Stromerzeugung

Ökostrom selber produzieren – das sind die Möglichkeiten

Im Zuge von Energiewende und Atomausstieg entscheiden sich immer mehr Verbraucher für einen Ökostrom-Tarif. Für viele stellt sich zudem die Frage, wie viel Aufwand es wäre, einen Schritt weiterzugehen und selbst Ökostrom zu produzieren.

ÖkostromWer Ökostrom selber produzieren möchte, der hat gleich mehrere Möglichkeiten.© Benjamin Haas / Fotolia.com

Zuerst ist zu klären, was Ökostrom – gerne auch als grüner Strom bezeichnet – eigentlich ist. Dabei gibt es in Deutschland keine offizielle Definition oder gesetzliche Regelung. Dass Atomkraft und Kohlemeiler dabei außer vor sind, versteht sich, aber die feine Grenzziehung ist häufig Streitpunkt. So erlaubt der Bundesverband Erneuerbare Energie für Ökostrom auch anteilig solchen aus nicht erneuerbaren Quellen, wenn dieser Teil trotzdem mit für die Energiewende förderlichen Technologien gewonnen wurde. Andererseits würde wohl fast jeder sagen, dass Wasserkraft eine nachhaltige Methode der Energiegewinnung ist. Trotzdem werden Großstaudämme von vielen Naturschutzverbänden verurteilt, denn die Umweltfolgen dieser Projekte sind oft alles andere als "Öko".

Der Klassiker – Sonnenstrom

Wenn man seinen eigenen Ökostrom produzieren möchte, werden diese Fragen schon überschaubarer, zumal man sich auf die Möglichkeiten beschränken kann, die einem sinnvoll erscheinen. Einer der häufigsten Kandidaten: Sonnenenergie durch Photovoltaik. Die Platten auf dem Dach sind eine der ersten wirtschaftlichen Möglichkeiten der hauseigenen Stromproduktion gewesen und auch wenn die Förderung für neue Anlagen nicht mehr auf dem Höchststand von vor einigen Jahren ist, ist Photovoltaik immer noch rentabel. Üblicherweise wird der so erzeugte Strom vorrangig im eigenen Haushalt verbraucht, wodurch sich Photovoltaikanlagen besonders rechnen.

Überschüsse landen im öffentlichen Netz und man bekommt pro Kilowattstunde eine entsprechende Vergütung. So trägt man mit seiner eigenen Produktion zu einem grüneren Strommix bei.

Mit Geothermie Erdwärme nutzbar machen

Eine zweite Möglichkeit, die sowohl für Warmwasser, als auch Stromerzeugung immer mehr im Kommen ist, ist die Geothermie. Dabei wird so tief in den Boden gebohrt, bis man auf warme Gesteinsschichten trifft. Dort hinein wird unter Druck kaltes Wasser gepumpt, das sich erwärmt und wenn es wieder an der Oberfläche ankommt entweder zum Heizen oder in einer Turbine zur Stromgewinnung Verwendung findet. Hat man erst einmal die Anfangsinvestition getätigt, hat man mit der Geothermie eine kostengünstige und nahezu unerschöpfliche Energiequelle erschlossen. Zwar steht das Verfahren auch in der Kritik, seismische Aktivität, sprich Miniatur-Erdbeben, auslösen zu können, bisher waren diese Ereignisse aber kaum fühlbar und es kamen weder Personen noch Häuser zu schaden.

Effizient Energie gewinnen: Blockheizkraftwerk

Beim Blockheizkraftwerk streiten sich die Parteien schon wieder, ob dieses überhaupt Ökostrom produziert. Hierbei handelt es sich um ein Kraftwerk im Miniaturformat. Die kleinsten Blockheizkraftwerke gibt es ab 2,5 kW Leistung. Diese überschaubaren Größenordnungen eignen sich hervorragend um größere Wohnhäuser, ganze Wohnblocks oder aber Schulen und Krankenhäuser mit Energie zu versorgen. Dabei ist die Energieausbeute bei Blockheizkraftwerken besonders hoch, denn die Abwärme der Stromerzeugung wird dank Kraft-Wärme-Kopplung direkt weiter zum Heizen verwendet. Will man selbst Ökostrom produzieren, könnte man zum Beispiel über eine mit Biogas betriebene Anlage nachdenken, aber auch wenn man das eigene Blockheizkraftwerk mit Erdgas füttert, hat man zwar nicht direkt Ökostrom, setzt aber trotzdem auf eine effiziente Technologie.

Für Mieter eigene Stromproduktion schwierig

Besitzt man kein eigenes Haus, gestaltet sich die eigene Produktion von Ökostrom schon schwieriger. Natürlich besteht immer die Möglichkeit, Photovoltaikanlage oder Erdwärme beim Vermieter anzuregen, ob dieser den Schritt wagt, hängt jedoch immer vom Einzelfall ab. Ganz unabhängig vom Vermieter ist man mit kleinen Sonnenkollektoren, die sich beispielswiese auf dem Balkon installieren lassen und dessen Strom direkt ins Hausnetz eingespeist werden kann. Hier begibt man sich jedoch in eine rechtliche Grauzone und sollte sich vor der Anschaffung einer Mini-Solaranlage umfangreich informieren.

Trotzdem Ökostrom beziehen kann man selbstverständlich, indem man einen passenden Tarif wählt. Dabei kann Ihnen unser Vergleichsrechner helfen, der neben einer Auflistung der aktuellsten Stromverträge auch ein Filtern nach Ökostromtarifen ermöglicht.

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