Sparpotenzial

Wie man als Wenigtelefonierer sparen kann

Wenigtelefonierer zahlen oft mehr, als sie eigentlich müssten. Gründe dafür können sein, dass man Leistungen gebucht hat, die man nicht braucht, oder dass man einen uralten, teuren Anschluss hat. Wie kann man für Telefonie möglichst wenig ausgeben?

Telefon© Sven Bähren / Fotolia.com

Linden (red) – Die Frage, die sich jeder zunächst einmal stellen muss, ist: Was brauche ich eigentlich wirklich? So mancher hat ein Rundum-Sorglos-Paket, mit dem Gespräche und Internet abgedeckt sind, das aber ziemlich teuer ist. Man ist gerne vor hohen Kosten abgesichert, aber eine Flatrate lohnt sich oft nur, wenn man sie auch ausnutzt.

Es tut sich was auf dem Markt

Ebenfalls zu viel bezahlen Menschen, die einen uralten Telefonanschluss mit schwindelerregenden Minutenpreisen haben. Der Markt ist ständig in Bewegung und im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen gehen die Preise für Handy- oder DSL-Tarife immer weiter nach unten! Wer noch vor einigen Jahren ein DSL-Paket gebucht hat, bekommt heute für das gleiche Geld viel mehr Leistung. Wer ein Prepaid-Paket von einem der großen Netzbetreiber nutzt, zahlt möglicherweise mehr als das Doppelte pro Minute als mit einem der neueren Discounter.

Nach der Bestandsaufnahme heißt es also, sich Alternativen zu überlegen. Der Standardanschluss bei der Telekom kostet kapp 18 Euro. Dafür kann man günstig ins Festnetz telefonieren, Call-by-Call nutzen und so auch bei Auslandsgesprächen sparen. Wenn man jedoch kaum telefoniert, sind auch diese 18 Euro vielleicht schon zu viel. Hier kann man zunächst schauen, ob der eigene Anbieter mittlerweile günstigere Optionen im Programm hat. Oder man kann ganz auf den Festnetzanschluss verzichten.


Festnetz ganz abschaffen?

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, überhaupt keinen Festnetzanschluss mehr zu nutzen und haben nur noch ein Handy. Das ist naheliegend und kann für Wenignutzer, die hauptsächlich erreichbar sein wollen, ausgesprochen günstig sein. Telefonate schlagen bei den Prepaid-Discountern mit acht oder neun Cent pro Minute zu Buche (beispielsweise bei maXXim oder congstar). Vereinzelt geht es auch noch günstiger; so gibt es günstige Minutenpreise auch schon ab sechs Cent (winSim, n-tv go!).

Es gibt jedoch auch Nachteile: Will man einmal ins Ausland telefonieren, kann das ziemlich ins Geld gehen, die Möglichkeit, Call-by-Call zu nutzen, hat man nicht mehr. Für Freunde und Verwandte wird es ebenfalls teurer, wenn eine Person nur noch per Handy zu erreichen ist. Hier kann die Lösung eine zubuchbare Festnetznummer sein, über die man zu Festnetz-Konditionen auf dem Mobiltelefon erreichbar ist. Auch Minutenpreise ins Festnetz sind so teilweise günstiger.

Die Festnetznummer fürs Handy

Festnetznummern fürs Handy gibt es bei allen großen Mobilfunkern, sie sind aber nur zu einem Laufzeitvertrag zubuchbar. Bei Vodafone, o2 und der Telekom gelten ähnliche Bedingungen: Für rund fünf Euro im Monat ist die Festnetznummer zu haben, die aber nur innerhalb eines engen Bereichs von maximal zwei Kilometern im Umkreis genutzt werden kann. Gespräche ins Festnetz kosten bei Vodafone und der Telekom vier Cent pro Minute, bei o2 sind es 15 Cent.

Base bietet den Vorteil, dass die Nutzung der Festnetznummer nicht an ein eng begrenztes Gebiet gebunden ist, sondern bundesweit gilt. Außerdem ist hier der Basistarif vergleichsweise günstig: Für zehn Euro im Monat bekommt man eine SMS-Flat und eine Flatrate ins E-Plus-Netz. Die Festnetznummer kostet hier auch fünf Euro im Monat. Negativ: Die Gesprächskosten ins Mobilfunk- und Festnetz schlagen ohne Flatrate mit satten 29 Cent pro Minute zu Buche. Die Portierung der alten Rufnummer ist zu allen vier Anbietern möglich.

Für wen lohnt sich der Verzicht aufs Festnetz?

Die Variante mit Festnetznummer fürs Handy bietet sich für Nutzer an, die ohnehin einen Handytarif haben und ist eine gute Möglichkeit, den bestehenden Vertrag zu ergänzen. Man muss allerdings bedenken, dass man sich für zwei Jahre bindet und auch für den Basistarif mindestens zehn Euro im Monat einzurechnen sind. Möchte man keinen Laufzeitvertrag eingehen, dann ist die wohl günstigste Möglichkeit ein Prepaidtarif fürs Handy mit den oben genannten günstigen Konditionen.

Für den Fall, dass man das Telefon nur für den Notfall braucht und es selten nutzt, ist es aber auch hier angeraten, sich die Bedingungen des Tarifs gut durchzulesen. Einige Anbieter verlangen einen geringen Betrag auch bei Nichtnutzung. Wer oft ins Ausland telefoniert und Call-by-Call nutzen möchte, für den mag es am besten sein, den gewohnten Anschluss beizubehalten.

Angebote vergleichen und informieren

Fazit: Die perfekte Lösung für jeden gibt es nicht. Man kommt nicht darum herum, zunächst einmal zu überlegen, was man eigentlich braucht und dann ein wenig zu rechnen und Angebote zu vergleichen. Dabei gibt es Hilfe:

  • Bei der Suche nach einem günstigen Handytarif hilft der Handytarifrechner.
  • Eine Übersicht über Telefonanbieter und Anschlüsse gibt es in unserer Liste von Telefonanbietern.
  • Für günstige Sparvorwahlen haben wir unseren Tarifrechner für Call-by-Call (mit Telekom-Anschluss) oder Callthrough.

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