Postpaid wird teuer

Neue Vodafone-Tarife: Verträge werden immer unattraktiver

Warum eigentlich noch einen Vertrag abschließen, wenn es Prepaid-Handytarife für unter 9 Cent pro Minute gibt? Auch die neuen Vodafone-Tarife können darauf keine schlüssige Antwort geben. Die Düsseldorfer legen sogar noch eins drauf, was Kosten & Laufzeiten betrifft.

Vodafone© Vodafone GmbH

Seit 27. Oktober gibt es beim Branchenzweiten Vodafone nur noch vier Tarife für Vertragskunden, die sich mit einigen Optionen ergänzen lassen. So weit, so löblich - in der Branche scheint angekommen zu sein, dass die Kunden transparente Tarife wünschen, von denen es pro Anbieter möglichst nicht mehrere Dutzend zu durchforsten gilt. Doch die sonstigen Konditionen der neuen Tarife sind alles andere als attraktiv.

24 Monate für alle Tarifbestandteile

Außerhalb von Pauschal- oder Minutenpaketen zahlt man pro innerdeutscher Minute 29 Cent, jede national versandte SMS kostet 19 Cent. Wer ein Handy möchte, zahlt in jedem Tarif zehn Euro Aufpreis pro Monat. Alle zubuchbaren Optionen haben ebenso wie die Tarife selbst eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren; ein Downgrade ist frühestens nach sechs Monaten möglich, und dann beginnt die Mindestlaufzeit von neuem.

Günstigster Tarif mit Handy kostet 14,95 Euro

Das heißt: Wer einen Tarif mit Handy möchte, zahlt mindestens 14,95 Euro (im günstigsten Tarif SuperFlat Wochenende). Das summiert sich über zwei Jahre auf knapp 360 Euro - dafür bekommt man ziemlich gute Handys. Wer die Tarif-Inklusivminuten am Wochenende nicht ordentlich ausnutzt, zahlt also für die Bequemlichkeit eines Subventionshandys richtig viel Geld. Zudem liegt der Minutenpreis mit 29 Cent um mehr als das Dreifache über dem Preis der günstigsten Discounter und doppelt so hoch wie der Minutenpreis des Vodafone-eigenen Prepaidtarifs 5/15.

Was die Konkurrenz macht

Zum Vergleich: Die Konkurrenz hat kaum bessere Preise, doch sie knebelt ihre Kunden nicht so stark. Bei T-Mobile, E-Plus und o2 sind die meisten Tarifoptionen mit einer Mindestlaufzeit von drei Monaten zu bekommen, die Kunden sind also deutlich flexibler. Der Minutenpreis liegt bei E-Plus und T-Mobile ebenfalls bei 29 Cent, o2 bietet seine Tarife mit einem Minutenpreis von 19 Cent merklich günstiger an. Der günstigste Tarif mit Handy kostet bei o2 fünf Euro im Monat, bei T-Mobile 7,50 Euro - beides erheblich günstiger als bei Vodafone. Bei E-Plus gibt es Miethandys ab vier Euro im Monat - was allerdings nur sehr bedingt zu empfehlen ist.

Fazit

Vodafone hat mit seinen neuen Tarifen die Tendenz im Markt, Gerätesubventionen zurückzufahren und Minutenpreise zu vereinheitlichen, aufgenommen und weiter verschärft. Dass der günstigste Tarif mit Handy knapp 15 Euro kostet, dürfte viele Interessenten abschrecken, die so vielleicht in Alttarifen mit höheren Minutenpreisen verbleiben - wegen der dort weiter angebotenen Subventionshandys. Zum Wechsel animieren dürften die neuen Angebote wohl nur solche Nutzer, die die angebotenen Flatrate-Kontingente gut ausnutzen. Für die meisten anderen könnte Vodafones eigener Prepaidtarif CallYa 5/15 die bessere Wahl sein: 15 Cent pro Minute in Fremdnetze und nur fünf Cent ins eigene Netz; SMS kosten 19 Cent. Dann muss man sich zwar das Handy selbst kaufen, spart jedoch die monatlichen Grundgebühren und telefoniert zu merklich besseren Konditionen.

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