UMTS-Nachfolger

Mobiles Internet mit LTE: Was künftig möglich wird

Mit dem neuen Standard bricht ein völlig neues Zeitalter an; mobiles Surfen soll so schnell und so flexibel werden wie noch nie. Aber auch die Netzbetreiber haben mit LTE ganz neue Möglichkeiten. Was auf uns zukommt, wie die DSL-Diaspora von LTE profitiert und was der Spaß kostet!

Laptop© olly / Fotolia.com

Linden (red) - Nun ist es zehn Jahre her, dass mit dem Start des UMTS-Netzes eigentlich ein neues Zeitalter anbrechen sollte. Doch erst seit dem Boom des mobilen Internets, der nicht nur dem Netzausbau, sondern vor allem der Einführung halbwegs ziviler Preise zu verdanken war, spürt auch der Durchschnittsnutzer so langsam den Unterschied zum vorherigen GSM-Standard.

Jetzt soll mit dem Standard LTE (Long Term Evolution) die nächste Stufe in punkto Speed genommen werden. Doch was kann LTE eigentlich, was UMTS nicht kann? Zunächst einmal soll die Datenübertragung deutlich schneller werden, von bis zu 100 Mbit/s ist die Rede. Zwar wurden auch zum UMTS-Start Zahlen genannt, die sich in den ersten Jahren nicht einmal im Ansatz realisieren ließen, doch wird mit LTE auf jeden Fall eine deutliche Schippe draufgelegt werden.

Schneller, flexibler, effizienter

Zudem sollen merklich kürzere Ping-Zeiten erreicht werden, was nicht nur für Gamer interessant ist, sondern auch den Aufruf aufwändiger Webseiten erheblich beschleunigt. Es ist von 10 Millisekunden die Rede, das wäre sechs mal schneller als bei der letzten UMTS-Stufe HSDPA und immerhin doppelt so schnell wie terrestrische DSL-Verbindungen. Der Seitenaufbau wird mit LTE also ratzfatz möglich sein.

Weitere Vorteile lägen im System, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, denn die LTE-Technik sei nicht so störungsanfällig wie UMTS oder GMS. Sprich, wenn es einmal zu Frequenzstörungen kommt, seien nur schmale Frequenzbänder betroffen, die sich einzeln deaktivieren ließen. Zudem könnte man einzelne Funkzellen schnell ein- und zuschalten, und eine verbesserte Antennentechnik soll die Verbindungen nochmals beschleunigen. Durch die effizientere Technik sollen sich auch die Kosten auf Netzbetreiberseite im Vergleich zu UMTS merklich reduzieren lassen.

Neue Chancen für den ländlichen Raum

Mit LTE, so hoffen viele in der zumeist ländlichen DSL-Diaspora, sollen deutlich mehr Haushalte als bisher Zugang zum schnellen Internet bekommen. Ein weiterer Schritt wird die Versteigerung der ehemaligen Fernsehfrequenzen sein, die so genannte digitale Dividende. Beim Ausbau müssen sich die vier Netzbetreiber dazu verpflichten, zunächst kleinere Ortschaften anzuschließen und erst dann größere Gemeinden. Eine Breitband-Vollversorgung wird jedoch auch mit LTE nicht möglich sein.

Momentan wird LTE lediglich im Rahmen von Pilotprojekten realisiert. Da UMTS und LTE noch jahrelang parallel bestehen bleiben werden, ist mit gewissen Übertragungsproblemen beim Handover zu rechnen, vor allem zu Volllastzeiten. Weiterhin ist ungeklärt, wie die Netzbetreiber mit ihren neuen Freiheiten umgehen werden. Wenn die Technik so flexibel ist, bestünde zum Beispiel die Möglichkeit, bestimmte Dienste zu priorisieren und auch getrennt abzurechnen - so könnte mehr Bandbreite den Nutzer dann auch mehr Geld kosten. Reines Mailen würde so billiger als das Anschauen eine Films.

Tipp: Wo LTE bereits verfügbar ist, zeigt unser LTE Verfügbarkeitscheck.

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