Internetstandards

LTE, DSL und Kabelinternet im Vergleich

Wer nicht nur Mails abrufen oder Messages auf Facebook posten möchte, der braucht heutzutage oft Datenraten ab sechs Mbit/s aufwärts. Die bekommt man über Zugänge wie DSL, Kabel oder Mobilfunk, sprich LTE. Doch worin unterscheiden sich die jeweiligen Standards und für wen ist welcher Zugang am besten geeignet?

LAN-Verbindung© Heiko Barth / Fotolia.com

Linden (red) - Der Hauptunterschied zwischen Kabelinternet, DSL und LTE besteht neben den potenziellen Geschwindigkeiten vor allem in der technischen Umsetzung, der Art des Zugangs und natürlich auch dem Preis, der als Grundgebühr für den jeweiligen Zugang fällig wird.

Kabelinternet: Hohe Datenraten zum kleinen Preis

Kabelinternet wird über das Glasfasernetz realisiert, daher sind in diesem Bereich derzeit höhere Bandbreiten möglich als mit einem DSL-Anschluss. Im Spitzenbereich lassen sich mit Kabelinternet Datenübertragungsraten von bis zu 200 Mbit/s im Download erreichen. Diese hohen Datenraten sind aber nicht überall verfügbar. Bestimmte Faktoren wie alte Leitungen im eigenen Haus können die Geschwindigkeit des Kabelinternets aber auch noch mal nach unten beeinflussen.

Spezielles Modem und neue Antennendose notwendig

Da Kabelinternet über das Fernsehkabel läuft, braucht man allerdings eine Antennendose mit drei Anschlussbuchsen - eine sogenannte Multimedia-Kabeldose. Diese muss bei vielen Kunden durch einen Techniker erstmal neu angebracht werden. Auch ein spezielles Kabelmodem ist notwendig, dieses wird in den meisten Fällen aber von den Anbietern gestellt.

Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit zwei große Kabelanbieter: Unitymedia und Kabel Deutschland, diese teilen sich die Kunden regional auf. Daneben bieten auch noch einige kleinere Unternehmen Kabelinternet an, diese Angebote sind allerdings meistens lokal begrenzt.

DSL: der schnelle Klassiker fürs Internet

Im Gegensatz zum Kabelinternet kommt DSL über die Telefonleitung - also eine Kupferleitung - ins Haus. Es gibt verschiedene Varianten von DSL: ADSL, SDSL und VDSL. Die Übertragungsraten von DSL liegen zwischen einem und 100 Mbit/s, wobei sich die höchsten Bandbreiten mit einem VDSL-Anschluss erzielen lassen.

Seitdem im Jahr 2004 das Telekom-Monopol für die Vermarktung von DSL gekippt wurde, gibt es in diesem Bereich zahlreiche Anbieter und damit eine weitaus größere Auswahl an Tarifen als im Bereich des Kabelinternets. Auch wenn DSL über die Telefonleitungen realisiert wird, gibt es immer noch viele Regionen in Deutschland, in denen diese Art des Internetzugangs nicht verfügbar ist. Das liegt daran, dass immer noch einige Telefonleitungen für die Datenübertragung ungeeignet sind.

LTE: Was kann der neue Mobilfunkstandard wirklich?

Wer kein DSL bekommen kann, hat inzwischen auch die Möglichkeit, schnelles Internet über das Mobilfunknetz zu beziehen. Das sogenannte LTE (Long Term Evolution) ist ein neuer Mobilfunkstandard, über den noch höhere Internet-Geschwindigkeiten erreicht werden können als über die UMTS-Erweiterung HSDPA. Möglich sind derzeit Datenraten von 50 bis 100 Mbit/s, die Endgeräte der Zukunft werden vielleicht sogar Bandbreiten bis zu 300 Mbit/s schaffen. Zuerst einmal wurde LTE in den ländlichen Gebieten ausgebaut. Das lag an der Auflage, vorrangig die Gebiete mit LTE zu versorgen, die kein schnelles Internet haben. Mittlerweile hat man in den Städten und Ballungsgebieten beste Chancen, das Netz zumindest eines LTE-Anbieters zu empfangen.

LTE für unterwegs und zu Hause

Derzeit wird der Mobilfunkstandard auch hauptsächlich mobil genutzt. Für den stationären Zugang wird ein spezieller Router benötigt. Ein Nachteil des Mobilfunk-Standards ist die bisher beschränkte Verfügbarkeit, die dem derzeitigen Ausbaustand von LTE geschuldet ist. Außerdem konzentrieren sich die LTE-Provider zunehmend auf die mobile Nutzung; o2 beispielsweise hat die Vermarktung der Zuhause-Tarife wieder eingestellt. Tarife für LTE sind vergleichsweise teuer, außerdem wird die Surfgeschwindigkeit, wie bei allen Tarifen für mobiles Internet, nach dem Erreichen eines bestimmten Datenvolumens im Monat auf UMTS-Geschwindigkeit gedrosselt.

LTE, Kabelinternet oder DSL: Für wen sich welcher Standard eignet

Kunden, die auf hohe Datenübertragungsraten zu einem günstigen Preis Wert legen, sollten sich, sofern diese verfügbar sind, ruhig einmal die Tarife der Kabelanbieter ansehen. Auch mit den Tarifen der DSL-Anbieter sind Verbraucher in der Regel gut beraten. Hier sollte man sich allerdings genau überlegen, ob man die ganz hohen Datenübertragungsraten, die meistens teurer sind, wirklich braucht. Wer weder Kabelinternet noch DSL bekommen kann, trotzdem aber dringend schnelles Internet benötigt, sollte sich über die LTE-Verfügbarkeit vor Ort informieren. Gerade wenn keine andere Möglichkeit besteht, mit hohen Bandbreiten ins Internet zu gehen, kann ein LTE-Tarif eine Alternative darstellen.

Mehr zum Thema
  • Handytarife

    LTE

    LTE ist der Mobilfunkstandard der vierten Generation. Nachdem LTE zunächst in die Regionen gebracht wurde, in denen es kein schnelles Internet gab, gibt es den Netzstandard nach und nach in immer mehr Teilen Deutschlands. Doch was genau steckt hinter der Bezeichnung LTE und worin unterscheidet es sich von anderen Mobilfunkstandards?

    weiter
  • DSL anschließen

    DSL-Anschluss

    Die meisten Internetzugänge werden in Deutschland über DSL realisiert. Der Begriff DSL (Digital Subscriber Line) bezeichnet eine Art von Übertragungsstandard, bei der Daten mit einer hohen Geschwindigkeit gesendet und empfangen werden können.

    weiter
  • Internetanschluss

    Router

    Wer mit mehreren Endgeräten über einen DSL-Anschluss ins Internet gehen möchte, der benötigt mehr als ein einfaches Modem. Hier kommt ein DSL-Router ins Spiel, mit dem man sich ein eigenes Heim-Netzwerk aufbaut.

    weiter
  • Tarifvergleich

    DSL-Geschichte

    Ende der 90er Jahre setzte sich eine neue Technologie durch, die deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten im Internet versprach – DSL. Auch heute noch ist DSL die am häufigsten genutzte Breitband-Technik in Deutschland.

    weiter
  • Internetanschluss

    VDSL

    VDSL ist die Abkürzung für Very High Speed Digital Subscriber Line. Früher wurde dieser "Monstername" mit VHDSL abgekürzt, doch ist diese Bezeichnung mittlerweile veraltet. Auch die Bezeichnung BDSL ("Broadband Digital Subscriber Line") ist überholt.

    weiter
Top