Mit Sicherheitstipps

Interneteinwahl aus dem Ausland - wer bietet was?

Wer im Ausland unterwegs ist und von dort aus E-Mails abrufen oder ins Internet gehen will, hat mehrere Möglichkeiten, aber auch mehrere Probleme. Was die bekanntesten Provider ihren Kunden ermöglichen, können Sie hier lesen!

Urlaub© gpointstudio / Fotolia.com

Was brauche ich?

Wichtig ist in jedem Fall eine vernünftige Planung vor der Abreise. Einfach loszufahren und darauf zu hoffen, dass man schon irgendwie wird online gehen können, empfiehlt sich definitiv nicht. Auch in Internet-Cafés, die es ja um den ganzen Globus verstreut gibt, kommt man zwar ins Internet, aber damit nicht automatisch auch an seine Mails.

Man sollte sich vor der Abreise rechtzeitig überlegen, wie häufig und wozu das Internet beim Auslandsaufenthalt genutzt werden soll. Will man beispielsweise nur seine Mails abrufen oder ein paar E-Cards verschicken, ist das Prozedere relativ simpel und bedarf keiner großen Vorbereitung. Möchte man jedoch das gesamte Web nutzen und ist vielleicht länger in einem bestimmten Land unterwegs, muss man einige Vorbereitungen treffen, die sich von Provider zu Provider unterscheiden. Dies betrifft natürlich auch die Wahl des Urlaubsortes, denn die Zugangsmöglichkeiten und Kosten variieren je nach Reiseland.

Mails abrufen

Plant man einen durchschnittlichen Urlaub, der einen in Reichweite städtischer Gefilde bringt, ist sicher ein Internetcafé nicht weit. Hat man zudem lediglich vor, Mails oder E-Cards abzurufen beziehungsweise zu verschicken, ist der Zugang in der Regel recht unproblematisch. Man sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass man automatisch Mails unter seiner gewohnten Adresse abrufen kann, denn nur die großen Provider bieten die Möglichkeit eines Auslandszugangs an.

Die großen Mailprovider

Wer sich nur für den Mailzugang interessiert und eine Adresse bei einem der großen Mailprovider wie Web.de, GMX oder MSN (Hotmail) hat, kann sich getrost zurücklehnen. Zwar funktionieren manche Zusatzdienste wie Fax- oder SMS-Versand nicht weltweit oder sind mit Zusatzkosten verbunden, aber die Messaging-Grundfunktionen können orts- und providerunabhängig an jedem PC mit Internet-Zugang genutzt werden. Sprich, wer eine Mailadresse bei den genannten Providern hat, kann sich überall einloggen – aber eben nicht ins Internet, sondern nur in die Mailbox. Dazu müssen vor der Abreise auch keine weiteren Vorkehrungen getroffen werden, man loggt sich genauso ein wie zu Hause.

Somit sollten sich all jene, die ansonsten Mailzugänge anderer Provider nutzen (solcher, die nicht im Folgenden aufgeführt sind), überlegen, sich vor dem Urlaub eine kostenlose Mailadresse bei einem der genannten Messaging-Dienste zuzulegen. So ist man auch im Urlaub erreichbar, und die Mails der Accounts zu Hause können gegebenenfalls auf die neue "Urlaubsadresse" umgeleitet werden.

E-Mails abrufen und versenden - mehr aber auch nicht - kann man im Ausland auch über die Webmail-Zugänge von Providern wie Arcor oder freenet. Voraussetzung ist wie bei den anderen auch, man muss registrierter Kunde sein. Arcor bietet neben dem Mail-Abruf via Internet oder WAP sogar die Möglichkeit, sich seine Mails vorlesen und diese dann sprachlich bearbeiten zu lassen. Wie gesagt: Bis zu dieser Stelle ging es nur um den Abruf und das Versenden von Mails - wer mehr bietet, ist im nächsten Teil aufgelistet.

"Richtig" online gehen

Reicht das bloße Abrufen oder Verschicken von E-Mails jedoch nicht aus und man will "richtig" ins Internet, dann ist der Zugang abhängig vom Provider. Die "Großen" wie T-Online, AOL und 1&1 bieten einen Zugang ins Internet in vielen Regionen weltweit an. Dazu muss man aber einen Access-Tarif bei einem dieser Provider haben. Zur Einwahl im Ausland muss man sich aber vorher zu Hause einen Zugang einrichten beziehungsweise die entsprechenden Daten notieren.

Als AOL-Kunde beispielsweise kann man über "AOL Weltweit" in vielen Metropolen ins Internet, dazu muss man sich jedoch vor Abreise die Zugangsdaten für den jeweiligen Ort raussuchen. Ähnliches gilt für T-Online und 1&1, deren internationaler Zugang auch von zu Hause aus eingerichtet werden muss. Bei T-Online nennt sich die ensprechende Software "Internationaler Zugang", bei 1&1 heißt sie "GRIC Mobile Office".

Der Provider Tiscali bietet derzeit zwar lediglich einen Webmail-Zugang an (siehe erster Teil des Specials), plant jedoch schon wie die ganz Großen. In den nächsten Monaten soll allen registrierten Kunden in rund 120 Ländern die Einwahl ins Internet ermöglicht werden. Noch ist aber nur der reine Webmail-Zugang zum Abrufen und Verschicken der Mails geschaltet. Strato ermöglicht derzeit keine Einwahl vom Ausland aus, auch nicht über einen Webmail-Zugang.

Mobiler Zugang

Dank der Roamingabkommen der Länder kann man natürlich auch, wenn das Netz mitmacht, vielerorts mit Handy oder PDA mobil ins Internet. Das ist jedoch ein teurer Spaß und sollte nur in Ausnahmefällen genutzt werden. Per UMTS kann man derzeit nur über Vodafone ins Web. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die Einwahl in drahtlose Funknetze, die so genannten Wireless LANs.

Diese sind insbesondere an Knotenpunkten wie Bahnhöfen, Flughäfen oder großen Hotels verfügbar, setzen jedoch den vorherigen Kauf eines Vouchers möglichst bei einem im Zielgebiet gut vertretenen Anbieter voraus. Der spätere Kauf im Hotel kann das drahtlose Surfvergnügen erheblich verteuern.

Was kostet was?

Die Kosten für den Surfspaß im Ausland sind so unterschiedlich wie die Länder selbst und von verschiedenen Kriterien abhängig. Wie soeben erwähnt, ist die Art des Einwählens ein wesentlicher Faktor - die "normale" Online-Sitzung im Internet-Café ist unabhängig vom Aufenthaltsort um ein Vielfaches günstiger als eine Einwahl per Handy. Ebenso ist es erfahrungsgemäß unklug, sich auf einen eventuell vorhandenen Zugang im Hotel zu stürzen, ohne vorher die Preisstruktur erfragt zu haben.

Der zweite bedeutende Faktor ist das Land, welches man bereist. Da die Roamingabkommen mit den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich sind, differieren auch die Preise zum Teil erheblich. Faustregel: Am günstigsten ist Surfen innerhalb Europas sowie in den USA und in Kanada. Je weiter man sich von Deutschland entfernt, je exotischer das Reiseland, desto teurer sind in der Regel auch die Tarife - ähnlich wie bei einer Einwahl in die Fest- und Mobilfunknetze.

Drittens kommt es natürlich darauf an, über welchen Provider man online geht. Eine recht günstige Lösung für Schmalband-Nutzer bietet "AOL Weltweit", denn in den verfügbaren Regionen surft man ohne Extrakosten, es kommen keine lokalen Telefonkosten hinzu. Will man allerdings via DSL ins Netz, zahlt man 1,20 Euro pro Stunde obendrauf. T-Online nimmt für seinen "Internationalen Zugang" Preise zwischen 4 Cent und 32 Cent pro Minute, auch hier ist die DSL-oder WLAN-Einwahl teurer als die mit ISDN. Hinzu kommen zu diesen Gebühren noch die lokalen Telefonkosten vor Ort. Bei 1&1 zahlt man 16,2 Cent pro Minute plus den Minutenpreis im jeweiligen Land.

Die genannten Preise gelten jeweils für eine Festnetzeinwahl, mobile Einwahlen sind - wie bereits erwähnt - wesentlich teurer. Komplette Listen bekommt man in der Regel bei seinem Provider, manche bieten diese auch über ihre Webseiten an.

Einige Sicherheitstipps

Doch man sollte nicht nur an den Surfspaß denken. Es empfiehlt sich, die Reise-, Versicherungs- und Ausweisdokumente vor Reiseantritt zu scannen und die Dateien als E-Mail an sich selbst zu schicken. Falls die Unterlagen verlorengehen oder gestohlen werden, muss man die Kopien nur noch ausdrucken. Ebenso sollte man die Notrufnummer der Bank oder des Kreditkartenunternehmens dabeihaben, um gegebenenfalls das Konto sperren zu lassen.

Zum Login sollte man eine verschlüsselte Anbindung benutzen, so dass die Zugangsdaten beim Übertragen vor fremden Zugriffen geschützt sind. Die meisten E-Mail-Services bieten einen solchen Zugang an, üblicherweise SSL (Secure Socket Layer). Optisch ausgewiesen wird die sichere Leitung über ein kleines Schloss in der Browserleiste rechts unten. Das Postfach sollte man ausschließlich über die Log-Out-Taste schließen. Bleibt die ID offen, könnte der nächste Benutzer des PC etwa im Internetcafé auf die eigenen Mails zugreifen. Abschließend sollte man die "temporären Internetdateien" und den "Verlauf" löschen. Den Löschbefehl findet man im Browser unter "Extras/Internetoptionen".

Wer seinen Laptop mitnimmt, sollte an geladene Akkus denken. Nur so kann man beim einem Sicherheitscheck am Flughafen auf Anforderung das Gerät vorführen.

Was es noch zu beachten gilt

Zu guter Letzt sollte man sich vergewissern, ob man einen länderspezifischen Telefonstecker oder Adapter zum Surfen benötigt. Das ist nicht unüblich und kann auch in einem deutschen Nachbarland der Fall sein. Oftmals gibt es passende Adapter-Sets auch an Flughäfen, doch zu einem deutlich höheren Preis, versteht sich. Wenn man vorhat, längere Zeit in einem bestimmten Land zu verbringen, lohnt sich der Zugang über einen Provider vor Ort. Dazu sollte man allerdings der Landessprache oder zumindest des Englischen mächtig sein. Am besten fragt man in einem solchen Fall bei einem der großen deutschen Provider nach, die ja in vielen Ländern Dependancen oder gar ihre Mutterunternehmen haben.

Sind alle diese Fragen geklärt, steht einem Urlaub mit Mailabruf und Webzugang eigentlich nichts mehr im Wege. Es sei denn, man entscheidet sich doch noch, es einmal zwei oder drei Wochen "ohne" zu versuchen...!

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