Kurzstrecke

Mit NFC wird das Smartphone zur Kreditkarte

NFC steht für Near Field Communication. Damit wird ein Standard bezeichnet, der dem kontaktlosen Austausch von Daten zwischen zwei Medien dient, ähnlich wie WLAN, aber eben über eine sehr kurze Distanz. NFC ist beispielsweise als Mittel zum bargeldlosen Bezahlen im Gespräch.

Bezahlen per Handy© Tyler Olson / Fotolia.com

Linden (red) - Tatsächlich beträgt die Reichweite von NFC nur etwa zehn Zentimeter, erfordert also ein sehr nahes Heranbringen des einen Geräts an das andere. NFC ist ein Ableger von RFID (Radio-frequency identification), es wird über ein Magnetfeld gefunkt. In NFC-fähigen Endgeräten wie Smartphones ist dazu ein Chip verbaut, der sowohl senden als auch empfangen kann.

Per NFC ist der Datentausch besonders einfach, denn es ist keine Anmeldung, keine PIN-Eingabe oder Ähnliches nötig. NFC kann auch mit anderen Technologien wie WLAN oder Bluetooth zusammenarbeiten, um größere Datenmengen über weitere Distanzen zu übertragen.

Was mit NFC möglich ist

Die Nutzung von NFC ist für viele Bereiche denkbar. Im Fokus steht besonders das bargeldlose Zahlen, zum anderen aber auch der Austausch von Informationen wie Adressdaten, Musik oder Videos mit Freunden. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Funktionen, die möglich werden. Beispielsweise können mit NFC durch das Berühren sogenannter "Tags" spezielle Informationen abgerufen werden, wie aktuelle Nachrichten, Fahrpläne oder der Wetterbericht. In Asien, beispielsweise in Japan, sind ähnliche Verfahren bereits stärker in den Alltag integriert. Auch in Frankreich wird NFC im großen Stil getestet, die Mobilfunkkonzerne kooperieren dazu mit Banken und Einzelhandelsketten.

NFC praktisch am Beispiel des RMV-Ticketing

Eine Möglichkeit, NFC in Deutschland zu nutzen, gibt es theoretisch schon länger: Der RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund) testet NFC seit 2006. In Frankfurt sind ConTags an den Fahrkartenautomaten und an den Haltestellenmasten angebracht. Zudem sind an Bahnstationen im RMV an den Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn AG und der Hessischen Landesbahn ConTags installiert. Diese ermöglichen das Abrufen von Fahrplandaten und den direkten Kauf von Tickets sowie den Zugang zum Mobile Portal des RMV. Für die Nutzung der Dienste muss, außer für den Zugang zum Mobile Portal, ein Ticketing-Programm auf dem NFC-Handy gespeichert werden.

Welche Handys sind NFC-fähig?

Eines der ersten NFC-fähigen Handys war das 6131 NFC von Nokia, das 2007 auf den Markt kam. Auch andere Hersteller entwickelten NFC-fähige Smartphones, die teilweise nur als Prototypen oder für Feldversuche hergestellt wurden. Erst jetzt fängt der Standard an, sich auszubreiten. Neuere Smartphones, die bereits NFC-fähig sind, sind das Nokia C7 und das Google Nexus S. Auch LG will wahrscheinlich NFC auf seinen Smartphones einführen. Möglicherweise wird auch das iPhone 5 mit NFC ausgerüstet sein, was weitere Nachahmer nach sich ziehen dürfte.

Wie ist es um die Sicherheit bestellt?

Ein kritisches Thema bei NFC ist die Sicherheit. Auf einer Chipkarte im Mobiltelefon werden sensible Daten gespeichert, etwa Kreditkarteninformationen. Wenn eine kurze Berührung oder einfach das nahe Heranbringen eines Gerätes an ein anderes ausreicht, um diese Informationen zu übertragen, ruft dies verständlicherweise auch Sicherheitsbedenken hervor. Da keine weitere Anmeldung nötig ist, könnte ein Verlust des Handys den Besitzer teuer zu stehen kommen. Der Umgang mit persönlichen Daten ist ein wichtiges Thema bei der Weiterentwicklung und kommerziellen Etablierung der NFC-Technologie.

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