Augmented Reality

Mit Handy-Apps mehr sehen als die Realität

Wenn die Berliner Mauer die Hauptstadt plötzlich wieder in Ost und West teilt, dann steht die Welt nicht etwa Kopf, sondern dann macht Ihr Handy Geschichte lebendig. Wie das geht und welche Apps es noch für iPhone und Android gibt, lesen Sie hier!

Touchscreen© buchachon / Fotolia.com

Linden (red) – Es gibt Apps für so ziemlich alles. Mitunter auch solche, die historische Gemäuer wie die Berliner Mauer im Handumdrehen wieder neu aufbauen. Oder andere, die einem sagen, an welchem Museum man gerade vorbei schlendert und ob sich lohnt reinzugehen.

Augmented Reality, was ist das?

"Augmented Reality" (AR) nennt sich das im Fachjargon, was übersetzt ungefähr "erweiterte Realität" bedeutet. Kleine Hilfsmittel erweitern die wahrnehmbare Umgebung durch zusätzliche Informationen. Diese stammen meist aus dem Internet. So verschmelzen reale und virtuelle Welt.

Handys bringen es in den Alltag

Für die Technik braucht es einiges an Hardware: Ein GPS-Empfänger zur Lagebestimmung, eine Internetverbindung, ein Computer zur Verarbeitung der Daten sowie eine Kamera und ein Display. Früher bedurfte es dafür eines Rucksacks, heute ist die Technik auf die Größe eines Mobiltelefons geschrumpft. Denn in modernen Smartphones steckt alles drin, was für Augmented Reality benötigt wird - Kamera, GPS, schnelles Internet und Display.

Apps für Augmented Reality

Um die erweiterte Wirklichkeit auf den Bildschirm zu holen, bedarf es nur noch einer Applikation, die zuvor auf das Telefon geladen werden muss. Die App holt dann relevante Informationen aus dem Internet und macht sie für das menschliche Auge auf dem Handy-Bildschirm sichtbar. Das Angebot an Apps für Augmented Reality ist zwar noch recht überschaubar, doch es wächst stetig. Fündig wird man vor allem in Apples App Store und Googles Android Market. Viele Anwendungen verstehen sich dabei als interaktiver Stadtführer, es gibt aber auch spielerische Applikationen. Wir stellen einige AR-Apps für iPhone und Android vor.

Wikitude

Der AR-Browser scannt mittels Kamera die Umgebung und blendet für Sehenswürdigkeiten und wichtige Gebäude kleine Symbole ein. Mit einem Klick darauf bekommt man dann weitere Infos aus Wikipedia geliefert. Die App setzt Nutzern aber auch Videos von Youtube, Empfehlungen von Qype oder Bilder von Flickr vor. Aus über 50 sogenannten Worlds kann sich der Nutzer seinen ganz persönlichen Mix zusammenstellen. Der Wikitude World Browser ist kostenlos für iPhone und Android erhältlich.

Ubique

Der elektronische Stadtführer holt Restaurants, Bars und Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung auf das Handy-Display. Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern verfügt Ubique zusätzlich über eine transparente, drehende Kartenansicht zur besseren Orientierung. Außerdem zeigt die App die Entfernung zu dem jeweiligen Ort an. Die AR-App ist für 1,59 Euro im iTunes Store von Apple zu haben.

Layar

Die Anwendung Layar schlägt in die gleiche Kerbe. Der Browser zeigt Restaurants, Hotels, Bars, Cafés, Kinos, Banken, Tankstellen, Autovermietungen, Einkaufszentren, Konzerte, freie Parkplätze, Ärzte, Krankenhäuser, zu vermietende Wohnungen und vieles mehr auf dem Handy-Display. Dazu braucht es so genannte Ebenen, die zusätzlich installiert werden müssen. Einige muss man kaufen, andere gibt es kostenlos. Eine dieser Zusatzanwendungen lässt auch die Berliner Mauer digital wieder auferstehen – das hat kein Stadtführer zu bieten. Layar läuft auf dem iPhone und unter Android.

Junaio

Die Augmented Reality Anwendung arbeitet mit sogenannten Channels, um interessante Orte oder auch Veranstaltungen in der Nähe anzuzeigen. Es gibt es aber auch eine Erweiterung, mit der man das Süddeutsche Zeitung Magazin animiert sehen kann oder einen Kino-Kanal, der Kinos in der Nähe aufspürt, das Programm abfragt, Trailer anbietet und über den sich Karten direkt bestellen lassen. Junaio ist kostenlos für iPhone und Android erhältlich.

Bionic Eye, Carfinder und mehr

Wer Bars, Restaurants oder Einkaufspassagen in der Nähe sucht, kann auch zu Bionic Eye greifen. Die iPhone App führt einen – das Smartphone gen Boden gerichtet – mit Navigationspfeilen sicher ans Ziel. Auch den Parkplatz seines Autos müssen sich iPhone User nicht mehr merken, denn auch dafür gibt es eine Augmented Reality App namens Car Finder. Und wer ein Spielchen wagen will, kann sich mit dem ARDefender einen netten Zeitvertreib auf sein iPhone holen. In dem Spiel muss ein Turm vor feindlichen Angriffen geschützt werden – der Tisch vor einem wandelt sich so zum Schlachtfeld. Die App ist für 79 Cent zu haben.

Achtung: Da sich die Anwendungen die Daten in der Regel aus dem Internet holen, ist bei häufiger Nutzung eine Datenflat fürs Handy empfehlenswert. Wer die Apps auch im Ausland nutzen will, sollt sich vorab bei seinem Anbieter über die Roaming-Kosten informieren oder aber eine ausländische Prepaid-Karte nutzen. Ein Überblick über empfehlenswerte Angebote geben unsere Ratgeberseiten Handykarten fürs Ausland und Mobiles Internet im Ausland.

Mehr zum Thema
  • Browser

    Browser

    Das Surfen im Web wäre ohne Browser nur halb so schön, da ohne diesen eine grafische Darstellung der Inhalte nicht möglich wäre. Der heutige Markt bietet eine bunte Auswahl, die um die Vorherrschaft auf internetfähigen Geräten kämpfen.

    weiter
  • Apple iPhone 6

    iPhone

    Als Steve Jobs im Januar 2007 das erste iPhone vorstellte, versprach er nichts weniger als eine "Neuerfindung des Telefons". Und tatsächlich: Mit seinem revolutionären Bediensystem und dem App-Konzept prägte das iPhone alle modernen Smartphones.

    weiter
  • App-Downloads

    App Stores

    "App Store" ist die Kurzform für Application Store, eine Vertriebsplattform digitaler Art. Die App Stores der verschiedenen Anbieter haben entsprechende Software für Kommunikation, Navigation, Kommunikation, Spiele und einiges mehr.

    weiter
Top