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Elektrosmog: Viel Unsicherheit, noch mehr Nepp

Produkte, die angeblich vor Elektrosmog schützen, sind oft nicht nur teuer, sondern auch wirkungslos. Im schlimmsten Fall schaden sie sogar. Wer wirklich etwas gegen die Strahlenbelastung zu Hause tun möchte, sollte einen Experten einschalten - und den gesunden Menschenverstand.

Smartphone© M Rido / Fotolia.com

Wenn es um Elektrosmog und Mobilfunk geht, scheiden sich die Geister. Die einen sind sicher, dass elektromagnetische Felder (EMF) große Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, andere hingegen halten solche Warnungen für übertrieben. Die Ängste vieler Verbraucher machen sich einige Anbieter vermeintlicher Schutzprodukte zu Nutze, die jedoch in den meisten Fällen ihr Geld schlicht nicht wert sind, sagt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Nur der Fachmann kann helfen

Wer befürchtet, EMF-Feldern über Gebühr ausgesetzt zu sein, sollte in jedem Fall einen Fachmann hinzuziehen und diesen messen lassen, rät die Behörde. Außerdem müsse nicht jeder Bürger, der in Sichtweite eines Mobilfunk-Sendemastes wohnt, Schutzmaßnahmen ergreifen. Meist liege die Strahlenbelastung um Längen unter den geltenden Grenzwerten - oft sogar noch unter den viel strengeren Werten, wie sie manche Skeptiker fordern. Übrigens: Wenn man ein Haus ausmessen lässt, kostet das rund 200 Euro; viele der angeblich schützenden Geräte sind deutlich teurer.

Unkenntnis kann massiv schaden

Welche Maßnahmen zu treffen sind, wenn der Fachmann tatsächlich eine erhöhte Strahlung findet, hängt davon ab, um welche Form von EMF es sich handelt, sagen die Experten vom BfS. Wenn als Ursache eine Strahlung, wie sie Hochspannungsleitungen erzeugen, festgestellt wird, hilft nur eine räumliche Verlagerung - also etwa ein Wechsel des Schlafzimmers auf die andere Hausseite. Strahlung von Mobilfunk-Sendemasten kann laut BfS mit metallhaltigen Farben gedämmt werden, auch Schutz-Baldachine mit vergleichbarem Gewebe hätten eine entsprechende Wirkung. Unabdingbar sei, so die Experten, dass die Installation von Fachleuten vorgenommen werde. Wenn die Abschirmung nicht sachgemäß passiert, könne sich die Strahlenbelastung sogar erhöhen.

Jede Menge pseudowissenschaftlicher Nepp

Die meisten Produkte gegen Elektrosmog seien allerdings eindeutig der Kategorie Nepp zuzuordnen. Selbst auf Kaffeefahrten werde mit pseudowissenschaftlichen Beschreibungen versucht, wirkungslose bis schädliche Produkte an verunsicherte Verbraucher zu verkaufen. Der Kunde kann lauf BfS kaum selbst herausfinden, welche Produkte etwas taugen und welche nicht, da es kein einheitliches und anerkanntes Prüfsiegel gibt. Wenn überhaupt geprüft wird, so die Experten, passiere das auf der gleichen fragwürdigen Ebene, auf der die Produkte auch verkauft werden.

Fazit

Wer wirklich etwas gegen Elektrosmog unternehmen will: Hände weg von skurrilen Glasgebilden oder angeblichen Schwingungswandlern - nur ein Fachmann kann helfen. Und: Den gesunden Menschenverstand einschalten. Wer Geld für eine strahlungsmindernde Handytasche ausgibt, kann das Gerät genauso gut ausschalten und hat so den gleichen Effekt.

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