Status quo

Handy-Fernsehen: Was geht?

Ballack am Badesee - das klingt gut, ist aber nur eingeschränkt möglich. Wer mit dem Handy fernsehen will, darf nicht zu abgelegen wohnen, braucht ein passendes Endgerät - und sollte darauf hoffen, dass Verlängerung und Elfmeterschießen ausfallen.

Smartphone© Igor Mojzes / Fotolia.com

Eigentlich sollte das Handy-Fernsehen schon zur Fußball-WM vor zwei Jahren gestartet werden können, doch mehr als ein Mini-Start in wenigen Städten war damals nicht drin. Das sieht heute, zwei Jahre später, nicht viel anders aus. Die Branche schiebt die Verzögerung auf Widerstände bei den Öffentlich-Rechtlichen und auf die "heterogene Genehmigungsstruktur" in Deutschland. Wie auch immer: Wer mit dem Handy fernsehen will, ist hierzulande äußerst eingeschränkt. In Österreich hingegen, in Sachen Mobilfunk schon immer ein innovatives Pflaster, läuft Handy-TV bereits.

DVB-H fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Es gibt zwei Standards, über die mobiles Fernsehen in Deutschland übertragen werden kann: DVB-T und DVB-H. Eigentlich sollte DVB-H der Standard werden, schließlich ist die Technik im Gegensatz zum Überallfernsehen DVB-T ganz auf mobile Übertragung eingerichtet. Doch derzeit gibt es weder Tarife noch Handys, um DVB-H zu nutzen. Der gerade angelaufene Testbetrieb in Frankfurt, Hamburg, Hannover und München findet also quasi im Verborgenen statt.

Großes Problem: der Akku

Mit dem so genannten Überallfernsehen via DVB-T sieht es da schon anders aus. Mittlerweile sind einige Geräte verfügbar, die den Empfang ermöglichen, zum Beispiel das LG-Handy HB620T. Das digitale Antennenfernsehen ist schon recht weit verbreitet, es besteht also eine gewisse Chance, mit Ballack und Co. auf der Baggersee-Liegewiese mitzufiebern. Allerdings: Der Akku ist nach rund zwei Stunden leer - das gilt für fast alle Geräte, mit denen mobil Fernsehen empfangen werden kann, auch für so genannte Portables (Mini-Fernseher). Geht ein Spiel in die Verlängerung, bleibt der Bildschirm schwarz.

Nicht empfehlenswert ist eine Übertragung via UMTS. Zwar ist dieser Standard gut zu empfangen, doch die Bildqualität lässt zu wünschen übrig - insbesondere dann, wenn in einer Funkzelle mehrere User fernsehen. Zudem fallen Kosten für die Datenübertragung an.

Tipp: Notebook plus Adapter und DVB-T

Wer kein Handy, sondern ein Notebook nutzt, ist im Schnitt besser dran: In den DVB-T-Regionen kann auch das Notebook zum mobilen Fernseher umfunktioniert werden. Ab rund 30 Euro gibt es dazu DVB-T-Empfänger-Sticks, die den Empfang in vielen Ballungsgebieten ermöglichen. DVB-T ist grundsätzlich kostenlos zu nutzen, man muss also nur den Adapter kaufen.

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