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Rente, Gesundheit, Familie: Das ändert sich 2012

2012 wird sich für Verbraucher so einiges ändern: So steigen beispielsweise die Zahnarztkosten. Privatrenten, die im kommenden Jahr abgeschlossen werden, bekommt man erst zwei Jahre später ausgezahlt als bisher. Aber das sind nur einige von vielen Veränderungen, die das kommende Jahr mit sich bringt.

Familie© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Frankfurt a.M. (afp/red) - Bald ist es soweit: Ein neues Jahr beginnt. Doch 2012 wird sich für Verbraucher so einiges ändern. Die Neuerungen reichen von A wie Autobahn bis Z wie Zahnarzt. Eines bleibt jedoch erstmal beim Alten: die Lohnsteuer. Der Start der elektronischen Lohnsteuerkarte verschiebt sich um ein Jahr auf 2013. Die Lohnsteuerkarte für 2010 behält deshalb auch 2012 ihre Gültigkeit.

Gute Nachrichten für Familien

Ohne Einschränkungen können alle Eltern zwei Drittel ihrer Betreuungskosten für Kinder bis 14 Jahre, aber höchstens 4000 Euro, von der Steuer absetzen. Volljährige Kinder bis 25, die noch in der Ausbildung sind, werden unabhängig von ihrem Einkommen als Kind eingestuft - Eltern erhalten entsprechend ohne Einschränkung Kindergeld und Kinderfreibeträge.

Familienpflegezeit wird eingeführt

Einfacher wird es auch Arbeitnehmer, die einen Angehörigen pflegen. Sie können zwei Jahre lang halb arbeiten und dabei drei Viertel des Gehalts beziehen. Später müssen sie dann wieder voll arbeiten, bekommen aber zwei Jahre weiter drei Viertel des Gehalts. Für den Fall, dass der Arbeitnehmer den Lohnvorschuss nach der Pflegezeit wegen Berufsunfähigkeit oder Tod nicht zurückzahlen kann, soll eine Versicherung einspringen. Einen Rechtsanspruch auf die Familienpflegezeit gibt es aber nicht.

Garantiezins sinkt auf 1,75 Prozent

Ausnahmslos jeder, der eine Riester-Rente abgeschlossen hat, muss mindestens 60 Euro im Jahr einzahlen. Wer ab 2012 eine Riester- oder Rürup-Rente abschließt, bekommt erst ab dem 62. Lebensjahr, zwei Jahre später als bisher, die volle Zusatzrente ausgezahlt. Bei Kapitallebensversicherungen sinkt der Garantiezins von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent.

Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt um 0,3 Prozentpunkte auf 19,6 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen um insgesamt 1,3 Milliarden Euro entlastet werden. Ab Januar wird das Renteneintrittsalter für alle 1947 oder später Geborenen stufenweise angehoben. 1964 Geborene, beispielsweise, erreichen das Renteneintrittsalter erst ab einem Alter von 67 Jahren.

Keine 40-Watt-Glühbirnen mehr

Die staatliche Förderung für neue Photovoltaik-Anlagen sinkt um 15 Prozent. Die Strompreise werden weiter nach oben gehen - unter anderem, weil die Ökostrom-Zulage minimal steigt und Privathaushalte und große Betriebe zu Lasten von kleinen Firmen und Verbrauchern weniger für den Stromtransport zahlen müssen. Der Wechsel des Strom- oder Gasanbieters muss ab April binnen drei Wochen vonstatten gehen können. Von der 40-Watt-Glühbirne dürfen ab September nur noch Restbestände verkauft werden.

Pfändungsschutzkonto sollte man haben

Vor Pfändung schützt nur noch ein Pfändungsschutz-Konto. Überweisungen per Onlinebanking oder am Automaten dürfen innerhalb Europas nur noch einen Tag dauern. Für Überweisungen auf Papier sind zwei Geschäftstage erlaubt. Sparzinsen bleiben wegen des niedrigen Euro-Leitzinses bis auf weiteres wohl gering. Deshalb gibt es aber auch Ratenkredite weiterhin zu historisch günstigen Konditionen.

Bauzinsen bleiben niedrig

Die Bauzinsen werden wohl noch einige Zeit niedrig bleiben. Wegen der günstigen Baukredite und weil die Nettoeinkommen leicht zunehmen könnten, rechnet der Immobilienverband Deutschland damit, dass Wohneigentum im Allgemeinen "gut erschwinglich" bleiben wird. Die Teuerungsrate der Verbraucherpreise wird vermutlich stagnieren oder sogar leicht zurückgehen. Ursache ist eine abflauende Konjunktur im Euro-Raum und darüber hinaus.

Beiträge für Sozialversicherung sinken

Die Beiträge zur Rentenversicherung sinken von 19,9 auf 19,6 Prozent. Klamme Krankenkassen müssen ihre Kunden acht Wochen vor der Schließung informieren. Die anderen Kassen sind dazu verpflichtet, die Kunden aufzunehmen. Für die Pflege eines Angehörigen können Beschäftigte Pflegezeit von bis zu zwei Jahren beantragen und müssen währenddessen keine allzu hohen Einbußen fürchten. Besuche beim Zahnarzt werden teurer: Für gesetzlich Versicherte erhöhen sich vor allem die Preise für Kronen, Brücken und Prothesen. Privatversicherte werden generell mehr zahlen müssen.

Kein analoges Satellitenfernsehen mehr

Analoges Satellitenfernsehen wird zum 30. April abgeschaltet. Wer über Satellit fernsehen will, braucht dann ein spezielles Empfangsteil an der Satellitenschüssel und einen digitalen Satellitenreceiver. In neuen Flachbildschirmen ist der Receiver oft schon eingebaut.

Diabetische Lebensmittel werden aus den Regalen verbannt

Ebenfalls aus den Regalen verschwinden müssen Lebensmittel für Diabetiker. Bis 9. Oktober soll es die diabetischen Nahrungsmittel nicht mehr geben, denn die Lebensmittel gelten als überflüssig, zum Teil sogar schädlich. Diabetiker sollen sich an die allgemeinen Ernährungsempfehlungen halten.

Teurer Sprit und große Lkw

Die Kraftstoffpreise werden weiter hoch bleiben. Experten bezweifeln aber, dass sie weiter deutlich steigen werden. Viele Städten richten neue Umweltzonen ein oder verschärfen ihre Regeln für bereits bestehende Umweltgebiete. Zu Testzwecken dürfen in sieben Bundesländern sogenannte "Gigaliner" auf die Autobahnen. Die Lang-Lkw sind bis zu 25,5 Meter lang und bis zu 44 Tonnen schwer.

Der Rußfilter wird wieder bezuschusst

Besitzer älterer Dieselautos bekommen ab Januar wieder einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 330 Euro für den Einbau eines Rußpartikelfilters.

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