Kleine Helfer

Mit den richtigen Apps zu besseren Handyfotos

Smartphones sind immer öfter auch als Ersatz für die Digitalkamera im Einsatz. Im Vergleich zu einer "richtigen" Kamera muss man aber gewisse Abstriche bei der Qualität machen. Die passenden Apps können jedoch auch einiges richten.

Foto-Handy© Pakhnyushchyy / Fotolia.com

Hannover (dapd/red) - Zumindest von der Auflösung her reichen die besser ausgestatteten Smartphones mit fünf und mehr Megapixeln schon an das heran, was noch vor wenigen Jahren üblicher Standard bei kleinen Kompaktkameras war. Und um die Ergebnisse zu verbessern, gibt es alleine im App Store aktuell über 4000 Programme.

Die Schwächen der Smartphone-Kameras

André Kramer von der Zeitschrift "c't" sieht die Flut der Apps in diesem Bereich skeptisch. "Es gibt auch viel Blödsinn da draußen." Dazu zählten beispielsweise Programme, die den im Smartphone nicht vorhandenen Blitz ersetzen sollen. "Flash" zum Beispiel, was nichts anderes macht, als die Schatten aufhellen. "Es gibt keine App, die eine Lampe ersetzen kann", sagt Kramer.

Die Schwäche der Fotohandys im Vergleich zu Digitalkameras ist das starke Bildrauschen. Verantwortlich dafür seien "gewisse physikalische Beschränkungen" wie etwa die kleine Linse, sagt Kramer. Bei guten Lichtverhältnissen könnten die Fotohandys mit Hilfe einiger Assistenten passable Ergebnisse liefern. "Das ist praktisch für den schnellen Schnappschuss zwischendurch, aber natürlich absolut kein Ersatz für eine Digitalkamera."

Aufnahmehilfen, Filter und Effekte

Zu diesen Tools gehören die kostenpflichtigen "Camera Genius", "ProCamera" oder die Gratisanwendung "Darkroom". Sie lösen erst dann aus, wenn der Nutzer das Fotohandy ganz ruhig hält. Teilweise bieten sie auch ein Raster, um schiefe Bilder von Bauwerken zu vermeiden.

Neben den Aufnahmehilfen gibt es sowohl für iPhones als auch für Android-Modelle eine unüberschaubare Zahl von Apps, die Filtereffekte imitieren. So bietet beispielsweise das kostenlose "Instagram" bis zu 15 verschiedene Verfremdungseffekte. Wie bei vielen anderen Tools kann der Nutzer die Bilder dann gleich ins Internet hochladen.

Die Kaufsoftware "Filterstorm" beinhaltet neben den Verfremdungen auch noch eine Bildbearbeitungssoftware zum Freistellen, Skalieren oder Drehen. Eine komplette Bildbearbeitung gibt es auch kostenlos und zwar vom Marktführer Adobe selbst. "Photoshop Express" ist sowohl für iPhone als auch Android-Smartphones verfügbar und ermöglicht Korrekturen bei der Belichtung, Sättigung oder das Umwandeln eines Bildes in schwarz-weiß.

"Hipstamatic" verleiht Schnappschüssen mit dem Fotohandy den Look der guten alten analogen Kamera. Zu der kostenpflichtigen Basisversion kann sich der Nutzer weitere Module herunterladen, die etwa bestimmte Filmtypen imitieren. Ganze Panoramen erstellen das kostenlose Microsoft-Tool "Photosynth" sowie die Kauf-App "Auto Stitch Panorama". Für interessante Miniatureffekte bietet sich der kostenpflichtige "TiltShift-Generator" an.

Kostenlose Foto Apps für Android

  • Little Photo erlaubt dem Nutzer ein Foto zu verfremden mittels diverser Filter wie etwa Alterung, Umwandlung in Zeichnung oder selektive Unschärfe.
  • FxCamera nimmt Fotos im Stil von Polaroid oder mit einem Fisheye-Objektiv auf. Anschließend lassen sich noch Farbverläufe oder das Seitenverhältnis ändern.
  • Mit PicSay lassen sich nicht nur die Farben eines Bildes verbessern, sondern auch Sprechblasen und andere grafische Elemente einbauen wie Cliparts.
  • Camera360 hat eine Menge Spezialeffekte an Bord, unter anderem HDR-Aufnahmen. Dabei werden Bilder mit unterschiedlicher Belichtung übereinandergelegt, was deutlich den Dynamikumfang erhöht.

Bei allen Helferlein sollten Nutzer nicht vergessen, dass sie mit dem Smartphone gewaltige Kompromisse in Sachen Qualität eingehen, sagt Kramer. "Es ist absolut kein Ersatz für eine vollwertige Kamera. Das eine sind Schnappschüsse, das andere ästhetisch gute Fotos."

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