Geldwert

Inflation - Der Tod jeder Geldanlage?

Eine Inflation hat Auswirkungen auf den Geldwert und das allgemeine Preisniveau und damit wirkt sie sich auch auf Geldanlagen aus. Aber nicht auf alle Anlageformen hat die Inflation dieselbe Wirkung. Aktien etwa gelten als inflationsresistent.

Geld ausgebenBei einer Inflation kann es passieren, dass sich die Geldanlage nicht mehr lohnt.© Peter Atkins / Fotolia.com

Was passiert bei der Inflation?

Bei einer hohen Inflationsrate findet eine Entwertung des Geldes statt. Dies kann zu extremen Situationen führen. So gab es in Deutschland schon Zeiten, in denen für ein Brot mehrere Millionen gezahlt werden mussten. Die Inflation stellt aber nur eine von vier Positionen dar, welche das Spannungsfeld abbilden, in dem sich eine Konjunktur bewegt. Es ist die Aufgabe der Zentralbankräte, in dem Viereck aus Inflation, Außenhandelsgleichgewicht, Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung den Mittelweg zu finden, um alle vier Faktoren in einem soliden Zustand zu halten. Für die Notenbanken ist es eine der Schlüsselaufgaben, die Inflation im Zaum zu halten und dafür alle notwendigen Schritte einzuleiten.

Der Zusammenhang von Inflation, Gehältern und Zinsen

Wenn man die Inflationsrate eines Landes kennt, kann diese zum Beispiel mit den Gehaltssteigerungen in bestimmten Branchen oder den Rentenerhöhungen verglichen werden. Wenn die Inflationsrate über den Gehaltssteigerungen liegt, haben die Arbeitnehmer in einem bestimmten Jahr trotz Gehaltssteigerungen quasi einen Verlust gemacht.

Ebenso ist es negativ, wenn die Inflationsrate über den Zinszahlungen für Geldanlagen liegt. Es lohnt sich dann für den Sparer eigentlich nicht, sein Geld anzulegen. Viele Anleger begehen den Fehler, dass sie sich nicht bewusst sind, dass die Inflation der Todfeind der Geldanlage ist. Bewegt sich der Zinssatz unterhalb der Inflationsrate, ist ein Vermögensaufbau unmöglich. Dazu kommt, dass auch das Guthaben faktisch immer weniger Wert wird. Zielsparen wird im Grunde genommen sinnlos.

Das Risiko bei der Altersvorsorge

Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass Sparer auch beim Aufbau ihrer Altersvorsorge die Inflation völlig außer Acht lassen. Wer heute eine Rentenversicherung abschließt, freut sich, dass er in 25 Jahren eine zusätzliche monatliche Rente von 1.000 Euro erhält. Fakt ist aber, dass die Kaufkraft bei einer Inflationsrate von nur 1,5 Prozent pro Jahr dann nur noch 689,21 beträgt, eine Einbuße von über 30 Prozent. Die Rentenlücke ist bei Weitem nicht geschlossen.

Die Alternativen: Aktien und Immobilien

Aktien gelten als Sachwerte und damit als inflationsresistent. Der Grund ist einfach. Steigen die Personalkosten oder die Zulieferer erhöhen die Preise, werden diese Kosten an den nächsten Abnehmer weitergegeben. Die Aktie selbst bleibt von der Preiserhöhung zunächst ausgenommen. Natürlich wirkt es sich auf den Kurs aus, wenn das Unternehmen Preiserhöhungen vornimmt, die dazu führen, dass die Produkte nicht mehr verkauft werden. Preissteigerungen im normalen Ausmaß belasten die Kurse der Aktiengesellschaften jedoch nicht.

Wer es sich leisten kann und möchte, bietet mit fremd vermieteten Immobilien dem Kaufkraftverlust Paroli. Indexierte Mieten bieten einen entsprechenden Inflationsausgleich. Dazu kommt, dass das zum Kauf aufgenommene Geld, der Kredit, ebenso wie eine Spareinlage noch an Wert verliert. Die Inflation wirkt sich bei langfristigen Finanzierungen positiv aus. Überträgt man den Kaufkraftverlust aus der oben erwähnten Rentenversicherung auf eine Hypothekenrate, so ist der tatsächliche Wert einer Rate, die bei Abschluss der Finanzierung 1.000 Euro Wert war, nach 25 Jahren nur noch 689 Euro wert, während das Einkommen bestenfalls gestiegen ist.

Zu geringe Inflation birgt ebenfalls Risiken

Die Inflation ist heute (Stand Juni 2014) so gering wie schon seit Jahren nicht mehr, in Südeuropa herrschen deflatorische Tendenzen. Diese gehen allerdings mit einer massiven Arbeitslosigkeit und einem kaum wahrnehmbaren Wirtschaftswachstum einher. Gelingt es, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, entstehen wieder Arbeitsplätze. Mit einer steigenden Zahl von Arbeitsplätzen steigt das für den Konsum zur Verfügung stehende Einkommen der Privathaushalte. Eine steigende Nachfrage führt wiederum zu steigenden Preisen – es herrscht Inflation. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass eine Inflationsrate von rund zwei Prozent ein Indikator für eine relativ gesunde Wirtschaft darstellt.

Wie kann ich die aktuelle Inflationsrate erfahren?

In Wirtschaftszeitungen spielt die Inflationsrate eine sehr wichtige Rolle. Dort können Sie sich auch über Prognosen für das nächste Jahr informieren. Ebenso ist es natürlich online möglich, viele Informationen über die aktuelle Inflationsrate zu erhalten.

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