DSL & Telefon

Neue Telekom-Tarife: Halten sie dem Wettbewerb stand?

Wieder einmal hat die Telekom neue Tarife zum Telefonieren und Surfen vorgestellt. Je nach eigenem Nutzerverhalten kann ein Umstieg durchaus sinnvoll sein. Wir sagen, was sich ändert und ob die Telekom damit ihrer Konkurrenz näher auf den Pelz rückt.

Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Telefontarife

Wichtigste Änderung: In den neuen Tarifen (ausgenommen das von der Telekom nur ungern vermarktete Angebot Call Plus) fällt kein Zuschlag mehr in alternative Netze an. Dieser Zuschlag musste bislang sogar gezahlt werden, wenn man eine Flatrate gebucht hatte. Wer häufig in solche Netze telefoniert, für den könnte sich ein Umstieg in einen der neuen Tarife lohnen, zumal die Grundgebühren der neuen Tarife nur unwesentlich höher bzw. sogar niedriger liegen. Für eine analoge Festnetz-Flatrate zahlt man jetzt "nur" noch knapp 30 Euro.

Vorteil Festnetz

Für diesen Preis bekommt man allerdings beim Wettbewerb schon eine Doppel-Flatrate zum Telefonieren und DSL-Surfen. Einen billigeren Telekom-Tarif zu nehmen und die Festnetz-Flatrate per Preselection dazuzubuchen, lohnt sich hingegen nicht. Wechselwillige sollten allerdings bedenken, dass die Telekom einer der wenigen Anbieter ist, der noch echtes Festnetz anbietet - bei den meisten Wettbewerbern werden die Telefonanschlüsse im Netz geschaltet, man telefoniert also übers Internet.

In allen neuen Tarifen gilt zudem ein einheitlicher Tarif in die deutschen Handynetze von 19 Cent pro Minute. Wer recht viel zur Hauptzeit telefoniert, könnte auch ein Wechselkandidat sein, denn in den neuen Tarifen gilt ein durchgehender Minutenpreis von 2,9 Cent für alle Telefonate im deutschen Festnetz. Wer mehr zur Nebenzeit telefoniert, fährt mit den bisherigen Tarifen allerdings besser. Die Mindestlaufzeit liegt (bis auf den Call Plus) jetzt einheitlich bei 12 Monaten.

Die DSL-Tarife

Auch bei den Kombitarifen aus DSL und Telefonie gab es die erwähnten Vereinheitlichungen bei den Minutenpreisen. Zudem müssen jetzt alle Neukunden einer Online-Rechnung zustimmen; die Abbuchung übers Konto war ohnehin schon Standard geworden. Um fünf Euro günstiger geworden (29,95 Euro) ist der Call & Surf Basic, wenn man sich für die Version mit Internet-Flatrate entscheidet. Es entfallen allerdings die bisher gewährten Inklusivminuten ins Festnetz. Wer die Variante mit Festnetz-Flatrate wählt und DSL minutengenau abrechnen lässt, zahlt wie bisher 34,95 Euro im Monat. Mehr drin ist im Tarif Call Start: Statt DSL 1000 bekommt man jetzt zum gleichen Preis DSL 2000.

Fazit

Im Schnitt ist die Telekom immer noch teurer als die Konkurrenz. Je nach Tarif kann das mehrere Euro ausmachen, muss es aber nicht. Wer Wert auf einen echten Festnetz-Anschluss liegt und lieber nicht übers Internet telefonieren mag, ist bei der Telekom aber weiterhin gut aufgehoben. Das gilt insbesondere dann, wenn man gerne und häufig Call-by-Call nutzt, was ja nur bei der Telekom geht. Einem Wechsel von einem alten in einen neuen Telekom-Tarif kann man nicht generell zu- oder abraten - das hängt vom eigenen Telefonverhalten ab: Nebenzeittelefonierer kommen eher nicht für einen Wechsel in Frage, Hauptzeittelefonierer schon eher. Wer noch eine der ersten Telekom-Telefonflatrates hat, sollte in jedem Fall wechseln, denn die alten Tarife sind deutlich teurer als die jetzigen.

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