Beta-Version

Google Talk: Noch kein großer Messenger-Wurf

Alles, was aus dem Google Valley kommt, erfährt ungeteilte Aufmerksamkeit - so auch der Launch des Instant-Messenger-Dienstes Google Talk. Dieser steht jetzt in der Beta-Version bereit; doch nutzen kann man ihn nur, wenn man explizit dazu eingeladen wird.

Google

Am 24. August bestätigten sich die schon länger kursierenden Gerüchte, dass der Suchmaschinenbetreiber Google einen eigenen Instant-Messaging-Dienst anbietet. Damit wildert Google nach dem Start der Satelliten-Software Google Earth erneut auf bislang fremdem Terrain und versucht sich auch außerhalb der Suchmaschinen- und Nachrichten-Tools einen Namen zu machen. Der Suchmaschinen-Primus ist also immer mehr auf dem Weg zu einem allumfassenden Internet-Portal.

Kein Kontakt mit den anderen großen Messengern möglich

Mit Google Earth ist es den Kaliforniern zweifellos gelungen, sich gegenüber Konkurrenten wie Microsoft gut zu platzieren, doch der jetzt in der Beta-Version gestartete Messenger-Dienst Google Talk wartet noch mit einigen Kinderkrankheiten auf. Zwar bietet der Client auch die Möglichkeit zu (kostenlosen) VoIP-Telefonaten über Headset, doch diese sind nur mit anderen Google-Talk-Nutzern möglich. Später soll auch das SIP-Protokoll unterstützt werden, heißt es, die Kommunikation in die Netze anderer Provider soll also möglich werden. Derzeit kann man als Nutzer von Google Talk weder zu den Messenger-Diensten von MSN noch von AOL, Yahoo! oder anderen großen Anbietern Kontakte aufnehmen.

Neben dem eigenen Client unterstützt Google Talk nur solche Messenger, die auch auf dem offenen Jabber-Protokoll basieren, also zum Beispiel Gaim oder Trillian Pro. Mit der kostenfreien Version von Trillian Basic gibt es keine Verbindung über Google Talk. Nur auf Jabber-Basis sind überhaupt Audio- und Video-Chats mit Nutzern anderer Clients möglich. In der jetzigen Version ist Google Talk also nur im Rahmen der üblichen Grundfunktionen eines Messaging-Dienstes nutzbar.

Den Windows-Client für Google Talk kann man auf Englisch kostenlos herunterladen. Das Programm ist 900 KB groß und setzt Windows XP oder 2000 voraus. Eine Übersicht und Einführung zu Google Talk gibt ein FAQ-Dokument.

Ein Gmail-Konto ist die erste Voraussetzung...

Die große Einschränkung: Um Google Talk nutzen zu können, muss man einen Gmail-Zugang haben, der sich in Deutschland Google Mail nennt. Google Talk ist somit in der derzeitigen Version eine Unterfunktion von Gmail. Wer kein Gmail-Konto hat (für das im Übrigen keine Kosten anfallen), kann auch den Messaging-Dienst nicht nutzen, denn nach dem Download wird man direkt nach seinen Gmail-Benutzerdaten gefragt. Google Talk ist für die vollständige Anwendung nur auf Windows-Rechnern einsetzbar, Versionen für Linux und Mac OS X sollen in Vorbereitung sein. Um die VoIP-Funktionen nutzen zu können, ist zusätzlich Googles Client-Software notwendig. Damit können dann Google-Talk-Nutzer untereinander kostenlos übers Internet telefonieren.

Wenn man sich als Gmail-Nutzer für Google Talk anmeldet, werden die Mailkontakte automatisch in den Messaging-Dienst übertragen. Andere Features über Text- und Voice-Messages hinaus bietet Google bislang mit der neuen Software nicht an. Es ist beispielsweise auch nicht möglich, mehrere Gespräche gleichzeitig zu führen, ankommende Anrufe landen in der Warteschleife. Auch gibt es derzeit noch keine Verbindungen zu anderen Google-Diensten wie der Suchmaschine oder den anderen kontextbezogenen Services. In den USA gegen Beobachter davon aus, dass Verbindungen zu anderen Google-Angeboten und zu AdSense- oder AdWord-Diensten in der endgültigen Version noch implementiert werden.

... die Einladung eines anderen Gmailers die zweite

Da sich der Client noch im Beta-Test befindet, kann man das Programm derzeit nur auf Einladung nutzen. Das heißt, nur Gmail-Nutzer können andere noch nicht registrierte User dazu einladen, Google Talk zu nutzen. Wann sich dieses Procedere ändern könnte, sprich, wann die Version die Testphase abgeschlossen haben wird, ist noch nicht bekannt. In den USA läuft die Anmeldung übrigens unkomplizierter: Dort kann man sich auch für Gmail registrieren, ohne von einem anderen Nutzer dazu eingeladen worden zu sein.

Wie es mit dem Dienst weitergehen soll, haben die Kalifornier noch nicht verlauten lassen. Da Google im Gegensatz zu Konkurrenten wie AOL, Yahoo! oder MSN auf einen offenen Standard setzt, wäre eine Anbindung anderer Dienste beziehungsweise Anbieter an die Google-Plattform möglich – was natürlich seitens Google ausdrücklich gewünscht wird.

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