunde bezahlt man sein Geld an ebendieses Drittunternehmen. Vom Prinzip her spricht nichts gegen dieses Vorgehen, außer vielleicht, dass der Supportweg bei Problemen länger wird.

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