Belastung vermeiden

Schutz vor Handystrahlung: Was man selbst tun kann

Was beim Thema Handy-Strahlung gern unter den Tisch fällt: Problematisch sind weniger die Mobilfunkmasten als vielmehr der Umgang jedes Einzelnen mit dem mobilen Liebling. Die Strahlung eines Handys hängt nämlich stark davon ab, wie man es nutzt.

Telefonat© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Linden (red) - Obwohl nach wie vor keine Beweise für eine tatsächlich gesundheitsschädliche Wirkung von Handys vorliegen, sind noch viele Verbraucher verunsichert. Die Mobiltelefonie, wie wir sie heute kennen, entstand erst zu Beginn der 1990er Jahre, weshalb signifikante Langzeitstudien bisher fehlen. Unumstritten ist dennoch, dass Mobiltelefone einen thermischen Effekt auf den Menschen haben.

Doch die Strahlung des mobilen Gefährten kann mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen reduziert werden, denn sie ist nicht immer gleich stark und hängt vor allem davon ab, wie das Handy genutzt wird. Das Problem sind also nicht unbedingt die UMTS-Masten der Netzbetreiber: Messungen ergaben bisher Belastungen deutlich unter den Grenzwerten.

Schlimmer als Handy-Strahlung: Schnurlostelefone

Sie werden beim Thema Strahlung gern vergessen, weil sich die Diskussion meist auf Handys beschränkt: In aller Regel geben Schnurlostelefone deutlich mehr Strahlung ab als Handys. Die Basisstation eines DECT-Telefons sendet den ganzen Tag lang, und es gibt keinen "Dimmer", der die Leistung zwischen Endgerät und Basisstation regelt - bei vielen Handys längst Standard. Die Konsequenz sollte also sein, sofern man auf ein schnurloses Telefon nicht verzichten will, dieses nicht im Schlaf- oder Kinderzimmer aufzustellen.

Die Handystrahlung wird im SAR-Wert bemessen

Beim Telefonieren bauen Handys ein elektromagnetisches Feld auf. Ein geringer Prozentsatz der davon ausgehenden Energie wird vom Körper aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Der Wärmeeffekt drückt sich beim Handy im SAR-Wert aus. SAR steht für spezifische Absorptionsrate. Die Kenngröße beschreibt, wie viel elektromagnetische Strahlung der Körper bei maximaler Sendeleistung des Handys absorbiert. Je geringer der SAR-Wert, desto geringer ist die Strahlungsbelastung. Die Strahlenschutzkommission hat in Deutschland einen Grenzwert von 2,0 Watt pro Kilogramm festgesetzt.

Gütesiegel für niedrige Strahlungswerte

Die derzeit auf dem Markt befindlichen Handys haben Strahlungswerte von 0,2 bis 1,7 Watt pro Kilogramm und liegen damit deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert. Ein Drittel erfüllt davon die Kriterien des "Blauen Engel", einem Gütesiegel für besonders umweltschonende Produkte, das einen Maximalwert von 0,6 Watt pro Kilogramm empfiehlt. Der SAR-Wert wird von allen Herstellern in einem europaweit standardisierten Messverfahren bei maximaler Sendeleistung des Geräts ermittelt. Im Alltag liegt der Strahlungswert aber deutlich unter dem angegeben Maximalwert, da Handys aus Stromspargründen von selbst die Sendeleistung herunterfahren.

Gift: Schlechter Empfang

Wer die Belastung durch elektromagnetische Felder beim Telefonieren mit dem Handy reduzieren möchte, sollte sich klarmachen, dass ein Handy dann besonders viel Strahlung abgibt, wenn es viel leisten muss. Das ist zum Beispiel bei schlechtem Empfang der Fall, weil sich das Handy dann andauernd bei der nächsten Basisstation anzumelden versucht. Das heißt, es sendet ohne Unterlass, was natürlich auch dem Akku zu schaffen macht. Sprich, man sollte bei schlechtem Empfang (das gilt auch für Auto- oder Zugfahrten) nur dann telefonieren, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

Öfter mal abschalten

Vergleichsweise viel Handy-Strahlung bekommt auch derjenige ab, der sein Telefon den ganzen Tag eingeschaltet am Körper trägt. Gerade, wenn man recht häufig seinen Standort wechselt, bucht sich das Handy immer wieder neu ein und sendet dementsprechend viel. Demgegenüber gibt ein Handy, das (fast) den ganzen Tag am gleichen Platz liegt und im Standby bleiben kann, deutlich weniger Strahlung ab. Auch stundenlange Gespräche bedeuten natürlich eine erhöhte Belastung, da das Handy permanent senden muss und sich zudem nah am Kopf befindet. So sollten vor allem Eltern beachten, dass ihre Zöglinge nicht ohne Ende drahtlos telefonieren – oder dabei ein Headset benutzen.

Mehr Infos

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hält diverse weitere Infos für interessierte Verbraucher bereit. So kann man auf den Seiten des BfS unter anderem auf eine Datenbank zugreifen, die die Strahlungswerte aktueller Handys auflistet. Außerdem sind einige Broschüren kostenlos herunterzuladen - allgemein gehaltene wie oder auch detaillierte Datenbanken, die sich mit Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf den Organismus und auf Implantate befassen.

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