Indirekter Energieverbrauch

Energie sparen durch nachhaltigen Konsum

Nicht nur Zuhause können wir Energiesparen. Auch über unser Einkauf-Verhalten – Stichwort nachhaltiger Konsum - senkt man den indirekten Energieverbrauch und verringert so seinen ökologischen Fußabdruck.

ShoppingWir konsumieren, ohne viel darüber nachzudenken. Dass auch in den gekauften Produkten bereits viel Energie in Form von Wasser, Strom, Wärme und Transport steckt, vergessen wir oft.© jonasginter / Fotolia.com

Wussten Sie, dass bei der Herstellung Ihrer Jeans etwa 8.000 Liter Wasser verbraucht wurden? Oder dass der Joghurt im Kühlschrank etwa 9.000 Kilometer quer durch die Welt gereist ist? In allen Produkten, die man so selbstverständlich kauft, steckt viel Energie und Wasser. Wer seinen Konsum genauer betrachtet, wird erkennen, dass die Energie, die wir persönlich verbrauchen, nur ein Bruchteil von der ist, die wir tatsächlich benötigen.

Der Energieverbrauch, an den keiner denkt

Wie viel Energie wir direkt verbrauchen, lesen wir regelmäßig auf unseren Strom- und Gasrechnungen. Allerdings ist diese Energie nur ein kleiner Bruchteil der Energie, die wir wirklich verbrauchen. Auch in allen Produkten, die wir konsumieren, steckt Energie - viel Energie! So stecken in unserer Tageszeitung etwa 7,5 Kilowattstunden, in zwei Aludosen etwa 10 kWh, in unseren PC wurden bereits bei der Herstellung satte 3.000 kWh gesteckt, ganz zu schweigen von unserem Auto, das mit etwa 20.000 kWh oder mehr zu Buche schlägt. Durch nachhaltigen Konsum können wir dazu beitragen, die Umwelt weniger zu belasten.

Wie viel Wasser fließt für uns?

Wie unseren direkten Stromverbrauch können wir auch unseren Wasserverbrauch nachvollziehen. Jeder Deutsche verbraucht etwa 126 Liter Wasser pro Tag (nach einer Studie von 2012). Rechnet man allerdings den indirekten Wasserverbrauch mit ein, sind wir ganz schnell bei satten 4.000 Litern Trinkwasser, welche pro Tag und Kopf für uns verwendet werden.

Um auch hier wieder einige Beispiele zu nennen: In einer Tomate stecken rund 30 Liter Wasser, in unserem T-Shirt etwa 2.000 Liter, in einem Kilogramm Steak 16.000 Liter und im Auto – beinahe unglaublich – bis zu 300.000 Liter Wasser.

StraßenverkehrIn einer globalisierten Welt werden nur noch selten Produkte an einem einzigen Standort produziert. Das führt zu einem erhöhten Transportaufkommen, welches wiederum die Umwelt belastet.© LVDESIGN / Fotolia.com

Der Jogurt, der um die Welt ging

Ein weiteres Problem entsteht durch das Produktionsverhalten zahlreicher Firmen: Diese produzieren dort, wo es am günstigsten ist, und wenn sie dafür ein Produkt über den halben Globus karren müssen. So werden Shrimps beispielsweise in der Nordsee gefangen und rund 2500 Kilometer zum Pulen nach Marokko gebracht, um schließlich wieder an deutschen Küsten verkauft zu werden.

Auch die Zutaten des Joghurts kommen als allen Ecken der Welt. Wenn man die Wege von Erdbeeren, Joghurt-Kulturen, Plastikbecher, Aluminiumdeckel und Co. zusammenrechnet, kann man auf mehrere Tausend Kilometer kommen. Das Problem, das dahinter steckt: Transportieren ist günstiger als selber herstellen und so haben viele unserer Waren bereits die halbe Welt gesehen, bevor sie in unserem Kühlschrank landen – der Umwelt aber tut dies sicherlich nicht gut.

Konsequenzen durch unseren Konsum

Besonders unser virtueller Wasserverbrauch macht trockenen Regionen der Welt Probleme. So importieren wir beispielsweise mit einem Kilo ägyptischer Kartoffeln rund 250 Liter Wasser, welches den Bewohnern dort zum Leben fehlt. Aber auch der hohe Energieverbrauch und Kraftstoffverbrauch will abgedeckt werden, was beispielsweise zu einem hohem CO2-Ausstoß führt.

SonneWasser ist eine wertvolle Ressource. In vielen Konsumgütern steckt bereits sehr viel von dem blauen Nass - und diese kommen dazu oft aus sehr trockenen Regionen, die aufgrund dieser Güter noch trockener werden.© gunnar3000 / Fotolia.com

Durch nachhaltigen Konsum Energie und Wasser sparen

Den hohen Energie- und Wasserverbrauch, welcher durch unseren Konsum entsteht, sollten wir uns immer wieder bewusst machen. So dürfte es uns leichter fallen, mal auf Produkte zu verzichten, die wir vielleicht nicht unbedingt benötigen und unseren Konsum zu überdenken.

Vielleicht läuft der alte PC ja doch wieder ganz flott, wenn man ihn mal aufräumt und man benötigt keinen neuen? Auch der Verzicht auf Wegwerf-Produkte bringt viel. So hält die Stofftragetasche viele Male, wo die Einmal-Plastiktasche direkt nach dem Einkauf im Müll landet. Auch die Verwendung von Dosen und anderen Behältern beugt Verpackungsmüll vor.

Unseren eigenen virtuellen weltweiten Wasserverbrauch können wir zudem über den Kauf von lokalen und regionalen Produkten einschränken. Des Weiteren haben lokale Produkte auch nicht so lange Transportwege hinter sich. Ein insgesamt bewussterer Konsum hilft also ebenfalls, Energie zu sparen, wenn man das große Ganze im Blick behält.

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