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Mehrwertsteuer-Erhöhung: Was machen die Mobilfunker?

Drei der vier Netzbetreiber handeln erwartungsgemäß und geben bis auf kleine Ausnahmen die Erhöhung nur dort nicht weiter, wo sie es gar nicht dürfen. Eine im Sinne der Kunden lobenswerte Ausnahme bildet E-Plus: Die Düsseldorfer tragen die Erhöhung alleine und reichen sie auch bei ganz alten Tarifen nicht an die Kunden weiter.

Rechnung© PeJo / Fotolia.com

Zum 1. Januar 2007 wird die Mehrwertsteuer von derzeit 16 auf dann 19 Prozent erhöht. Diese drastischste Steuererhöhung in der bundesrepublikanischen Geschichte beschäftigt natürlich auch Anbieter und Kunden auf dem Telekommunikationsmarkt. In den letzten Wochen hatten sich die Provider noch bedeckt gehalten, doch nun haben drei der vier Anbieter definitive Aussagen getroffen.

Der Marktführer: T-Mobile

Von den rund 30 Millionen Kunden der Telekom-Mobilfunktochter werden die weitaus meisten mit einer Weitergabe der Erhöhung leben müssen. Einer Sprecherin zufolge sind nur die jüngst aufgelegten Xtra-Tarife, die Max-Flatrate, die Basix-Tarife und bei Abschluss ab April 2006 auch die Relax-Tarife von einer Erhöhung ausgeschlossen. In allen anderen Tarifen wird die höhere Mehrwertsteuer an die Bestandskunden weitergegeben.

Der Kronprinz: Vodafone

Die Düsseldorfer lassen sich als einziger Mobilfunk-Netzbetreiber noch nicht ganz in die Karten schauen. "In vielen aktuellen Tarifen werden die Preise stabil bleiben", teilte eine Sprecherin der Redaktion mit, genauere Angaben wollte sie nicht machen. Klar ist, dass die ganz neuen Tarife, zum Beispiel die Superflat, von der Erhöhung ausgenommen sein werden. Das beruht allerdings nicht auf reiner Kundenfreundlichkeit, sondern auf einer Auflage des Gesetzgebers. Davon auszugehen ist, dass Kunden solcher Tarife, die schon länger nicht mehr verkauft werden (wie zum Beispiel Fun oder Sun), mit der Weitergabe der Erhöhung rechnen müssen.

Die positive Ausnahme: E-Plus

Als einziger Anbieter hat sich die deutsche Nummer drei dazu entschlossen, die Mehrwertsteuer-Erhöhung alleine zu schultern und nicht an die Kunden weiterzugeben. E-Plus-Chef Krammer begründete den Vorstoß des Konzerns damit, dass Deutschland fünf Jahre gebraucht habe, um sich von der Euro-Preissteigerung zu erholen. Die Preissensibilität der Kunden müsse berücksichtigt werden, und keinesfalls dürfe man die Kunden erneut verschrecken und schon wieder Konsumzurückhaltung hervorrufen. Das würde nicht nur den Kunden schaden, sondern den Anbietern mindestens genauso, befand Krammer.

Ähnliche Linie wie die Marktführer: o2

Mit Ausnahme von E-Plus gleichen sich die Statements auffallend. Auch wenn Vodafone noch keine definitiven Aussagen getroffen hat, so dürfte deren Strategie doch dieselbe sein wie die von T-Mobile - und auch von o2. Die Münchner haben ebenfalls angekündigt, die Mehrwertsteuer-Erhöhung an die Kunden weiterzugeben - bis auf die ganz neuen Tarife wie der für November erwarteten bundesweiten Flatrate und dem kommenden DSL-Angebot. Ausnahmen soll es laut o2 lediglich bei einigen einzelnen Diensten geben. So soll zum Beispiel der Preis für Videotelefonie unverändert bleiben. Des Weiteren wies o2 darauf hin, dass sich zwar die Bruttopreise erhöhen würden, es aber keine Erhöhung darüber hinaus aufgrund von Aufrundungen geben werde.

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