Kaufen oder bauen

So finanziert man den Traum vom Eigenheim

Vor dem Kauf oder Bau eines Eigenheims steht in aller Regel erst einmal die Finanzierungsfrage. Schon dabei kann der Traum von eigenen Heim schnell zum Albtraum werden. Die Risiken der Baufinanzierung lassen sich aber minimieren - wie, das lesen Sie hier.

Eigenheim© Alexander Raths / Fotolia.com

Linden (red) – Wer ein Haus bauen will oder ein eigene Immobilie erwerben möchte, der sollte immer im Hinterkopf haben, dass er dabei eine Verpflichtung für eine längere Zeit eingeht. Dabei ist es zunächst einmal wichtig, eine genaue Kalkulation der zu erwartenden Kosten zu erstellen.

Vorbereitung und Kalkulation der Baufinanzierung

Hierbei sollte man auch Nebenkosten, wie beispielsweise die Grunderwerbssteuer, die beim Kauf einer Immobilie oder eines Grundstückes fällig wird, bedenken. Diese macht in den meisten Bundesländern um die vier Prozent des Kaufpreises aus. Hinzu kommen die Kosten für einen Notar, den Grundbucheintrag und im Fall, das man eine bereits fertige Immobilie erwirbt, zumeist noch die Gebühr für einen Makler. Rechnet man all diese Nebenkosten zusammen, so machen diese meist noch einmal mindestens zehn Prozent des Kaufpreises aus.

Hat man sich für ein Objekt entschieden, kommt nach der Kalkulation der Kosten, die durch den Kauf entstehen, die konkrete Planung der Finanzierung. Hier sollte jeder ehrlich zu sich selbst sein: Kann man die Zahlungen, bestehend aus Bauzinsen, Tilgungsraten und Wohnnebenkosten, tatsächlich über zehn Jahre oder vielleicht sogar länger problemlos leisten? Wichtig ist es in diesem Zusammenhang natürlich auch, dass man nach Abzug aller Verpflichtungen noch etwas Spielraum in der Haushaltskasse hat, um eine Rücklage für Notfälle zu bilden, aber auch damit Urlaube, Hobbys und ähnliches nicht zu kurz kommen.

Die richtige Finanzierung wählen

Natürlich gilt sowohl beim Bauen als auch beim Kaufen die Devise: Je mehr Eigenkapital man einbringen kann, desto besser. Dabei kann man von einem soliden Finanzierungsplan ausgehen, wenn mindestens 20 bis 30 Prozent des Kauf- oder Baupreises aus Eigenkapital gedeckt werden können. Auch die Nebenkosten sollten durch das eigene Kapital oder Einkommen bestritten werden. Die Finanzierung selbst ist dann in aller Regel ein Mix aus verschiedenen Kapitalformen. Günstig sind zum einen Förderdarlehen wie Arbeitgeberkredite oder ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Auch viele Bundesländer bieten Darlehen zur Baufinanzierung an. Den Rest kann man dann beispielsweise von Geldinstituten beziehen. Hier haben sich klassische Formen wie Hypothekendarlehen mit Zinsfestschreibung und Annuitätentilgung bewährt. Wenn man mehrere Finanzierungsformen miteinander kombiniert, sollte man aufpassen: Wer beispielsweise Bauspar- und Bankdarlehen miteinander verknüpft, sollte sich den Effektivzins für die Gesamtfinanzierung ermitteln lassen. Nur so bekommt man eine realistische Preisvorstellung.

Flexibilität bei der Tilgung und individuelle Planung

Wer auf der Suche nach einem entsprechenden Geldinstitut beziehungsweise Geldgeber ist, der sollte planvoll vorgehen und sich bei der Suche genügend Zeit lassen. Bevor man sich Angebote einholt, sollte man sich darüber Klarheit verschaffen, welche Kreditsumme benötigt wird und wie hoch der gewünschte Anfangstilgungssatz sein soll. Dieser kann, wenn die Kreditzinsen niedrig sind, auch über der Standardtilgung von einem Prozent liegen. Eine Zinsbindungsfrist sollte man auf alle Fälle festlegen – so verhindert man, dass der Kreditgeber die Zinsen unangekündigt anhebt. Eine Frist von zehn Jahren ist dabei gängige Praxis.

Wer sich Angebote für Kredite einholt, sollte auf jeden Fall auf eine Flexibilität in der Tilgungsphase bestehen, da es immer ein Vorteil ist, wenn jährliche Sondertilgungen oder Veränderungen des Tilgungssatzes während der Phase der Zinsbindung auch ohne Zinsaufschlag möglich sind. Seriöse Anbieter erkennt man daran, dass sie anhand der vom Käufer angegebenen Eckdaten einen konkreten Finanzierungsplan für die ausgewählte Immobilie erstellen. Als Vergleichsmaßstab kann man als Kunde dann Effektivzins und Gesamtfinanzierung heranziehen.

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