Vergleich

Zuschüsse und Boni bei den größten Krankenkassen

Bei welcher Krankenkasse man sich versichern lässt, kann man selbst entscheiden. Auswahlkriterien können der Beitragssatz, aber auch die Zusatzleistungen oder Bonusprogramme der Kassen sein. Wir werfen einen Blick auf die Zuschüsse der mitgliederstärksten Krankenkassen.

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In Deutschland gibt es eine allgemeine Versicherungspflicht: Jeder muss krankenversichert sein, sofern er nicht andere Leistungen wie Beihilfe im Krankheitsfall bekommt. Gesetzlich versichert sind dabei all jene, deren Jahreseinkommen unter 57.600 Euro liegt (Stand 2017).

Die Höhe der Beiträge hängt primär vom eigenen Einkommen ab, Unterschiede gibt es dann noch je nach dem Satz der eigenen Krankenkasse. Der Mindestbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen liegt 2017 bei 14,6 Prozent des Einkommens. Dabei ist es den Versicherungen freigestellt, eigene Beiträge aufzuschlagen, was mittlerweile auch alle tun. Die tatsächlichen Beiträge liegen damit zwischen knapp 15 und über 16 Prozent. Grundsätzlich sind rund 95 Prozent der Leistungen gleich – Unterschiede gibt es trotzdem. Wir werfen einen Blick auf die Zuschüsse und Bonusprogramme der beliebtesten Krankenkassen Deutschlands.

Zuschüsse und Boni: Betrachtete Krankenkassen

2016 gibt es in Deutschland rund 120 Krankenkassen – und jede hat leicht abweichende Leistungen. Hier sollen die sieben größten und beliebtesten Krankenkassen(verbände) betrachtet werden. Marktführend ist die Techniker Krankenkasse (kurz TK) mit 7,7 Millionen Mitgliedern, dicht gefolgt von der Barmer GEK mit rund einer Millionen Versicherungsnehmern weniger. Auf dem dritten Platz der beliebtesten Krankenkassen steht die DAK-Gesundheit mit 4,77 Millionen Versicherten. Ebenfalls zahlreiche Bürger vereinigen die unterschiedlichen AOK-Versicherungsunternehmen, welche hier der Einfachheit halber zusammengefasst dargestellt werden. Weiterhin in unserem Vergleich finden sich die IKK Classic, Knappschaft und KKH.

Alles rund um die Zähne

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Was die Zähne angeht, so ist bei den Krankenkassen bereits auf gesetzlicher Basis viel inbegriffen. Zweimal jährlich besteht die Möglichkeit der Kontrolle beim Zahnarzt, sodass Karies und anderes frühzeitig erkannt werden kann. Für Zahnspangen kommen die Krankenkassen bei Minderjährigen zu 100 Prozent auf, so die Korrektur als medizinisch notwendig angesehen wird. Eine Kostenübernahme ist auch bei Erwachsenen möglich, allerdings sind die Kriterien derartig streng, dass man beinahe von Ausnahmefällen reden kann.

Wird im späteren Leben ein Zahnersatz fällig, ist den Versicherten ein Festzuschuss in Höhe von 50 Prozent der Regelversorgung zugesichert. War man immer regelmäßig beim Zahnarzt, geben die Krankenkassen allesamt einen weiteren Zuschuss (Stichwort: Bonusheft). Möchte man sich die Zähne professionell reinigen lassen, handhaben das die Kassen sehr unterschiedlich: TK und Barmer koppeln die Zahnreinigung an ihr Bonusprogramm, die DAK, IKK und Knappschaft bezuschussen die Reinigung oder ermöglichen sie kostenlos bei ausgewählten Ärzten.

Für Auge und Ohr

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Wer eine Brille benötigt, der muss die Kosten meist selbst zahlen: Gesetzlich geregelt ist, dass bei Minderjährigen die Kasse einen Festbetrag für notwendige Gläser auszahlt. Bei Volljährigen trifft das nur zu, wenn die Sehleistung unter 30 Prozent beträgt. Bei manchen Krankenkassen ist jedoch eine Bezuschussung über die Bonusprogramme möglich.

Auch die Beteiligung der Krankenkassen an notwendigen Hörgeräten ist gesetzlich vorgeschrieben, Meist bieten die Kassen hier jedoch Zusatzleistungen. Bei DAK, AOK, IKK und KKH werden die vollen Kosten, minus zehn Euro Selbstbeteiligung pro Ohr, getragen, sofern man einen Vertragspartner der Krankenkasse aufsucht.

Die anderen Kassen haben Zuzahlungssätze festgelegt, welche ebenfalls auf ein kostenloses Hörgerät hinauslaufen – der Akustiker muss immer ein Angebot erstellen, welches ohne Zuzahlung für den Kunden zu haben ist und dieses muss ein möglichst gleichwertiges Hören ermöglichen wie teurere Geräte mit Zusatzfunktionen.

Prävention wird von den Krankenkassen groß geschrieben

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Auch die Krankenkassen sind der Meinung, dass es besser ist, wenn ihre Kunden erst gar nicht krank werden – daher gibt es seitens der Kassen zahlreiche Angebote, die ein gesundheitsbewusstes Leben fördern sollen. Wer mag, kann Gesundheitskurse zu den Themenfeldern Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Entspannung sowie Suchtmittelkonsum besuchen. Die Krankenkassen bezuschussen meist bis zu zwei Kurse jährlich. Die DAK etwa übernimmt zwei Mal jährlich 80 Prozent der Kurskosten, mit jeweils maximal 75 Euro. Ähnliche Bedingungen gelten bei der KKH, welche zwei Mal jährlich bis zu 90 Prozent und je 80 Euro zuschießt. Bei der AOK sind jährlich bis zu 170 Euro drin.

Neben Gesundheitskursen bieten manche der Krankenkassen zusätzlich Gesundheitsreisen an. DAK und AOK haben dazu spezielle Angebote und Vergünstigungen für ihre Versicherten, die TK, KKH und IKK hingegen belassen es bei den Gesundheitskursen und weisen keine expliziten Reisen aus – ein Verreisen ist im Rahmen der Gesundheitskurse ist auf eigene Kosten natürlich trotzdem möglich.

Vorsorge: Besser Vor- als Nachsicht

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Was Vorsorgeuntersuchungen angeht, so gibt es mittlerweile zahlreiche – so lassen sich Krankheiten frühzeitig erkennen und die Aussichten auf Heilung sind besser. Doch nicht immer sind alle Vorsorgemaßnahmen sinnvoll. Deswegen übernehmen die Krankenkassen auch nur bei stimmten Untersuchungen die Kosten oder bezuschussen das Ganze. Bei allen betrachteten Kassen gibt es für bestimmte Personengruppen eine umfangreiche Krebsfrüherkennung, Schwangerschafts- und Zahnvorsorge, Gesundheit-Check-Ups und Früherkennungsuntersuchungen für Kinder. Die Barmer hat beispielsweise zusätzlich ein Programm zur Gewichtsreduzierung im Programm, die DAK bietet die Kostenübernahme einer HPV-Impfung. Auch hier gilt, dass man am besten nochmal den Leistungskatalog der eigenen Krankenkasse betrachtet oder einfach nachfragt.

Diese Impfungen werden übernommen

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Impfungen werden vom allen Krankenkassen übernommen, soweit sie dem Leistungskatalog des Gemeinsamen Bundesausschusses (kurz GBA) und den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut entsprechen. Hierunter fallen beispielsweise Diphtherie, Mumps, Masern, Röteln, Influenza, FSME in Risikogebieten und andere – am besten, man wirft einen Blick auf die Übersichten der Krankenkassen oder fragt seinen Arzt um Rat.

Geht es um Reiseschutzimpfungen, fallen die Zuschüsse der Krankenkassen unterschiedlich aus. Manche übernehmen die Schutzimpfungen fürs Ausland bis zu einem bestimmten Geldbetrag, andere nur, wenn die Impfungen von GBA oder STIKO empfohlen sind.

Alternative Heilmethoden im Kommen

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Immer mehr Menschen orientieren sich bei der Behandlung von Krankheiten auch in andere Richtungen. Egal ob Akupunktur, Homöopathie oder Eigenbluttherapie: Die Wirkung ist medizinisch nicht zwangsweise belegt und doch gibt es zahlreiche gute Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden. Diese fallen jedoch nicht oder nur ausnahmsweise in den gesetzlichen Leistungskatalog der Krankenkassen. Leistungen in diesem Feld sind freiwillig.

Für Homöopathie kommen mittlerweile fast alle Krankenkassen in einem gewissen Umfang auf, die KKH zahlt nur im Rahmen des Bonusprogrammes. Weiterhin verbreitet ist die Osteopathie, welche von allen verglichenen Krankenkassen außer der AOK und KKH bis zu einem gewissen Satz bezuschusst wird. Bei der Barmer zählt Osteopathie zu den individuellen Gesundheitsleistungen. In der Bezuschussung von alternativen Heilmethoden tun sich besonders die TK und DAK hervor. Sie bieten neben den bereits genannten alternative Krebstherapie, anthroposophische Medizin, Phytotherapie und TCM (traditionelle chinesische Medizin) an. Bei der TK kommt außerdem noch Eigenbluttherapie, Ayurveda, Feldenkrais, Shiatsu und Reflexzonenmassage hinzu.

Weitere besondere Zusatzleistungen

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Was bieten die Krankenkassen noch an Zuschüssen? Bei allen verglichenen Krankenkassen ist es möglich, Zuschüsse für eine Haushaltshilfe zu erhalten und das Krankenhaus frei zu wählen. Eine sportmedizinische Untersuchung zahlen TK, Barmer, DAK und die Knappschaft, eine häusliche Krankenpflege bezuschussen die TK und Barmer. Für eine Hebammenrufbereitschaft kommen alle außer der Knappschaft auf. Natürlich gibt es ganz individuell für jede Krankenkasse weitere Zusatzleistungen, welche hier aufzuführen jedoch zu weit führen würde.


Bonussysteme, Prämien und individuelle Gesundheitsleistungen

Alle hier genannten Krankenkassen haben ein Bonussystem, welches gesundheitsbewusstes Verhalten, Vorsorge und Sport belohnt. Dazu beantragt man bei der Krankenkasse ein Bonusheft, in welches man in Frage kommende Maßnahmen einträgt. Was bezuschusst wird, ist je nach Krankenkasse unterschiedlich. Fast alle rechnen Schutzimpfungen und Vorsorgeuntersuchungen, wie etwa den halbjährlichen Zahnarztbesuch, an. Weitere Möglichkeiten sind Gesundheitskurse, die Mitgliedschaft im Sportverein, der Fitnessstudio-Besuch oder das Sportabzeichen. Die Maßnahmen sind sehr individuell, sodass für jeden etwas dabei sein dürfte.

Hat man genug gesundheitsrelevante Tätigkeiten "angespart", kann man sich mit Geld- und Sachprämie belohnen lassen oder den Bonus in individuelle Gesundheitsleistungen stecken. Häufig sind die gesammelten Punkte bei individuellen Gesundheitsleistungen mehr wert – unter diese fallen etwa die Bezuschussung einer Brille oder die professionelle Zahnreinigung.

Bei der DAK gibt es als Bar-Prämie bis zu 210 Euro im Jahr, auch alle anderen Krankenkassen zahlen bar aus – wenn auch weniger als die DAK. Barmer und AOK haben zahlreiche Sachprämien im Angebot, bei der TK und AOK lassen sich die Punkte sogar für eine Bezuschussung von Apple Watch und Fitnesstracker einlösen. Jede der verglichenen Krankenkassen macht über das Bonussystem eine Bezuschussung von individuellen Gesundheitsleistungen möglich.

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