Noch in den Kinderschuhen

Erste Eindrücke vom Handy-Fernsehen

Macht es Sinn, sich ein Fußballspiel auf einem Handydisplay anzuschauen? Die Empfangsqualität ist ersten Berichten zufolge ganz passabel - wenn auch abhängig von Zugangsversion und Endgerät. Das Technik-Wirrwarr bleibt, doch ein Anfang ist gemacht.

Handytarife© moggara12 / Fotolia.com

Die Kommentare der bisherigen Testnutzer lassen sich wie folgt zusammenfassen: Fernsehen via Handy ist okay, wenn man ein WM-Spiel oder ein anderes wichtiges Ereignis sonst verpassen würde - doch einen Augenschmaus sollte man nicht wirklich erwarten. Immerhin wurde die Tonqualität allenthalben gelobt, und auch die Bildauflösung scheint besser als erwartet.

Zwei mobile "Fernseher"

Die Eindrücke sind jedoch abhängig davon, über welche Technik man fernsieht und über welches Endgerät. Verwendet wurden in den bisher vorliegenden Testberichten neben verschiedenen UMTS-Handys auch die "richtig" fernsehtauglichen Geräte P900 von Samsung und myMobileTV von Sagem. Das Sagem wurde etwa von den Spiegel-Online-Testern für seine Bildquailtät ausdrücklich gelobt; Ruckler habe es selten gegeben. Der Akku lasse allerdings zu wünschen übrig. Die Urteile über das P900 fielen bislang gemischt aus, vor allem die mangelnde Helligkeit des Displays wurde moniert.

Mischmasch der Zugangstechniken

Mit den genannten Handys kann man über den DMB-Standard (Samsung) bzw. den DVB-H-Standard (Sagem) fernsehen; zwei konkurrierende Zugangstechniken, die entweder nur in wenigen größeren Städten oder nur von ausgewählten Pilotkunden nutzbar sind - zumindest, was die Übertragung der WM-Spiele betrifft. Noch immer ist völlig unklar, welche Technik sich durchsetzen wird. Am Empfang jedoch wird die später zweitplatzierte Technik wohl nicht scheitern: Dieser sei fast immer ausnehmend gut gewesen, berichten verschiedene Nutzer von den unterschiedlichsten Orten. Ein möglicher Stolperstein: Das wenig komfortable Einloggen bei DVB-H, das über eine WAP-Seite des Netzbetreibers erfolgen muss.

Empfang auch über UMTS möglich

Um auf dem Handy fernsehen zu können, reichen prinzipiell auch ein UMTS-Handy und die Streaming-Angebote der Netzbetreiber. Doch gute Noten sehen anders aus; bislang wird diese Zugangsmöglichkeit, die auch einige WM-Spiele aufs Display bringt, als absolute Notlösung betrachtet. Das liegt auch an der Technik - denn wenn mehrere Nutzer in einer Funkzelle auf ein Datenpaket zugreifen, macht die Bandbreite schnell schlapp, und Ruckelbilder werden zur Regel.

Geringes Interesse

Das Interesse der potenziellen Nutzerschaft hält sich allerdings in engen Grenzen, und das ist eine deutliche Aussage angesichts eines medialen Großereignisses wie der Fußball-WM im eigenen Lande: Eine Emnid-Umfrage von Mitte Juni ergab, dass sich nur 7,6 Prozent der Befragten ein Handy kaufen würden, mit dem man fernsehen kann. Bei den Frauen fällt das Interesse noch geringer aus: Nur 5,3 Prozent liebäugeln mit der neuen Technik (Männer: 10,2 Prozent).

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