Rechenexempel

Ein Handy mieten: Macht das Sinn?

E-Plus verkauft immer mehr Handys als Mietgeräte. Anders als früher bei den Subventionshandys gehört einem das Gerät nicht, sondern man mietet alle zwei Jahre ein neues - ähnlich wie auf dem Automarkt. Doch wie schneidet der Kunde dabei ab? Wir haben nachgerechnet!

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Folgende Rahmenbedingungen gelten, wenn man ein Handy bei E-Plus mietet: Es ist gegen Wasser-, Sturz- oder Akku-Schäden versichert, nicht jedoch gegen Diebstahl. Wenn das Handy verloren geht, auf welche Weise auch immer, hat der Kunde nichts in der Hand. Jedes Handy hat immer den gleichen Mietpreis, unabhängig vom gewählten Tarif. Viele Geräte sind ohnehin nur noch als Mietversion zu haben, manche bekommt man auch noch als Subventionshandys, die einem nach Vertragsablauf gehören. Wir haben nachgerechnet, welche Lösung für den Kunden die beste ist.

Beispiel HTC Touch Diamond

Das schicke und vergleichsweise teure HTC Touch Diamond kostet knapp 500 Euro ohne Vertrag, wenn man es bar kauft. Bei E-Plus ist die Barkauf-Variante die ungünstigste, was auf den ersten Blick verwundert. Doch man muss bedenken, dass die Handy-Barpeise auf den Netzbetreiber-Seiten oft deutlich höher sind als bei einem unabhängigen Online-Shop. Wählt man eine Subventionsvariante bei E-Plus, entweder durch Zahlung von fünf oder zehn Euro pro Monat zuzüglich einer Einmalgebühr, kommt man auf Kosten zwischen 500 und 510 Euro. Im Falle des teuren Handys ist also die Subventionierung kaum teurer als ein Neukauf des Geräts - die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Bei Vergleichsrechnungen zeigt sich immer wieder, dass sich Subventionshandys meist nur dann lohnen, wenn das gewünschte Gerät besonders hochpreisig ist. Als Mietversion bietet E-Plus das Touch Diamond gar nicht an.

Beispiel Nokia 6300

Schaut man sich günstigere Handys bei E-Plus an, drängt sich ein Vergleich mit Leasing-Autos geradezu auf: Es zeigt sich, dass ähnlich wie beim "Kauf" eines Leasing-Fahrzeugs, der sich in aller Regel nur für Businesskunden und bei hochpreisigen Autos lohnt, auch bei den Miethandys fast immer Privatkunden draufzahlen, die sich für ganz durchschnittliche Handys entscheiden. Sucht man sich bei E-Plus zum Beispiel ein schon etwas älteres Nokia 6300 aus, so kostet dies fünf Euro Miete pro Monat, also 120 Euro in den 24 Monaten Laufzeit. Ebenfalls rund 120 Euro zahlt man für das 6300, wenn man es in einem Online-Shop bar kauft. Die Miete über 24 Monate gerechnet ist also ungefähr so hoch wie der Barpreis des Handys - doch im ersten Fall gehört das Handy weiterhin E-Plus, im zweiten Fall ist es das Eigentum des Käufers.

Beispiel Sony Ericsson W980

Das SE W980 kostet neu rund 380 Euro. Erwirbt man es als Subventionshandy bei E-Plus, zahlt man monatlich zehn Euro plus 169,99 Euro Zuzahlung, also 410 Euro. Mietet man das W980 bei E-Plus, zahlt man monatlich 13 Euro. Das sind 312 Euro, was merklich günstiger ist als der Neupreis. In diesem Fall würde der Kunde also mit der Mietversion nicht draufzahlen.

Subventionshandys sind oft noch teurer

Auf Wunsch bietet E-Plus seinen Kunden auch an, das Miethandy zu kaufen. Danach muss man laut Auskunft der Pressestelle jedoch explizit fragen, eine "allgemeine Aktion" sei dies nicht, hieß es. Wer das Miethandy behalten will, zahlt drei Monatsmieten dafür, mindestens aber 20 Euro. Ein solcher "Mietkauf" wäre also teurer als der Barpreis. Das Nokia 6300 als Subventionshandy zu kaufen, wäre aber noch erheblich teurer: Dann fielen 249,99 Euro an, also mehr als das Doppelte des Barpreises.

Fazit: Bargeld lacht

Wie unsere Beispielrechnungen zeigen, ist es in den meisten Fällen günstiger oder gleich günstig, das gewünschte Gerät bar zu kaufen und auf einen Schlag zu bezahlen. Nicht eingerechnet wurden hierbei die Mehrkosten für einen Vertragstarif, die im Vergleich zu billigen Discounttarifen über 24 Monate dreistellig sein können. Ein Miethandy lohnt sich allerdings in einigen Fällen noch eher als ein von E-Plus subventioniertes Gerät - offenbar will sich der Netzbetreiber davon am liebsten völlig verabschieden. Wer es scheut, die gesamte Summe für ein Handy bar auf den Tisch zu legen, sollte also genau nachrechnen, wie teuer die von E-Plus finanzierte Lösung wäre. Wie in anderen Lebensbereichen gilt auch auf dem Handymarkt: Wer dem Kunden etwas finanziert, möchte einen Gegenwert dafür sehen.

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