Lahmgelegt

Kälte-Winter macht viele Diesel fahruntauglich

Der Winter hat nochmal richtig zugeschlagen: Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius und darunter werden erreicht. Gerade Dieselmotoren haben bei den eisigen Temperaturen so ihre Probleme. Wer keine Garage hat, wird oft zum Fall für den ADAC. Doch kann man sein Auto vor dem Frost schützen?

Parkplatz© Tatty / Fotolia.com

München/Hamburg (dapd/red) - Der strenge Frost hat in diesem Winter vor allem im Süden und Osten Deutschlands hunderte Autos mit Dieselmotor lahmgelegt. Der Autoclub ADAC berichtete von zahlreichen Pannen, weil der Dieseltreibstoff bei den niedrigen Temperaturen nicht mehr richtig fließt. Vor allem in Vorpommern und anderen östlichen Regionen Deutschlands sowie in Wintersportgebieten komme es zu Problemen, teilte der Club mit. Doch woran liegt es, dass gerade die Diesel so schlecht mit der Kälte klarkommen?

Kraftstoff ist der Schwachpunkt

Normalerweise stellen die Minus-Temperaturen, die in Deutschland im Winter erreicht werden, kein Problem dar, denn der Gesetzgeber schreibt für Diesel eine Filtrierbarkeit bis minus 20 Grad vor, die die Ölkonzerne von November bis Ende Februar gewährleisten müssen. Die Konzerne selbst geben sogar an, dass ihre Dieselprodukte im Winter bis minus 22 Grad Celsius flüssig blieben. Doch in diesem Winter wurde es in einigen Teilen Deutschlands schon bis zu minus 35 Grad draußen. Bei diesen Temperaturen bilden sich Paraffin-Kristalle, die den Kraftstofffilter verstopfen können. Wer als Dieselfahrer keine Garage besitzt und daher auf der Straße parken muss, kann davon ausgehen, dass sein Auto am nächsten Morgen dann kaum noch anspringt oder nach kurzer Zeit den Geist aufgibt.

Was passiert, wenn der Diesel "einfriert"

Ist ein Kraftstoff-Filter erstmal verstopft, kann man das Auto nur noch abschleppen lassen. Das gesamte System muss dann so weit erwärmt werden, bis sich alle Kristalle, die sich im Diesel wegen der Kälte gebildet hatten, wieder auflösen. Dazu reicht es aber, das Auto entsprechend lange in eine beheizte Garage oder Werkstatt zu stellen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, das System mit stärkeren Wärmequellen zu erhitzen, denn das kann aufgrund der Entzündlichkeit von Kraftstoffen gefährlich werden. Nachdem sich der Diesel in einer Garage wieder soweit erwärmt hat, dass er keine Kristalle mehr enthält, muss in der Regel noch der Kraftstofffilter ausgetauscht werden, dann fährt das Auto wieder.

Kann man seinen Diesel gegen die Kälte schützen?

Vorbeugen kann man der Kältestarre des Diesels nur, wenn man über die Möglichkeit verfügt, das Fahrzeug in einer windgeschützten Garage unterzustellen. Helfen kann möglicherweise auch eine Standheizung. Einige wenige Tankstellen in Deutschland bieten eine Premiumvariante des Dieselkraftstoffs an, die bis minus 24 Grad Celsius fließt. Den sogenannten Polardiesel gibt es hierzulande aber leider nicht, dieser bleibt bis minus 40 Grad Celsius flüssig.

Was man heutzutage auf keinen Fall mehr tun sollte, ist dem Diesel ein paar Liter Benzin beizumischen, um den Kraftstoff so frostsicher zu machen. Das war zwar früher ein beliebter Trick, doch die neuen Dieselmotoren mit Common-Rail und Pumpe-Düse-Triebwerken vertragen eine Beimischung nicht. Wer es trotzdem macht, riskiert schwere Schäden am kompletten Einspritzsystem. Diese zu reparieren kostet meist wesentlich mehr Geld, als für ein paar Tage auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

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