Für Verspielte

Nokia 7370 im Test: Design-Unfall oder schickes Hightech-Gerät?

Das Nokia 7370, eine der auffälligsten Neuerscheinungen der letzten Zeit, soll bald in die Läden kommen. Die Redaktion hat es getestet und festgestellt, dass Design nicht alles ist: Die Technik überzeugt zumeist, das Handling jedoch weniger.

Nokia 7370

Sicherlich ist das 7370 eine der auffälligeren Neuerscheinungen; eine Verwechslung mit einem anderen Modell ist nahezu ausgeschlossen. Womit auch schon ein potenzieller Kaufgrund genannt wäre: Wer ein Handy möchte, das eine passable Kamera hat und nicht aussehen soll wie das der Freundin oder Nachbarin, der ist mit dem 7370 gut bedient. Es kommt in den nächsten Wochen auf den Markt und wird ohne Vertrag gut 300 Euro kosten.

Risiko Drehtechnik

Die Optik ist zweifellos Geschmackssache. Das Handy fällt auf, wirkt aber trotz Lederbesatz und einem recht auffälligen Textillabel insgesamt nicht allzu hochwertig - was dem hohen Kunststoffanteil zu schulden ist. Dadurch wirken insbesondere die Jugendstil-ähnlichen Blümchenaufdrucke eher kitschig und billig. Ein weiteres Kaufrisiko - quasi eine Sollbruchstelle - ist die ungewöhnliche Drehtechnik, mit der sich das Handy öffnen lässt. Sie funktionierte im Test einwandfrei und rastete auch exakt ein, doch in die falsche Richtung sollte man besser nicht versehentlich drehen. Außerdem steht durch die Drehtechnik im geschlossenen Zustand das Nokia-Logo auf dem Kopf.

Guter technischer Background

Das Innenleben des 7370 ist jedoch ganz ordentlich. Die 1,3-Megapixel-Kamera schießt gute Fotos, das QVGA-Farbdisplay mit einer Diagonale von fünf Zentimetern und 262.144 Farben ist ansprechend. Nachteil: Im zugeklappten Zustand ist die Anzeige kaum lesbar, in hellem Licht quasi unleserlich. Auch beim Schreiben von Nachrichten wirkt das Schriftbild unangenehm klein. Positiv: Das Handy hat eine neue Version der Series-40-Benutzeroberfläche, so kann man zum Beispiel die Optik im Menü den eigenen Vorstellungen anpassen. Außerdem ist das Handy auch tauglich für E-Mail-Anhänge. Der interne Speicher fasst zwölf MB, aufrüstbar ist er nicht.

Tastatur zu leichtgängig

Menüführung und Tastatur überzeugten im Test nur teilweise. Verglichen mit anderen neuen Geräten, die sich den früheren Nokia-Standards angenähert bzw. ihn quasi übernommen haben (etwa das leicht zu bedienende Panasonic VS3), ist das 7370 von Nokia nicht sonderlich komfortabel. Der Druckpunkt der Tasten ist nach unserem Urteil nicht hart und exakt genug, die Tasten liegen eng beieinander und lösen frühzeitig aus. Auch die Menüführung ist nicht immer sinnvoll und logisch aufgebaut. Weiterer Schwachpunkt: Je nach Handhaltung kommt man beim SMS-Schreiben öfter mit den Fingern auf das Kamera-Objektiv.

Fazit

Das Handy ist sicherlich nichts für jedermann, doch wer ein auffälliges Gerät mit besonderer Optik sucht, für den kommt das 7370 bestimmt in die engere Wahl. Es gibt jedoch heutzutage viele Klapphandys, die sich intuitiver und leichter bedienen lassen, sowohl vom Handling als auch von der Menüführung her. Nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich ist das 7370 ganz klar ein Gerät für Verspielte.

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