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o2 und E-Plus: Was bringt die Fusion den Kunden?

In Deutschland entsteht ein neuer Mobilfunknetz-Marktführer: Die o2-Mutter Telefónica will E-Plus kaufen. o2 und E-Plus haben zusammen mehr Kunden als die Telekom, der bisherige Marktführer. Was bedeutet die Fusion für die Kunden?

HandytarifeHat der Zusammenschluss von E-Plus und o2 Auswirkungen auf die Kunden?© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Frankfurt/Main (AFP/red) - Kunden profitieren womöglich von besserer Netzqualität, an den Verträgen wird sich aber nichts ändern.

Was haben die KPN und Telefónica vereinbart?

KPN verkauft E-Plus an Telefónica für fünf Milliarden Euro in bar. Zusätzlich wird KPN künftig 17,6 Prozent der Aktien am Deutschland-Geschäft der spanischen Telefónica mit der Marke o2 halten. Telefónica selbst wird mit 65 Prozent an Telefónica Deutschland beteiligt sein. Der Rest der Aktien von Telefónica Deutschland bleibt in Streubesitz von Aktionären. Das gemeinsame Geschäft von E-Plus und o2 umfasste Ende 2012 ein Umsatzvolumen von 8,6 Milliarden Euro. Die Unternehmen versprechen sich durch den Zusammenschluss Kostenvorteile zwischen fünf und 5,5 Milliarden Euro.

Was für ein Unternehmen entsteht?

In den Netzen von E-Plus und o2 zusammen gibt es mehr Mobilfunk-Anschlüsse als jeweils in den Netzen von Deutscher Telekom und der Deutschland-Tochter des britischen Konzerns Vodafone. Nach Angaben der Bundesnetzagentur telefonierten im ersten Quartal im Netz von E-Plus 23,9 Millionen Kunden, bei o2 waren es 19,3 Millionen Kunden. Zusammen sind dies 43,2 Millionen Anschlüsse. Im D1-Netz der Telekom gab es 37 Millionen Anschlüsse, bei Vodafone im D2-Netz 32,4 Millionen.

Profitieren o2- und E-Plus-Kunden künftig von einer besseren Netzqualität?

O2 musste aufgrund der Größe des entstehenden Netzes einen Teil der Kapazitäten an Drillisch abgeben. Drillisch wird damit, obwohl kein selbstständiger Netzbetreiber, zur starken vierten Kraft auf dem Markt. Der Anbieter betreibt etliche Marken und hat auch yourfone übernommen, einstmals zu E-Plus gehörig. Die Netzqualität könnte sich trotzdem für einige Kunden verbessern. Im Frühling 2015 begann Telefónica, die Netze von o2 und E-Plus zusammenzulegen. Mittels "National Roaming" können Kunden nach und nach das jeweilige Partnernetz ebenfalls nutzen. Ist die Verbindung am Aufenthaltsort mit einem Netz schlecht, kann sich also durch den Wechsel ins andere Netz durchaus ein Vorteil ergeben.

Was ändert sich für die Verträge der Kunden?

Vertraglich ändert sich nach Angaben von Verbraucherschützern und von E-Plus nichts. Die Verträge blieben bestehen - auch mit allen Verpflichtungen für Kunden, sagte ein E-Plus-Sprecher. Kunden haben im Gegenzug aber auch einen Anspruch darauf, dass ihr Vertrag voll erfüllt wird, wie Telekommunikationsexperte Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sagte. Einseitig können die Vertragsbedingungen nicht geändert werden. Dies geht nur mit Zustimmung der Kunden.

Hat der Zusammenschluss auch Nachteile für Mobilfunk-Kunden?

Das ist nicht ausgeschlossen. Denkbar ist, dass die Preise fürs mobile Telefonieren künftig langsamer sinken als bislang. "Die Zeit der starken Preisrückgänge dürfte vorbei sein", sagte Torsten Gerpott von der Universität Duisburg-Essen, dem "Manager Magazin Online". Drei etwa gleichstarke Wettbewerber träten normalerweise nicht sehr aggressiv auf.

Gibt es künftig die Marken o2 und E-Plus parallel?

Dies ist nach Angaben von Telefónica und E-Plus noch offen. Hier stünden Entscheidungen erst an, wenn der Verkauf von E-Plus an Telefónica nach Genehmigung der Behörden zu Stande komme. "Beide Unternehmen verfügen aber über etablierte Marken, die unterschiedliche Kundenbedürfnisse ansprechen", sagte ein Telefónica-Sprecher.

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