Zum Nulltarif

Kostenloses Girokonto meist an Bedingungen geknüpft

Wer sich für ein kostenloses Girokonto entscheidet, kann jährlich bis zu 100 Euro sparen. Allerdings müssen Verbraucher darauf achten, dass das ausgewählte Konto tatsächlich kostenlos ist. Denn auch wenn auf den ersten Blick keine Gebühren für die Kontoführung fällig werden, können in den AGB versteckte Bedingungen zur Kostenfalle werden.

Kreditkarte© Pekka Jaakkola / Fotolia.com

Frankfurt a.M. (red) - Bis zu 100 Euro im Jahr kann man sparen, wenn man sich für ein kostenloses Girokonto entscheidet. Die Zeitschrift "Finanztest" hat die Angebote von Banken verglichen und festgestellt: Nur 17 Girokonten sind tatsächlich "kostenlos". Vor dem Wechsel sollte man also die Angebote ganz genau unter die Lupe nehmen. Hier ein paar Tipps:

Worauf es beim kostenlosen Girokonto ankommt

Für Verbraucher lohnt sich ein Wechsel des Girokontos in der Regel dann, wenn sie bei ihrer Bank mehr als 80 Euro im Jahr für Kontoführung und Kreditkarte zu zahlen haben. Bei Onlinekonten sollte man nicht mehr als 40 Euro zahlen. Was man aktuell für sein Konto bezahlen muss, efährt man über die Kontoausszüge. Hier steht, was die Kontoführung kostet - in der Regel wird vierteljährlich abgerechnet.

Bevor man Angebote sondiert, sollte man sich zunächst überlegen, ob man eine Filiale vor Ort und einen direkten Ansprechpartner benötigt oder ob Online- oder Telefonbanking ausreichend sind. In einigen Fällen ist inzwischen nur noch die Online-Variante kostenfrei. In anderen Fällen wiederum sind die Angebote für Girokonten regional begrenzt.

Informationen, die man im Vorfeld einholen sollte

Gedanken sollte man sich auch darüber machen, wie man an Bargeld kommt. Hierzu sollte man zunächst schauen, ob das Angebot der Bank auch eine kostenlose EC-Karte sowie eine kostenlose Kreditkarte beinhaltet. Bei einigen Banken sind die Karten nur im ersten Jahr kostenlos, danach fallen Gebühren an. Auch über das Netz der Geldautomaten, an denen man gebührenfrei abheben kann, sollte man sich im Vorfeld erkundigen. Denn wer an einem fremden Automaten abhebt, muss oft horrende Gebühren bezahlen.

Immer auch auf das "Kleingedruckte" achten

Verbraucher sollten in jedem Fall die AGB ganz genau durchlesen, denn viele Geldinstitute knüpfen an ein kostenfreies Girokonto Bedingungen wie einen bestimmten monatlichen Geldeingang oder eine bestimmte Guthabenhöhe. Werden die Bedingungen nicht eingehalten, fallen doch wieder Gebühren an. Vorsicht auch beim Überziehen des Kontos: Viele Banken verlangen trotz der Absenkung des Leitzinses sehr hohe Dispozinsen. Wer also öfter ins Minus gerät, sollte sich eine Bank mit günstigen Sollzinsen suchen. Als Alternative kann man natürlich auch auf einen günstigen Ratenkredit umschulden.

Nicht für alle gibt es ein kostenloses Girokonto

In den meisten Fällen erhalten Selbstständige und Empfänger von Sozialleistungen keine kostenlosen Girokonten und kommen folglich nicht um Kontoführungsgebühren herum. Wer festgestellt hat, dass er zu hohe Gebühren zahlt, sollte zunächst einmal Angebote sammeln. Dabei kann man auch gezielt bei der eigenen Bank nachfragen, ob diese ein günstigeres Angebot hat. Wer sich für einen Wechsel entscheidet, sollte in aller Ruhe die nötigen Unterlagen ausfüllen. Wer ein Girokonto mit einer Bedingung wie Mindestgeldeingang oder ähnlichem eröffnen will, stellt besser vorher klar, ob er diese Bedingungen auch erfüllen kann.

Was man beim Kontowechsel noch beachten muss

Nach dem Wechsel muss man daran denken, die neue Kontoverbindung an alle wichtigen Stellen weiterzugeben, so zum Beispiel an den Arbeitgeber, damit das Gehalt auch auf das richtige Konto überwiesen wird. Die Kontoauszüge des letzten Quartals können Aufschluss darüber geben, wer regelmäßig Beträge vom Konto abbucht oder dorthin überweist. Auch an diese Stellen muss die neue Kontoverbindung weitergegeben werden. Dabei sollte man unbedingt auch an die eigenen Daueraufträge denken. "Finanztest" gibt hier den Tipp, dass man das alte und das neue Konto für drei Monate parallel laufen lässt. So könne man am besten vermeiden, dass Buchungen vergessen würden und es in der Folge zu Fehlbuchungen käme.

Das Auflösen eines Girokontos kostet übrigens nichts. Banken rechnen das Konto einfach ab. Ist ein Guthaben vorhanden, wird dies entweder an die neue Bank überwiesen oder auf Wunsch auch bar ausgezahlt. Alte EC- und Kreditkarten gibt man zur Sicherheit am besten bei der Bank ab.

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