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Krankenversicherung: Richtig versichert als Student

Auch Studenten brauchen natürlich eine Krankenversicherung. Das wird in vielen Fällen die Familienversicherung sein, es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Was man bei der studentischen Krankenversicherung beachten muss, klären wir hier.

Studenten© lightpoet / Fotolia.com

Neben diversem anderem Papierkram müssen angehende Studenten bei der Einschreibung auch einen Nachweis über die Krankenversicherung erbringen. In den meisten Fällen musste man darüber wohl nicht lange nachdenken. Ein Anruf bei der Versicherung und man bekam das entsprechende Dokument zugeschickt oder ausgehändigt.

Die meisten Studenten sind dabei noch in der sogenannten Familienversicherung, aber es gibt auch Alternativen dazu, über die es sich eventuell lohnt nachzudenken. Wie man Kranken- und Pflegeversicherung, die gesetzlich gefordert wird, am einfachsten abdeckt, hängt unter anderem vom Versicherungsstatus der Eltern, dem Alter und der Studiendauer ab.

Der gängige Fall: Familienversicherung

Wie schon angemerkt, ist die Familienversicherung der für Studenten wohl häufigste Weg, an eine Krankenversicherung zu kommen. Dabei fällt man einfach mit unter den Versicherungsschirm der Eltern. Ein paar Bedingungen muss man jedoch beachten. So kann man diese Option nur bis zum 25. Lebensjahr wahrnehmen und auch nur, solange man nicht über einen gewissen regelmäßigen Verdienst kommt. Dieser Verdienst beläuft sich auf 450, wenn man einen Minijob ausübt bzw. 425 Euro im Monat, wenn man andere Einkünfte hat, z.B. aus Vermietungen. Bafög und Kindergeld fallen nicht unter diese Grenze.

Wer jetzt schon schluckt, kann sich trotzdem eventuell noch einiger Tricks bedienen. So verlängert sich die Altersgrenze beim Absolvieren von Freiwilligen- oder Wehrdienst automatisch mit nach hinten. Wer danach immer noch mehr Zeit braucht, kann heiraten. Sofern der eigene Lebenspartner berufstätig und krankenversichert ist, kann man sich ohne Altersgrenze bei diesem mitversichern.

Versicherung über den Studententarif

Kann man die Familienversicherung irgendwann nicht mehr wahrnehmen, muss man trotzdem nicht direkt volle Beiträge zahlen. Dafür gibt es nämlich explizit die Krankenversicherung für Studenten, also einen extra günstigen Tarif, der sich dennoch auf rund 90 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung zusammen beläuft. Auch dieser Tarif hat Grenzen, jedoch wesentlich lockere: Man kann bis zum 30. Lebensjahr davon profitieren, sofern man nicht über 14 Fachsemester kommt. Nur kurz als Rechnung: Bei einem normalen Vollzeit-Bachelor-Studiengang wären das acht Semester über der Regelstudienzeit. Da bei Studienwechsel und auch Beginn eines Masterstudiums die Zählung von vorne beginnt, ist diese Grenze in der Praxis weniger relevant, als es zunächst aussieht.

Wer die Studenten-Krankenversicherung nicht bekommt

Bei der studentischen Krankenversicherung gibt es jedoch noch einige Haken: Besucht man im Zuge einer Ausbildung eine Berufsakademie oder Ähnliches, ist man offiziell kein Student und somit nicht berechtigt, den Tarif zu nutzen. Gleiches gilt leider auch für duale Studiengänge, denn gesetzlich ist man dabei in einem Ausbildungsverhältnis im begleitenden Betrieb.

Kann man den Studententarif beziehen, hat man dafür den Vorteil, dass man die Kosten dafür vom Bafög absetzen kann. Pauschal bekommt man 86 Euro für beide Versicherungen, was abhängig von der gewählten Versicherung die Kosten deckt oder zumindest stark entschärft.

Fällt man nicht mehr in die Altersgrenze, ist aber noch unter 37, kann man im Einzelfall eine Verlängerung beantragen. Das kann mit diversen Begründungen erfolgen, angefangen mit Abi auf dem zweiten Bildungsweg, über Krankheit, Pflege von Angehörigen, Kinder, Freiwilligendienst bis hin zur Mitarbeit in studentischen Gremien wie Fachschaftsräten. Ist man schließlich aus der studentischen Krankenversicherung herausgefallen, bieten die meisten Versicherungen noch einen halbjährigen Übergangstarif, den man auf jeden Fall nutzen sollte.

Alternative: Private Krankenversicherung

Nachdem es nun die ganze Zeit um die gesetzliche Krankenversicherung ging, noch ein paar Worte für diejenigen, die sich privat versichern möchten, zum Beispiel, weil es die eigenen Eltern auch sind. Für eine private Krankenversicherung kann man sich einfach von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen. Das muss man sich jedoch früh genug überlegen, denn es ist nur in den ersten drei Monaten nach Studienbeginn möglich. Ist man erst einmal befreit, kommt man in der Regel während des Studiums aber nicht mehr in die gesetzliche Versicherung zurück und auch danach kann es schwierig sein. Man sollte sich also diesen Schritt gut überlegen und am besten beraten lassen.

Vergleich der Krankenversicherungen lohnt sich

Sofern man am Ende Beiträge zahlen muss – für die meisten Studenten nur eine Frage der Zeit – lohnt es sich immer, verschiedene Krankenkassen miteinander zu vergleichen. Dafür bieten wir einen Vergleichsrechner, der die verschiedenen Angebote übersichtlich auflistet und so eine Entscheidung deutlich einfacher macht.

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