VoIP-Konkurrenz

Jajah – VoIP für die Masse?

Internet-Telefonieren ist schon lange kein Randphänomen mehr und wird mit der Verbreitung der DSL-Zugänge immer beliebter. Dabei ist Skype sicherlich der Platzhirsch. Doch es gibt auch noch andere Anbieter. Zu den interessantesten gehört Jajah, dessen Angebot wir uns mal näher angeschaut haben.

Internettelefonie© japolia / Fotolia.com

Die Idee des internetgestützten Telefonierens via VoIP (Voice over IP) gibt es schon lange. Bereits 1995 brachte eine israelische Softwarefirma ein Programm für Windows auf den Markt, das Gespräche von PC zu PC ermöglichte. Die Qualität war jedoch schlecht und die Gesprächsteilnehmer konnten nur abwechselnd reden (Halfduplex).

Wenn man überhaupt von einer Massenkompatibilität sprechen kann, dann kam diese erst mit der Veröffentlichung von Skype auf. Erstmals erreichte die Qualität ein akzeptables Level – fast Festnetzniveau.

Die Fritzbox war der Anfang des Massenphänomens

Einige Provider versuchen seit geraumer Zeit mit DSL-Kombiangeboten bestehend aus Festnetz-Flatrate und einfach zu installierender Hardware (z.B. der Fritzbox) die Welt der klassischen Telefonie mit die der VoIP zu verschmelzen. Einfach das alte Telefon angestöpselt und normal weiter telefoniert. Es ist ein erster Schritt, bei der die IP-basierte Telefonie Einzug in unseren Kommunikationsalltag hält.

Der im kalifornischen Mountain View ansässige Softwareanbieter Jajah möchte mit seinem gleichnamigen Angebot die Einheit von Internet- und Festnetz-Telefonie noch weiter vorantreiben. Dabei soll der Dienst jedoch besser und revolutionärer sein als Skype. Zwar wird es Jajah schwer haben, die Popularität des VoIP-Überfliegers zu erreichen, trotzdem werden neue Wege eingeschlagen.

Der Service möchte die Internettelefonie von ihrem Image, dass sie nur schwer zu bedienen und daher nur etwas für Technikfreaks ist, befreien und für jeden nutzbar machen. Dazu ist es nicht mal notwendig, ein Softphone auf dem Rechner zu installieren. Man muss nur im Browser die eigene und die Zielrufnummer eingeben und Jajah verbindet beide Anschlüsse.

Der Vorteil liegt auf der Hand: es können komplett ohne Headset und Software günstige IP-vermittelte Gespräche geführt werden. Der Unterschied zum herkömmlichen Festnetz-Telefonat ist höchstens in einer leicht verminderten Sprachqualität bemerkbar, dafür sind die Gesprächsminuten um einiges günstiger. Um sich einen Eindruck von der Qualität des Dienstes zu machen, sind die ersten fünf Minuten kostenlos. Um ihn darüber hinaus zu nutzen, ist eine Registrierung notwendig.

Verschiedene Extensions

Um das Angebot auch mobil verfügbar zu machen, haben die Entwickler mit Jajah Mobile eine Software für Java-Handys veröffentlicht, mit der sich Gespräche auch unterwegs per Handy anstoßen lassen. Auch wird derzeit an der Integration in wichtige Programme gearbeitet. Mit dem Outlook Plugin lassen sich Telefonnummern aus dem Adressbuch direkt mit Jajah anrufen. Die Firefox Extension hebt Nummern auf Webseiten farblich hervor und löst per Mausklick auf einen Link den Anruf aus.

Es bleibt abzuwarten, ob Jajah seine hoch gesteckten Ziele erreichen kann und ein Skype-Killer wird. Das Konzept klingt jedoch schon vielversprechend und die Integration in beliebte Programme trägt sicherlich noch weiter zur Verbreitung bei. Aber die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht ...

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