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Mietvertrag kündigen: Regeln, Fristen und Tipps

Ein Mietvertrag kann ordentlich oder fristlos gekündigt werden. Wann welche Art der Kündigung in Betracht kommt und was beim Kündigen von Mietverträgen zu beachten ist, soll der folgende Beitrag erklären.

Mietvertrag© Alexander Raths / Fotolia.com

Mieter und Vermieter können einen Mietvertrag sowohl ordentlich, d. h. unter Wahrung einer Kündigungsfrist, sowie fristlos, d. h. mit sofortiger Wirkung, kündigen. Letztere Variante setzt einen wichtigen Grund voraus, der z. B. darin bestehen kann, dass der Vermieter dem Mieter die Mietsache nicht vertragsgemäß überlässt oder der Mieter den Hausfrieden in nachhaltiger Weise stört, so dass dem Vermieter ein Festhalten am Vertrag nicht zumutbar ist.

Mietvertrag kündigen: Gesetzliche Bestimmungen

Die ordentliche fristgemäße Kündigung seitens des Mieters ist bis zum dritten Werktag eines Monats zulässig und gilt dann für den Ablauf des übernächsten Monats (§ 573 c BGB). Mieter können zum Beispiel einen Mietvertrag am 3.3. kündigen, dann endet das Mietverhältnis mit Ablauf des 31.5. Eine fristlose Kündigung hingegen wird sofort wirksam.

Der Mietvertrag kann auch eine kürzere Frist vorsehen. Ansonsten sind Fristvereinbarungen zum Nachteil des Mieters unzulässig. Abweichende Kündigungsfristen zugunstendes Mieters sind im Rahmen der Vertragsfreiheit stets möglich. Für den Vermieter sind die Kündigungsfristen gestaffelt und von der Länge der Mietdauer abhängig.

Wann ist eine Sonderkündigung möglich?

Ein Sonderkündigungsrecht steht dem Mieter beispielsweise dann zu, wenn ihm vom Vermieter Modernisierungsmaßnahmen angekündigt werden. Der Mieter muss spätestens mit Ablauf des Monats, der auf die Ankündigung der Maßnahmen folgt, den Mietvertrag kündigen. Die Kündigung wird dann mit Ablauf des übernächsten Monats wirksam. Der Mieter kann ferner außerordentlich kündigen, wenn die Benutzung der Wohnung eine erhebliche Gefährdung seiner Gesundheit bedeutet.

Der Vermieter wiederum kann den Mietvertrag kündigen, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Kündigung hat. Will der Vermieter die Wohnung in einem Gebäude kündigen, das er selbst bewohnt und in dem nicht mehr als zwei Wohnungen vorhanden sind, so braucht er nicht einmal ein berechtigtes Interesse an der Kündigung nachzuweisen. Dasselbe gilt für die Kündigung von Teilen der Wohnung oder des Grundstücks, die nicht zum Wohnen bestimmt sind.

Was die Kündigung beinhalten muss

Die Kündigung eines Mietvertrags muss in Schriftform erfolgen. Ansonsten sind keine besonderen Anforderungen an den Inhalt zu stellen, außer der klar erkennbare Wille, dass man sich vom Vertrag lösen möchte. Außerdem sollte angegeben werden, zum Ablauf welchen Monats die Kündigung erfolgen soll (der Ablauf des übernächsten Monats ist der frühestmögliche Termin). Der Vermieter muss bei einer Kündigung den Mieter darauf hinweisen, dass dieser der Kündigung widersprechen kann und welche Frist- und Formerfordernisse er hierbei zu beachten hat (§§ 574 bis 574 b BGB). Die Kündigung per Einschreiben einzuschicken ist in jedem Fall empfehlenswert.

Folgen einer Kündigung des Mietvertrags

Einen Mietvertrag zu kündigen hat zur Folge, dass das Mietverhältnis zu dem Zeitpunkt, da die Kündigung wirksam wird, aufgehoben wird und alle Rechte und Pflichten des Mietverhältnisses für die Zukunft erlöschen. Mieter müssen in der Folge dem Vermieter die Wohnung grundsätzlich in dem Zustand überlassen, in dem sie ihnen zur Verfügung gestellt wurde. Vermieter haben, sofern nicht noch Zahlungen ausstehen, keine weiteren Mietansprüche gegen die Mieter. Mängel, die Mieter verursacht haben, sind von diesen zu beheben.

Vorlage: Fristgerechte Kündigung

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Vorlage: Fristlose Kündigung

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