Highspeed

Glasfaser-Ausbau: Wohin das richtig schnelle Internet kommt

Die ersten Anschlüsse für die Multimedia-Anwendungen der Zukunft sind schon verlegt, und gerade die alternativen Anbieter treiben den Glasfaser-Ausbau richtig voran. In einigen Städten ermöglicht die Rundum-Vernetzung einen Speed von bis zu 100 Mbit/s.

Glasfaserleitungen© Deutsche Telekom AG

Beim bekannten ADSL-Standard, den mit Abstand die meisten deutschen Breitbandsurfer nutzen, kann man in Deutschland schon länger zwischen mehreren alternativen Anbietern wählen - vorausgesetzt, man wohnt in einer entsprechend erschlossenen Region. Schon bald soll das auch für die superschnellen Glasfaser-Anschlüsse mit zwei- bis dreistelligen DSL-Bandbreiten gelten, denn in Deutschlands Städten wird wieder gebuddelt.

Drei Städte sind Vorreiter

Richtig rund geht es in Hamburg, München und Köln, lässt man einmal die Aktivitäten des Marktführers Deutsche Telekom außen vor. In den drei genannten Städten werkeln HanseNet, besser bekannt durch seine DSL-Marke Alice, sowie M-net und NetCologne an eigenen Glasfaserprojekten. Einige Straßenzüge sind schon erschlossen, dort können die Kunden auf Highspeed-Internet mit bis zu 100 Mbit/s zugreifen.

Die Preise liegen kaum höher als die derzeit für 16 Mbit/s geltenden. In den 100-Mbit/s-Stadtteilen, deren Verbreitung in den einzelnen Städten je nach Anbieter unterschiedlich sein wird, müssen stets die Hauseigentümer zustimmen, ob sie entsprechend versorgt werden wollen. Das letzte Wort haben dann die einzelnen Mieter, wie bei sonstigen Internetanschlüssen auch.

Warum die Anbieter das Graben auf sich nehmen

Dass sich die Anbieter so richtig in die Vollen stürzen, hat einen Grund: Für die so genannte "letzte Meile", also den direkten Hausanschluss zum Kunden, müssen alternative Anbieter normalerweise Kapazitäten von der Telekom mieten - und dafür zahlen sie viel Geld. So viel, dass sich das Buddeln lohnen wird, so hoffen jedenfalls die Anbieter. Nach oben ist prinzipiell noch viel Luft: Wenn man die Hausanschlüsse nicht nur bis in den Keller, sondern bis in jede einzelne Wohnung legen würde, soll sogar ein Speed von bis zu 1000 Mbit/s drin sein.

Worauf die Telekom setzt

Die Strategie der Telekom ist ein bisschen anders als die der Alternativanbieter. Zwar setzt man auch beim Ex-Monopolisten für das eigene VDSL-Netz auf Glasfaser, doch die Telekom verlegt die Leitungen nicht bis in die Häuser, sondern nur bis zu Verteilerkästen. Von dort aus geht es mit Kupferkabeln weiter; entsprechend sinkt die Geschwindigkeit massiv, wenn man weit vom Verteiler entfernt wohnt. Doch es müssen keine Gehsteige aufgegraben werden, und außerdem geht die Versorung erheblich schneller voran, als wenn das Glasfaser-Internet bis in den Keller verlegt würde. In ihren VDSL-Städten, das sind derzeit knapp 30, bietet die Telekom einen Speed von bis zu 50 Mbit/s an. Bis Ende 2008 sollen weitere 10-15 Städte hinzu kommen.

Technik für die Zukunft

Und wofür brauchen wir die Highspeed-Technik? Zwar reicht derzeit der ADSL2+-Standard mit seinen 16 Mbit/s selbst für Internetfernsehen und den Download von Filmen aus, doch in Zukunft wird eine weiter gehende Vernetzung und eine Optimierung der Technik höhere Bandbreiten erfordern. Das gilt vor allem dann, wenn von mehreren Rechnern aus gleichzeitig auf bewegte Bilder zugegriffen wird. Außerdem fressen Standards wie HDTV viel Speed.

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