Der Trend zum Bundle

Neue T-Com-Tarifpakete: Der Wenignutzer wird abgeschafft

Ab Mitte September legt die Telekom neue Tarifpakete zum Telefonieren und Surfen auf. Den günstigsten Telefontarif gibt es dann nur noch auf Anfrage. Was sich mit den neuen Bundles sonst noch ändert und für wen sie zu empfehlen sind, lesen Sie in diesem Special!

Telekom© Telekom

Zur IFA hat die Telekom neue Tarifpakete vorgestellt, mit denen die drei Säulen des Konzerns, voran T-Com und T-Online, noch weiter zusammenwachsen sollen. In der Tat ist bei vielen Paketen Festnetz und DSL miteinander kombiniert, meistens in Form von Pauschaltarifen. Und genau da wird's problematisch: Denn man bekommt in vielen Fällen mehr als man braucht.

Die Telekom liegt mit den ab 18. September gültigen Tarifen durchaus im Trend, denn Pauschal- und Bündeltarife gibt es von allen arrivierten Anbietern. Neue Kunden bekommen immer häufiger ganze Tarifpakete, ob sie wollen oder nicht. Zwar sind die Pakete meist deutlich günstiger als die einzelnen Bestandteile, doch lohnt sich das nur dann, wenn man die Bestandteile auch nutzt und braucht.

Den günstigsten Tarif gibt es nur auf Anfrage

Ein Beispiel: Das künftige Basispaket wird "Calltime", ein Telefontarif plus Anschluss, der 120 Freiminuten ins deutsche Festnetz monatlich beinhaltet. Calltime kostet in der günstigeren Analog-Version 19,95 Euro. Das sind drei Euro mehr als der bislang günstigste Tarif Call Plus, der 15,95 Euro in der Analog-Version kostet. Man zahlt also drei Euro für zwei Stunden Festnetztelefonate, die es mit einem guten Call-by-Call-Angebot für die Hälfte gibt. Und was wird aus Call Plus? Es gibt ihn ab Mitte September schon noch, aber nur für informierte Kunden, die selbst danach fragen. Aktiv vermarktet wird der Tarif nicht mehr.

Das ist der generelle Trend, nicht nur beim Ex-Monopolisten: Möglichst viel im Bundle zu verkaufen. Das ist gut für Vielnutzer, Familien beispielsweise, und fatal für Wenignutzer, die eigentlich nur erreichbar sein wollen.

Kündigungsfrist wird deutlich verlängert

Einen weiteren Wermutstropfen beinhalten die neuen Tarife, und dieser betrifft alle Nutzer gleichermaßen: Ab 18. September gilt für Neukunden eine Kündigungsfrist von einem Jahr. Auch damit bewegt sich die Telekom auf Marktniveau, denn fast alle Anbieter (rühmliche Ausnahme: Alice) binden ihre Kunden entsprechend lange - im DSL-Markt sogar noch länger.

Ob die Telekom die anhaltende Abwanderung von Anschlusskunden mit den neuen Tarifpaketen stoppen kann, darf bezweifelt werden. Es fehlen - mit Ausnahme der fraglos guten Technik - Alleinstellungsmerkmale wie etwa kurze Kündigungsfristen oder besonders guter Service: Denn Bundles aus Festnetz und Internet gibt es wie Sand am Meer, und sie sind bei der Konkurrenz oft günstiger zu haben.

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