Grenzen setzen

Was man bei der Kontoüberziehung beachten sollte

Die Überziehung des Bankkontos ist verführerisch, weil es so einfach geht. Doch viele Verbraucher vergessen, dass sie damit einen Kredit mit saftigen Zinsen in Anspruch nehmen. Wir geben Tipps, welche Alternativen zum Dispokredit es gibt und wie man Grenzen setzen sollte.

Geld© svort / Fotolia.com

Frankfurt/Main (AFP/red) - Überziehen Verbraucher ihr Girokonto, verlangen Banken und Sparkassen teils sehr hohe Dispo- und Überziehungszinsen. Nicht selten werden zweistellige Prozentbeträge fällig. Finanzexperten und Verbraucherschützer raten Bankkunden deshalb, sich gut über die Gebühren zu informieren.

Was sind Dispo- und Überziehungszinsen?

Dispo- und Überziehungszinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, es aber weiter belastet wird und ins Minus rutscht. Zunächst gibt die Bank einen Dispositionskredit - kurz: Dispokredit oder Dispo. Er ermöglicht eine begrenzte Überziehung. Limit sind oft zwei oder drei Monatsgehälter. Für Überziehungen in diesem Rahmen gilt der Dispozins. Wird das Konto über diesen Rahmen hinaus überzogen, fallen Überziehungszinsen an. Diese sind oft mehrere Prozentpunkte höher.

Wo erfahren Bankkunden, wie hoch ihre Dispozinsen sind?

Banken informieren darüber mit Aushängen in ihren Filialen oder auf ihren Internetseiten. Auch die Berater erteilen Auskunft. Eine weitere Informationsquelle ist der Kontoauszug, wenn fällige Zinsen abgerechnet werden, etwa zum Ende eines Quartals. Dann müssen die Konditionen auf den Kontoauszügen abgedruckt werden. Um die Dispozinsen verschiedener Institute zu vergleichen, kann man schnell im Internet recherchieren. Die Zinsen werden auch bei unserem Girokonto-Vergleich angezeigt.

Was sind die Vor- und Nachteile von Dispokrediten?

Vorteil ist, dass eingeräumte Dispokredite nicht erst beantragt werden müssen, sondern sofort verfügbar sind. Die Zinszahlungen verringern sich zudem mit jedem Zahlungseingang auf dem Girokonto; es gibt keine festen monatlichen Raten zur Rückzahlung. Nachteil ist die Zinshöhe, die oft im zweistelligen Bereich liegt. Außerdem können Banken Dispokredite kurzfristig kündigen und zurückfordern, etwa wenn sie Zweifel an der Zahlungsfähigkeit eines Kunden bekommen.

Wie können Bankkunden hohe Dispozinsen umgehen?

Verbraucher können mit ihrem Institut vereinbaren, dass ein Konto nicht überzogen werden darf. Finanzexperten raten aber dazu, zumindest einen Dispo-Rahmen von 500 Euro zu belassen. So ist es möglich, dass regelmäßig fällige Beträge wie etwa Telefonrechnungen auch etwa während einer Urlaubsreise abgebucht werden können. Dadurch lassen sich unter Umständen teure Mahngebühren sparen, welche die Kosten für Dispozinsen übersteigen können. Bankkunden können daneben mit ihren Instituten auch über die Höhe der Dispozinsen verhandeln.

Gibt es Alternativen zum Dispokredit?

Bei größeren Ausgaben raten Verbraucherschützer davon ab, das Girokonto dauerhaft zu überziehen. Sie empfehlen einen Raten- oder Abrufkredit mit niedrigeren Zinsen. Ratenkredite sind Darlehen über eine bestimmte Summe und einen bestimmten Zinssatz, die in einem festen Zeitraum zurückgezahlt werden. Abrufkredite funktionieren ähnlich wie Dispokredite mit einem Kreditrahmen, jedoch muss meist monatlich ein bestimmter Betrag zurückgezahlt werden.

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