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Extrakosten vermeiden: Kontowechsel einfach gemacht

Ein Kontowechsel ist gar nicht so kompliziert, vor allem nicht, seitdem Banken beim Umstieg auf ein anders Konto helfen müssen. Wie findet man das passende Konto zu den gewünschten Bedingungen und worauf sollte man unbedingt achten, um zusätzliche Kosten zu vermeiden?

TagesgeldBeim Kontowechsel müssen Banken seit September 2016 behilflich sein.© svort / Fotolia.com

Jeder hat es, aber so gut wie niemand nimmt seine Sparmöglichkeiten an: Das Girokonto. Seien es günstigere Dispozinsen oder weniger Kontoführungsgebühren – fast jeder kann zu einem günstigeren Konto bei einer anderen Bank wechseln, aber oft sind mit dem Kontowechsel Bedenken verbunden. Wir erklären, wie alles reibungslos abläuft.

Banken müssen den Wechsel unterstützen

Zuerst die gute Nachricht: Seit Ende September 2016 müssen die Banken durch ein neues Gesetz einen Kontowechsel unterstützen, indem sie beim Umzug von Daueraufträgen, Lastschriften und anderen Überweisungen helfen. Leider stellt das Gesetz den Banken aber frei, dafür Geld zu nehmen. Trotzdem lohnt es sich immer nachzufragen, denn viele Banken bieten diesen Service seit jeher kostenlos an.

Wer trotzdem noch misstrauisch ist, der kann natürlich den Kontowechsel auch selbst vollziehen. Mit ein wenig Organisation verliert auch der händische Kontowechsel seinen Schrecken.

Schritt 1 – Neues Konto

Am Anfang steht natürlich die Frage, wohin man umzieht. Es lohnt sich diverse Banken miteinander zu vergleichen. Wie teuer wird das Konto, wenn ich mal ins Minus rutsche? Bekomme ich kostenlos eine Bankkarte zum Bezahlen dazu, oder kostet diese? Wo kann ich kostenlos Geld abheben? Der Girokonto-Vergleich auf Tarife.de beantwortet die wichtigsten Fragen in der Übersicht.

Hat man sich für ein neues Girokonto entschieden, eröffnet man das Konto erst einmal und befüllt es ein wenig, damit es bei der späteren Umstellung der Daueraufträge keine Probleme gibt.

Schritt 2 – Wie fließt das Geld

Als nächstes überlegt man sich, wo die Geldeingänge und -Ausgänge des eigenen Kontos liegen. Das beginnt mit dem eigenen Gehalt, geht über Strom und Haus bis hin zum kleinen Luxus, sei es eine Lotterie oder ein Online-Abo. Wichtig ist, dass man bei dem Wechsel des Kontos keinen Teil übersieht. Daueraufträge lassen sich oft per Onlinebanking bequem und vollständig umziehen, aber das Sepa-Mandat für die Online-Apotheke, bei der man einmal im Jahr bestellt, geht schnell verloren.

An eben dieser Stelle ist die Bank seit dem 18. September verpflichtet dem Kunden zu helfen – so geht der Umzug von Daueraufträgen und Co. einfacher von der Hand. Man unterschreibt einfach bei der neuen Bank ein Ermächtigungsformular. Die alte Bank muss daraufhin alle Lastschriften und Daueraufträge der letzten 13 Monate an die neue Bank weiterleiten. Das Kontaktieren der betroffenen Stellen wie Arbeitgeber oder Telefonanbieter übernimmt dann die neue Bank, die sich auch mit speziellen Wechselformularen der einzelnen Mandatsinhaber rumschlagen muss. All das soll laut Gesetz in weniger als zwei Wochen über die Bühne gehen.

Schritt 3 – Abwarten

Hat man alle offensichtlichen Quellen und Senken des eigenen Geldes umgestellt, belässt man ein wenig Geld auf dem alten Konto, falls doch noch eine Abbuchung auftaucht. So lässt sich sicherstellen, dass, falls dieser Fall eintritt, noch genug Geld auf dem Konto ist, sodass man nicht ungewollt ins Minus rutscht und am Ende noch ungewollte Dispozinsen zahlen muss. Dann freut man sich über das eigene neue Konto und wartet gemütlich solange ab, bis man sich sicher ist, dass niemand mehr etwas vom alten Konto will.

Schritt 4 – Aufräumen

Als letzter Schritt bei einem Kontowechsel bleibt dann noch das Aufräumen: Man schließt das alte Konto, wobei alle Kontoinhaber anwesend sein müssen und entwertet die eigene Geldkarte, wofür die Bank in der Regel einen Nachweis haben will. Alternativ kann man die alte Karte auch einfach bei der alten Bank abgeben.

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Quelle: DPA

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