Unverzichtbar

Diese Leistungen sollte eine gute Haftpflichtversicherung enthalten

Wer mit dem Fahrrad gegen ein Auto fährt, im Geschäft die teure Porzellanvase runterwirft oder im schlimmsten Fall an der körperlichen Versehrtheit eines Mitmenschen Schuld trägt, der kann schnell in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Denn in Deutschland gilt: Jeder haftet lebenslänglich mit seinem Vermögen für alle Schäden, die er anrichtet.

Haftpflicht© Erwin Wodicka / Fotolia.com

Elmshorn (dapd/red) – Daher sollte eigentlich jeder Verbraucher eine private Haftpflichtversicherung haben. Doch noch immer verzichten viele Deutsche auf den Versicherungsschutz. Als Grund nennen die meisten die Kosten, die durch die monatlichen Beiträge entstehen, doch eine Privathaftpflicht muss nicht teuer sein: Alleistehende können sich schon für 60 Euro im Jahr versichern, Familien müssen kaum mehr als 100 Euro ausgeben. Wichtig sind die Versicherungsbedingungen. Das fängt bei der Versicherungssumme an: Nur wenn die großzügig bemessen ist, ist der Versicherungsschutz wirklich gut. Weniger als drei Millionen Euro für Sach- und Personenschäden sollte die Versicherungssumme nicht betragen.

Schäden mit zeitlicher Verzögerung müssen extra versichert werden

Wichtig ist aber auch, wann vom Versicherungsfall ausgegangen werden kann. Beispiele für einen häufigen Streitpunkt sind die sogenannten Allmählichkeitsschäden. Von denen spricht man, wenn ein Schaden erst mit zeitlicher Verzögerung auftritt - das kann der Fall sein, wenn der Versicherte, ohne es zu merken, ein Wasserrohr angebohrt hat und über Wochen Wasser in die Wand läuft. Ein solcher Schaden würde nur dann reguliert werden, wenn sogenannte Allmählichkeitsschäden abgedeckt sind. Ebenfalls eine wichtige Klausel: Der Versicherungsschutz beim Hüten fremder Hunde. Denn wer einen Hund in seine Obhut nimmt, übernimmt auch die Haftung. Beißt der Hund dann jemanden, müsste der Schaden ohne entsprechende Klausel bei der eigenen Haftpflichtversicherung vom Hundehüter selbst getragen werden.

Mietsachschäden können teuer werden

Mieter sollten bei der Privathaftpflicht auch darauf achten, dass sie gegen Mietsachschäden geschützt sind. Das bedeutet: Tritt in der Miet- oder Ferienwohnung ein Schaden auf, reguliert die Haftpflichtversicherung den mit dem Vermieter und der Mieter muss nicht selbst dafür geradestehen. Versicherungsschutz sollte zudem für Abwasserschäden gewährt werden. Denn ein Abflussrohr der eigenen Wohnung kann schnell verstopfen und das rücklaufende Wasser einen erheblichen Schaden anrichten. Ohne entsprechende Absicherung über die private Haftpflichtversicherung für das häusliche Abwasser müssen Mieter auch in diesem Fall den Schaden selbst tragen.

Auch den Forderungsausfall kann man mitversichern

Die Forderungsausfallversicherung ist ein wichtiger Bestandteil einer guten privaten Haftpflichtpolice. Sie ist dann wichtig, wenn jemand einem anderen einen Schaden zufügt und der Schädiger selbst nicht versichert ist. Denn lassen sich gegen den Schädiger keine Ansprüche realisieren, springt die Forderungsausfall-Police ein und übernimmt den Schaden des Versicherten. Ganz wichtig: Der Versicherte muss selbst alle rechtlichen Möglichkeiten zur Durchsetzung seiner Ansprüche ausgeschöpft haben, bevor die Versicherung einspringt.

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