Mietrecht

Nicht jede Mieterhöhung ist rechtens

Wer von seinem Vermieter über eine Mieterhöhung informiert wird, muss das nicht unbedingt hinnehmen. Denn bei einer Erhöhung der Miete gelten bestimmte gesetzliche Regelungen. Beispielsweise ist ein Mieter in dem Fall einer Preiserhöhung nicht verpflichtet, die reguläre Kündigungsfrist einzuhalten.

EinziehenBei der Ankündigung einer Mietpreiserhöhung muss der Vermieter eine Frist von zwei Monaten einhalten.© Picture-Factory / Fotolia.com

Welche Gründe gibt es für eine Mieterhöhung?

Wenn ein Hausbesitzer die Immobilie mit neuen Fenstern versieht oder in den Wohnungen neue Badezimmer einbauen lässt, darf er maximal elf Prozent der Modernisierungskosten in Form einer Mieterhöhung an die Mieter weitergeben. Da die Bewohner von den Maßnahmen in Form von niedrigeren Nebenkosten profitieren, akzeptieren sie in der Regel den gestiegenen Mietzins. Anders sieht es aus, wenn der Vermieter ohne Gegenleistung eine höhere Miete verlangt. In diesem Fall muss seit dem Einzug des Mieters beziehungsweise seit der letzten Mieterhöhung mindestens ein Jahr vergangen sein. Außerdem darf die Miete nicht über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Rechte der Mieter bei einer Mieterhöhung

Frist bei der Erhöhung der Miete

Wenn der Vermieter die Miete heraufsetzen will, muss er die Mieterhöhung schriftlich ankündigen. Gibt es mehrere Vermieter, muss jeder von ihnen den Brief an die Mieter unterschreiben. Für jeder Mieter gilt eine Frist von zwei Monaten, um die geplante Erhöhung zu prüfen. Er darf sich an einen Anwalt oder den Mieterverein wenden. Dabei sollten die Bewohner einer gemieteten Immobilie darauf achten, dass die Miete in den letzten zehn Jahren um nicht mehr als 20 Prozent angehoben wurde. In Großstädten mit zu wenig Wohnungsraum, wie Berlin, Hamburg oder München, darf die Erhöhung in den letzten drei Jahren nicht mehr als 15 Prozent betragen.

Verkürzte Kündigungsfrist bei einer Mieterhöhung

Damit eine Mieterhöhung wirksam wird, muss der Mieter ausdrücklich zustimmen. Das kann beispielsweise mündlich erfolgen, oder indem die neue Miethöhe drei Monate nach Erhalt des Vermieterschreibens bezahlt wird. Kann der Mieter die höhere Miete nicht aufbringen oder möchte er aus anderen Gründen nicht mehr Geld für seine Wohnung bezahlen, kann er den Mietvertrag kündigen. Dabei muss er nicht die im Mietvertrag vereinbarte Kündigungsfrist beachten. Stattdessen gilt eine verkürzte Frist von zwei Monaten.

Welche Rechte haben Vermieter?

Vermieter dürfen die Miete einer Immobilie in bestimmten Grenzen auch unabhängig von einer Modernisierungsmaßnahme regelmäßig erhöhen. Handelt es sich um eine im Mietvertrag vereinbarte Staffelmiete oder eine an die Inflation gekoppelte Indexmiete, muss der Mieter der Mieterhöhung nicht zustimmen. Bei allen anderen Erhöhungen muss der Vermieter nachweisen, dass die neue Miete innerhalb des örtlichen Mietspiegels liegt. Alternativ kann der Vermieter ein Sachverständigengutachten vorlegen oder drei Vergleichswohnungen angeben. Verweigert ein Bewohner seine Zustimmung oder reagiert er nicht auf das Erhöhungschreiben, kann sich der Vermieter an ein Gericht wenden. Dort muss er innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der zweimonatigen Zustimmungsfrist des Mieters nachweisen, dass die Mieterhöhung rechtmäßig ist.

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