Tarif-Typologie

Licht im Mobilfunk-Dschungel: Für wen sich welcher Tarif lohnt

Es gibt unzählige Handytarife mit unzähligen Optionen. Um sich nicht im Tarifdschungel zu verirren, bleiben viele Kunden bei ihrem bestehenden Tarif. Doch oft genug passt dieser einfach nicht, es gäbe viel sinnvollere Alternativen. Dieses Special zeigt Ihnen, wie Sie die verschiedenen Tarif-Typen voneinander unterscheiden.

Telefonieren© goodluz / Fotolia.com

Der erste Schritt: Brauche ich ein Handy oder nicht? In den meisten Fällen ist es günstiger, sich das Handy selbst zu kaufen, falls man ein neues haben möchte, und sich einen günstigen Tarif dazu auszusuchen. Die fertigen Angebote der Netzbetreiber und Provider ("Bundles") sind oft deutlich unattraktiver als jene, die der Markt bei genauerer Durchsicht sonst noch hergibt. Beachten sollte man auch, dass manche Handys nur deshalb so günstig sind, weil man sie nur mit der eigenen Handykarte benutzen darf (SIM-Lock).

Die Kardinalfrage: Mit oder ohne Handy?

Wenn man nicht dringend ein neues Handy braucht, ist ein Vertragstarif mit festen Bestandteilen wie einer Grundgebühr sinnlos. Viele Nutzer denken immer noch, nach zwei Jahren hätte man quasi ein Anrecht auf ein neues Handy - doch dieses wird mit höheren Minutenpreisen oft teuer erkauft. Ausnahme: Bei hochwertigen Handys kann sich ein Vertragsabschluss durchaus lohnen. Doch vorher sollte man immer auf den gängigen Verkaufsportalen nachschauen, wie teuer das Wunschhandy dort ist. Oft setzen die Mobilfunker nämlich deutlich höhere Neupreise an.

Vertragstarife mit Grundgebühr

Bei diesem Tariftypus ist in vielen Fällen Vorsicht geboten. Viele der herkömmlichen Vertragstarife haben hohe Minutenpreise in andere Handynetze oder hohe Minutenpreise außerhalb von Inklusivpaketen. Auch bei Tarifen mit solchen Minutenpaketen ist genaues Nachrechnen gefragt, denn kaum jemand nutzt die Minutenpakete exakt aus - und selbst dann lohnen sich manche nicht.

Vertragstarife mit Mindestumsatz

Wenn man weiß, dass man den Mindestumsatz wirklich immer abtelefoniert oder -smst, sind solche Tarife eine gute Alternative, wenn es denn ein Angebot mit Vertrag und Subventionshandy sein soll. Man sollte aber darauf achten, dass der Mindestumsatz für mehrere Netze gilt und nicht nur netzintern oder ins Festnetz verbraucht werden darf.

Vertragstarife mit Flatrates

Bei Flatrates sollte man immer bedenken, dass nur Telefonate (und gegebenenfalls SMS) ins eigene Netz und ins deutsche Festnetz abgedeckt sind. Alles andere geht also extra. Entscheidend ist das eigene Telefonverhalten. Wer seinen Festnetzanschluss aufgeben will, sollte in jedem Fall eine Handy-Flatrate mit Festnetznummer wählen, so dass man auch günstig angerufen werden kann. Für Wenigtelefonierer sind solche Angebote nicht geeignet.

Tarife ohne Handy

Hier ist die Bandbreite groß: Man kann wählen zwischen Guthabenkarten vom Discounter, verschiedenen Prepaidkarten der Netzbetreiber und auch "normalen" Vertragstarifen, die deutlich günstigere Fixkosten haben als die Versionen mit Handy - eben, weil das Gerät nicht bezahlt werden muss.

Vor- und Nachteile der Discounter

Eine SIM-Karte vom Discounter eignet sich für viele Bedürfnisse, aber nicht für alle. Vielfach haben Kundenportale wie Tarife.de ausgerechnet, dass auch Vieltelefonierer mit einer solchen Karte manchmal günstiger wegkommen als mit Flats oder speziellen Geschäftstarifen. Das gilt aber nur für die reine Telefonie im Inland sowie für SMS, dann fährt man meist mit einer Discounter-Karte am besten. Im Ausland sind die Discounter-Gesprächspreise allerdings oft exorbitant hoch. Das gilt auch für Datentarife (im In- und Ausland). Für den reinen Businessbereich eignen sich die Discounter-Karten also nicht.

Inzwischen haben auch die Netzbetreiber teilweise günstige SIM-only-Angebote. So lohnen sich die Karten T-Mobile XtraClick und Vodafone CallYa Compact je nach eigenem Telefonierverhalten manchmal eher als eine Karte vom Discounter. Wer eine Flatrate sucht und kein Handy braucht, kann mit Genion Card M bei o2 für zehn Euro eine bundesweit gültige Flatrate bekommen.

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