Elektromobilität

Das kostet die Tankladung fürs Elektroauto

Wenn die Tanknadel Richtung Null geht, muss getankt werden, darum kommen auch Fahrer von Elektroautos nicht herum. Doch was kostet eigentlich so eine Tankladung fürs Elektroauto? Die Erfahrungswerte fehlen vielen Autofahrern.

Elektroauto© Andrea Lehmkuhl / Fotolia.com

Spricht man von einer Tankladung für den Verbrennungsmotor, hat jeder Autofahrer in etwa eine Vorstellung, wie viel Geld man nach dem Tanken zur Kasse trägt. Je nach benötigtem Kraftstofftyp, dessen derzeitigem Preis und der Tankgröße pendelt man meist irgendwo zwischen 55 und 80 Euro. Damit ist man dann – ebenfalls je nach Wagen und Fahrstil – vielleicht 500 Kilometer unterwegs.

Doch wie sieht das bei einem Elektroauto aus? Hier fehlen den meisten noch Erfahrungswerte und Autofahrer, die noch nie mit Elektroautos in Kontakt gekommen sind, haben meist überhaupt keine Vorstellung, wie viel Geld etwa in eine Tankladung fließt.

Zu Hause lädt das Elektroauto sehr günstig

Gehen wir zuerst vom Standardszenario aus – nämlich, dass das Elektroauto zu Hause geladen wird. Hier kostet die Kilowattstunde Strom im Durchschnitt 28 Cent. Die Batterie des Elektrofahrzeuges fasst je nach Modell und Hersteller zwischen 6 Kilowattstunden (Renault Twizzy) und 100 Kilowattstunden (Tesla S P100D). Auch die Reichweite ist entsprechend sehr unterschiedlich: Das Tesla-Modell kommt über 600 Kilometer weit, während der Renault lediglich auf 80 Kilometer kommt. Somit kostet eine Tankladung für den Renault Twizzy zu Hause 1,68 Euro, für den Tesla 28 Euro. Andere Modelle liegen mit ihren Batterien und Reichweiten irgendwo dazwischen. Auf 100 Kilometer heruntergebrochen bedeutet dies, dass man mit dem kleinen Twizzy auf 100 Kilometer etwa 2,10 Euro verfährt, mit dem Tesla rund 4,60 Euro.

Vergleich zu Verbrennungsmotoren

Dabei ist der Twizzy so klein, dass er als Quad gemeldet werden kann. Ein vergleichbares Auto mit Verbrennungsmotor wäre maximal der Smart for Two. Dieser zieht rund 4,5 Liter pro 100 Kilometer bei der Stadt- und Landfahrt. Tankt man E10 für 1,30 Euro, macht das 5,85 Euro pro 100 Kilometer. Das andere Ende der Fahnenstange ist der Tesla. Ein vergleichbarer Sportwagen mit Verbrennungsmotor dürfte etwa der Porsche Panamera Turbo S sein, welcher durchschnittliche 12,9 Liter pro 100 Kilometer schluckt. Macht bei einer 1,30 Euro pro Liter kostenden E10-Tankfüllung immerhin 16,77 Euro auf 100 Kilometer, wobei fraglich ist, ob der Porsche-Fahrer unbedingt auf E10 setzt.

Elektroauto an Ladestationen betanken

Lädt man sein Elektroauto unterwegs an einer von über 4.000 Ladestationen auf, sehen die Kosten für die Tankladung schon wieder ganz anders aus. Teilweise sind die öffentlichen Ladestationen richtig teuer, andere wiederum sind kostenlos. So etwa entlang der A9 zwischen München und Leipzig – hier finden sich acht kostenlose Schnellladestationen. Auch Aldi Süd hat an 50 verschiedenen Filialen kostenlose Schnellladesäulen aufgestellt.

Teuer wird es häufig an Ladestationen, bei welchem man die Tankladung nicht nach bezogenem Strom, sondern nach Ladezeit bezahlt. Der BMW i3 benötigt beispielsweise etwa vier Stunden, um den Akku wieder voll zu laden. Erwischt man dabei eine Ladesäule, deren Abrechnung zeitbasiert ist, wird man teilweise bis zu 16 Euro los. Das ist deutlich teurer als die Hausstromladung und auch teurer als das Fahren mit Benzin oder Diesel. Denn mit der vollen Akku-Ladung des BMW i3 kommt man etwa 100 Kilometer weit. Der vergleichbare BMW Mini SD Diesel benötigt laut ADAC etwa 4,51 Euro auf 100 Kilometer.

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