Roaming

EU-Handytarife: Wann welcher am günstigsten ist

Mit den regulierten EU-Handytarifen wird die Nutzung im Ausland günstiger. Neben diesen EU-Tarifen bieten die Netzbetreiber jedoch noch weitere Tarife an. Wir sagen Ihnen, wann welcher für Sie am günstigsten ist.

Finanzmarkt© arahan / Fotolia.com

Linden (red) - Der EU-Tarif ist ein Tarif, der von Seiten der EU eine Obergrenze für Handygespräche und SMS festlegt. Damit werden die maximalen Preise pro Minute und SMS per EU Regulierung gedeckelt. Trotzdem bieten die Netzbetreiber ihren Kunden parallel noch andere Handytarife fürs Ausland an. Diese können je nach dem, wie oft und lange man telefoniert, günstiger oder teurer als der EU-Tarif ausfallen. Meist ist ein Tarif voreingestellt und dieser muss nicht unbedingt der EU-Tarif sein.

Im regulierten EU-Tarif zahlt man 2016 für ausgehende Gespräche maximal 19 Cent und für eingehende Anrufe gut einen Cent pro Minute. Zusätzlich gilt, dass der Mobilfunker nicht mehr als fünf Cent Aufschlag auf den Heimattarif berechnen darf. Wer also aktuell acht Cent pro Minute zahlt, dem dürfen im EU-Ausland maximal 14 Cent berechnet werden. Die Taktung ist ebenfalls besonders, denn während in den üblichen Tarifen im Minutentakt abgerechnet werden kann, darf bei den Gesprächen im EU-Tarif nur anfangs im 30-Sekunden und danach im Sekundentakt abgerechnet werden.

Die Deutsche Telekom

Bei der Telekom hat man als Vertragskunde die Möglichkeit, seine Flatrates auch ins EU-Ausland mitzunehmen. Jeder der seinen Magenta-Tarif nach dem 19.4.2016 abgeschlossen hat, muss keinen weiteren Aufpreis zahlen – die Nutzung im Ausland ist kostenlos. Wer seinen Tarif vor diesem Datum abgeschlossen hat, zahlt für die Option "All Inclusive" entweder 12 Monate lang jeweils fünf Euro oder aber einmalig für einen Monat rund 20 Euro. Prepaid-Kunden können für fünf Euro monatlich die Option "EU Travel Start" buchen.

Wer im Ausland mobiles Internet nutzt möchte, dürfte bei den "Travel & Surf"-Pässen fündig werden. Hier gibt es Tages- oder Wochentarife fürs Ausland mit festem Surf-Volumen. Voreingestellt bei allen Tarifen ist die Option "weltweit", welche die EU-regulierten Tarife meint.

Vodafone

Bei Vodafone ist grundsätzlich die Option Vodafone World voreingestellt. Hier gelten die EU-Regelungen, Anrufe außerhalb der EU nach Deutschland können je nach Reiseland teuer werden. Wer einen Red-Tarif besitzt, der nach dem 14. April 2016 abgeschlossen oder verlängert wurde, kann mittels Giga Travel seine Flats zum telefonieren, simsen und surfen auch im EU-Ausland kostenlos nutzen. Bei den CallYa-Prepaid-Tarifen können Inklusiveinheiten und gebuchte Datenflats ebenfalls im EU-Ausland genutzt werden; dies gilt auch für Bestandskunden mit älteren Tarifen.

Eine Alternative bei Reisen ins Nicht-EU-Ausland ist das Reisepaket World, welches Inklusiveinheiten pro Tag oder Woche bietet. Wer im Ausland online gehen möchte, kann das Reisepaket Data hinzubuchen, welches mit 10 und 100 MB pro Tag oder mit 150 MB für eine Woche zu haben ist.

Hält man sich in der Schweiz, Türkei, Kanada oder den USA auf, bietet "Easy Travel Woche" die Möglichkeit, seine Flatrates mit ins Ausland zu nehmen. Im "Reisepaket Plus" sind wiederum Inklusiveinheiten zu erstehen.

Base

Bei Base gibt es für Vertragskunden zwei Optionen: Das Weltzonen-Pack entspricht den EU-Regelungen, die "EU Roaming Flat" bietet eine Flatrate für Gespräche nach Deutschland und im Reiseland, außerdem für ankommende Gespräche. Inklusive ist diese Option im Tarif "Base Pro", alle anderen zahlen fünf Euro pro Monat.

Prepaid-Kunden können neben "Base Prepaid International" mit den regulierten EU-Preisen das "EU Sprach-Paket 100" mit 100 Frei-Minuten im EU-Ausland und das "EU Internet-Paket 100" mit 100 MB für eine Woche im EU-Ausland buchen.

o2

Auch bei o2 ist eine EU-Roaming-Flat inklusive – allerdings nur in den teureren Tarifen. Kunden, die kleinere Tarife haben, müssen die Roaming-Option für fünf Euro monatlich aufbuchen. Auf diese Weise übertragen sich vorhandene Telefon-Flatrates ins Ausland, nicht aber SMS-Flats. Auch beim mobilen Internet wurden Eingrenzungen vorgenommen: Es steht nur ein Gigabyte mit maximal 1 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. Möchte man mehr, muss man zusätzliche Datenpakete buchen.

"Roaming Basic" fasst die EU-Regulierungen zusammen, beim Roaming Day Pack gibt es ein Tagespaket fürs mobile Surfen obendrauf. Wer sein Smartphone im Ausland etwas reger nutzt, ist mit dem "EU Day Pack" gut bedient: Hier gibt es für drei Euro pro Tag jeweils 25 Freiminuten für abgehende und eingehenden Anrufe, 25 Frei-SMS und 50 MB Datenvolumen inklusive. Vielnutzer übertragen mit "EU-Roaming Flat" ihre bereits gebuchte Flatrate ins EU-Ausland.

Zusätzlich gibt es noch die Option Global Friends, die Vertragskunden erlaubt, zu insgesamt fünf Nummern weltweit zu einem Preis von 0,15 Euro pro Minute zu telefonieren. Global Friends lohnt sich für Vieltelefonierer, denn die Option kostet einmalig fünf Euro Aktivierungsgebühr. Die Option steht für Auslandsgespräche in über 60 Ländern zur Verfügung, die Anrufe dürfen jedoch nur von Deutschland aus geführt werden.

EU-Roaming Unsere Grafik zeigt die Entwicklung der Preisobergrenzen in Europa.

Eingehendes Roaming: Die Kosten für den Anrufer bleiben gleich

Auch wenn man im Ausland auf seinem Handy angerufen wird, können außerhalb der EU beträchtliche Roamingkosten anfallen. Der Anrufer aus Deutschland zahlt, wenn er ein deutsches Handy im Ausland anruft, das gleiche wie sonst auch, weil er ja prinzipiell nicht wissen kann, wo sich das Handy und sein Besitzer gerade aufhalten. Wenn möglich, sollte man den Urlaubenden daher auf einem Festnetzanschluss anrufen. So bleibt es für beide bezahlbar. Ansonsten sollte man sich schon im Vorfeld genau über die Gebühren, die anfallen können, informieren und zur Not die Gesprächszeit kurz halten oder eine SMS schicken.

Datenroaming: Extrakosten für die Internetnutzung

Ebenfalls sehr teuer kann für den Reisenden die Nutzung des mobilen Internets werden. Auch hier gilt analog zu den Minutenpreisen, dass die Kosten fürs Internet innerhalb der EU-Staaten gedeckelt sind. Maximal fünf Cent mehr als beim nationalen Tarif sind zulässig. Ab Juni 2017 sollen zusätzliche Gebühren entfallen.

In anderen beliebten Reiseländern außerhalb der EU schnellt die Rechnung hingegen selbst bei nur wenig Internetaktivität in die Höhe. Um den Nutzer zu schützen, sind deutsche Anbieter jedoch verpflichtet, bei Erreichen von rund 50 Euro netto den Internetzugang vorerst zu sperren. Möchte man trotz der hohen Kosten weitersurfen, muss dies dem Anbieter signalisiert werden. Kostengünstigere Alternativen sind spezielle Auslandstarife oder etwa eine Prepaid-SIM aus dem Reiseland.

Mehr zum Thema
Top