IP-Access

Femtocells: Zu Hause ein eigenes UMTS-Netz aufbauen

Mit einer neuen Hardware, die noch in diesem Jahr marktreif sein soll, kann sich jeder zu Hause ein eigenes UMTS-Handynetz aufbauen. Das hätte zwei große Vorteile: Zum einen wäre so der Handy-Empfang absolut störungsfrei, zum anderen könnte man zu billigen Internet-Konditionen telefonieren.

Handytarife vergleichen© goodluz / Fotolia.com

Noch in diesem Jahr soll es marktreife Geräte von verschiedenen Herstellern geben: Mit den UMTS-Basisstationen für private Haushalte soll sich künftig jedermann ein eigenes Handynetz zu Hause aufbauen können. Die so genannten Femtocells bauen nämlich ein Mini-UMTS-Netz auf, das verbunden mit dem heimischen DSL-Anschluss Telefonate zu preiswerten Internet-Konditionen ermöglicht und den drahtlosen Zugang über WLAN-Netze ersetzen soll.

Problemloser Handy-Empfang im ganzen Hause

Das Netz des eigenen Mobilfunk-Netzbetreibers - und dessen nach wie vor oft teure Tarife - würde dann zu Hause gar nicht mehr gebraucht werden. Das behaupten jedenfalls Hersteller wie die Firma ip.access, deren Lösung "Oyster 3G" der Öffentlichkeit bereits vorgestellt wurde. So funktioniere das Handover zwischen Handynetz und privater UMTS-Zelle ohne Brüche, heißt es. Auch die Installation soll problemlos per Plug & Play erledigt werden können. Ad acta gelegt seien zudem Empfangsstörungen, wie sie in manchen Gebäuden gerne mal vorkommen. Die private UMTS-Zelle decke das gesamte Haus ab, heißt es auch für das vergleichbare Produkt "ZoneGate" der Firma Ubiquisys.

Erinnerung an Dual-Mode-Flop

Nach dem Mega-Flop der Dual-Mode-Handys, die zwischen Internettelefonie übers WLAN-Netz und "normaler" Handytelefonie via GSM oder UMTS automatisch hin- und herschalteten, könnten die Femtocells eine sinnvolle Weiterentwicklung darstellen. Zudem müsste man sich kein spezielles Gerät kaufen (wie damals das T-One der Telekom), man könnte mit dem eigenen Handy einfach zu Hause weitertelefonieren; das öffentliche UMTS-Netz ginge einfach ins das private über.

Kostenfrage noch ungeklärt

Was die Geräte kosten sollen, verraten die Hersteller indes noch nicht. Ohnehin ist davon auszugehen, dass die Femtocells zunächst nur im Rahmen von Kooperationen an Privatleute abgegeben werden. Sicherlich werden auch die Mobilfunker mitverdienen wollen - denn verhindern, dass ihre Kunden über drahtlose Netze billiger telefonieren als mit dem Haustarif, können sie schon lange nicht mehr. T-Mobile testet Femtocells seit Juni 2008 im Raum Köln/Bonn; von den anderen Netzbetreibern sind noch keine derartigen Bemühungen bekannt.

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