Tipp

Für wen sich eine umfassende Handy-Flatrate lohnt

Auf den ersten Blick scheint es ganz klar: Wenn die monatlichen Telefonkosten über 70 Euro liegen, sollte man umsteigen. Doch so einfach ist die Sache nicht. Wir haben nachgerechnet und sagen Ihnen, wer ein Kandidat für die neuen unbeschränkten Handy-Flats ist und wer eher nicht!

Handykosten© Rainer_81 / Fotolia.com

Mittlerweile sind von mehreren Anbietern "echte" Handy-Flatrates auf dem Markt. Neben freenet, die einen Tarif im o2-Netz anbieten, haben auch o2 selbst, die E-Plus-Tochter Base, der Discounter simply sowie die Telekom-Tochter congstar eine Flatrate in alle fünf deutschen Netze im Programm. Mit solchen Tarifen kann man ohne Beschränkungen in die vier deutschen Handynetze und ins deutsche Festnetz telefonieren. Das kostet zwischen 70 und 90 Euro im Monat - ohne Handy. Ein weiterer ähnlicher Tarif, der allerdings auf 3000 Minuten im Monat beschränkt ist, kommt von debitel.

Für wen lohnt sich solch eine "echte Flatrate"?

Für alle, deren Telefonrechnung 70 Euro übersteigt - sollte man meinen. Doch so einfach ist die Sache nicht. Sicherlich, wer so gut wie nie ins Ausland telefoniert, kann seinen Telefonanschluss übers Festnetz getrost kappen, und die Rechnung geht auf. Denn in den Flatrate-Tarifen sind nur Gespräche im Inland enthalten, Telefonate ins Ausland gehen extra. Auch Sondernummern, also beispielsweise Anrufe bei der Auskunft oder bei einem Versandhandel, sind nicht im Pauschalpreis mit drin und müssen extra gezahlt werden. Da solche Anrufe vom Handy aus in der Regel deutlich teurer sind als vom Festnetz aus, kann das ganz schön ins Geld gehen.

Die Anrufenden legen drauf

Ein Problem bleibt allerdings, selbst wenn man nie ausländische Netze oder Sondernummern antelefoniert: Zu den genannten Flatrate-Tarifen gibt es keine Festnetznummer von den Anbietern, unter der man sich anrufen lassen kann. Soll heißen, jeder Anrufer zahlt einen Anruf zum Handy und eben keinen Anruf zum Festnetz, was in den meisten Tarifen erheblich teurer ist.

Fazit

Blindlings drauflosbuchen ist also - wie eigentlich immer - nicht angesagt. Wessen Handyrechnung allerdings in der Vergangenheit förmlich zu explodieren drohte und wer die oben geschilderten Probleme nur vom Hörensagen kennt, der kann sich freuen und ist sicher ein geeigneter Kandidat für die neuen Tarife. Alle anderen sollten lieber abwarten und rechnen. In vielen Fällen reicht der Umstieg in einen günstigen Discounttarif oder die Buchung einer beschränkten Flatrate.

Wer sich nicht ganz sicher ist, sollte im Zweifelsfall bei congstar oder simfix reinschauen: Die Telekom-Tochter sowie der T-Mobile-Reseller bieten ihre Flats mit einer Mindestlaufzeit von nur einem Monat an - da kann nicht viel passieren, falls man sich bei der Tarifzusammenstellung verschätzt hat.

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