Lebensrettende Maßnahmen

Erste Hilfe leisten: Das Wichtigste im Überblick

Als Ersthelfer zu einem Unfall stoßen ist für viele eine unangenehme Vorstellung. Was soll ich tun und was, wenn ich es nicht richtig mache? Bei der ersten Hilfe ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und sein Bestes zu geben. Ein Überblick!

Verkehrsunfall© Peter Atkins / Fotolia.com

Erste Hilfe muss jeder leisten

Zur Ersten Hilfe ist in Deutschland jeder verpflichtet. Egal, ob nun der Vordermann im Straßenverkehr verunglückt, die Seniorin in der Fußgängerzone umkippt oder zu Hause jemand von der Leiter fällt: Kenntnisse in der Ersten Hilfe sollte jeder haben und sie im Notfall auch nach besten Möglichkeiten und Gewissen einsetzen. Viele haben Hemmungen, wenn sie es plötzlich mit Herzrhythmus-Störungen, einer starken Blutung oder einem traumatisiertem Opfer zu tun bekommen. Ganz wichtig ist es jedoch, dass man wenigstens versucht zu helfen und dem Betroffenen Mut zuspricht.

Das Eintreffen an der Unfallstelle

Passiert ein Unfall, ist es ganz wichtig, dass die Ersthelfer einen ruhigen Kopf bewahren. Denn nur mit diesem können Sie nach dem obersten Grundsatz "Sicherheit geht vor!" handeln. Als allererstes sollte man die Unfallstelle absichern, um weiteren Schaden zu vermeiden. Dazu gehört auch, sich selbst eine Warnweste überzuziehen! Anschließend sollte man versuchen, Kontakt mit den Verunfallten aufzunehmen und sie gegebenenfalls aus der Gefahrenzone retten.

Passanten mit einbeziehen

Bei einem Unfall bildet sich schnell eine Menschentraube um den oder die Betroffenen. Beziehen Sie die Leute mit ein! Am besten spricht man die Passanten gezielt an. Andere könnten weitere Warndreiecke aufstellen, Ihnen bei den Erste Hilfe-Maßnahmen zur Hand gehen, sich um weitere Personen kümmern oder Neugierige auf Abstand halten.

Situationsbedingtes Handeln

Kein Unfall ist gleich – so muss man beim Eintreffen am Unfallort erst einmal die Lage erfassen. Schwebt ein Mensch in akuter Lebensgefahr, weil er beispielsweise nicht mehr atmet, ist es wichtig, dass Sie sofort mit einer Herz-Rhythmus-Massage beginnen, den Notruf muss dann jemand anderes absetzen! Grundsätzlich sollte man die Verunglückten nicht alleine lassen. Blutungen sind zu versorgen und Menschen bei Bewusstsein sollte man Beistand leisten, um sie beruhigen. So kämpft man gegen einen Schock an und macht die Situation ein wenig erträglicher. Ist ein Verunglückter ohne Bewusstsein, atmet jedoch normal, sollte man ihn in die stabile Seitenlage bringen.

Notruf absetzen

Haben Sie einigermaßen einen Überblick über die Unfallsituation, ist es an der Zeit, einen Notruf abzusetzen. Diesen erreichen Sie unter der 112. Sie sollten sich mit Ihrem Namen melden und schildern, wo sich der Unfall ereignet hat, was vermutlich passiert ist, wie viele Personen verletzt sind und welche Art von Verletzungen sie haben. Ganz wichtig ist es, nach dieser Schilderung auf Rückfragen zu warten – nicht einfach auflegen!

Bei Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlage

Ist ein Verunglückter bewusstlos und reagiert nicht auf Ansprache oder auf vorsichtiges Rütteln, sollten Sie ihn in die stabile Seitenlage bringen. Diese verhindert, dass der Betroffene an seiner eigenen Zunge oder Erbrochenem erstickt. In einem ersten Schritt gilt es sich zu versichern, ob die Atmung noch vorhanden ist: Mund auf und gegebenfalls leeren, Atem hören, sehen oder erspüren.

Den flach liegenden Menschen bringt man anschließend in die stabile Seitenlage, indem man ihn am angewinkelten Knie und Ellbogen fasst und zu sich hin dreht. Der Kopf wird nach hinten überstreckt, um die Atemwege freizuhalten.

Kein Herzschlag mehr? Reanimation schnellstmöglich beginnen!

Zeigt der Patient keine Atmung und vernimmt man keinen Herzschlag, sollte man schnellstmöglich mit einer Herz-Rhythmus-Massage beginnen. Umso früher man diese durchführt, desto besser sind die Chancen, den Verunglückten erfolgreich wiederzubeleben - und das mit möglichst wenig Spätfolgen.

Der Betroffene sollte dafür auf dem Rücken auf einem harten Untergrund liegen, Sie knien sich daneben. Die Handballen werden übereinander auf die Brustmitte des Betroffenen gelegt. Nun beginnt man mit gestreckten Atmen und geradem Rücken den Brustkorb des Verunfallten fünf bis sechs Zentimeter tief etwa 30 Mal einzudrücken. Als Rhythmus kann man sich beispielsweise an dem Lied "Stayin´ Alive" von den Bee Gees orientieren.

Nach 30 Herzdruckmassagen sollte man zwei Mal beatmen. Dafür ist es wichtig, den Kopf nach hinten zu überstrecken. Dafür bläst man wahlweise in Mund oder Nase und hält das jeweilig andere zu.

Danach folgt wieder die Herzmassage, wieder die Beatmung, die Massage… solange, bis der Verunglückte wieder Lebenszeichen zeigt oder der Rettungsdienst eintrifft. Sind mehrere Personen am Unfallort, sollte man sich mit den lebenserhaltenden Maßnahmen abwechseln, da diese auf Dauer sehr anstrengend sind.

Wenn man selber Hilfe nach der Ersten Hilfe benötigt

Als Ersthelfer bei einem Unfall dabei zu sein, kann ein verstörendes und einprägsames Ereignis sein. Viele erleben einen Schock: Zwar spricht man die Theorie der Ersten Hilfe oft durch, doch wenn es dann soweit kommt, dass man tatsächlich helfen muss, ist man vielleicht überfordert und macht sich hinterher Vorwürfe, nicht alles richtig gemacht zu haben.

Merkt man, dass man Probleme mit der Verarbeitung des Vorgefallenen hat, sollte man nicht zögern, sich selbst Hilfe zu holen. Diese findet man bei der Notfallseelsorge, der normalen Seelsorge, der psychologischen Unfallnachsorge oder einem anderen Psychologen. Aber auch Familie und Freunde können wichtige Stützen bei der Verarbeitung der Erlebnisse sein.

Top