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Eine Restschuldversicherung kann das Haus retten

Wer sich entschließt zu bauen oder eine Immobilie zu kaufen, muss in der Regel einen Kredit aufnehmen. Nicht selten bürgen Paare gemeinsam für die Schulden bei der Bank. Doch was, wenn einer der beiden stirbt? Wer auf Nummer sicher gehen will, kann eine Restschuldversicherung abschließen, damit nicht einer auf den Darlehen sitzen bleibt.

Baukredit© eyewave / Fotolia.com

Elmshorn (dapd/red) – Wer bauen will oder eine Immobilie kaufen möchte, der lässt sich in der Regel auf ein lebenslanges Projekt ein - auch in finanzieller Hinsicht. Daher ist es ratsam, eine Versicherung abzuschließen, die die Restschulden absichert. Sollte ein Verdiener sterben, kann die Darlehensrate für die Hinterbliebenen schnell zu einer schweren finanziellen Belastung werden. Besonders problematisch wird es dann, wenn die Raten nicht mehr aufgebracht werden können. In so einer Situation kann nun eine Restschuldversicherung hilfreich sein. Diese Restschuldversicherung kommt nur dann zum Tragen, wenn ein Kreditnehmer stirbt, bevor das finanzierte Objekt abbezahlt ist.

Beiträge sind niedriger als bei Kapitallebensversicherung

Eine gute Restschuldversicherung übernimmt in so einem Fall das Darlehen zumindest zu einem Teil - in manchen Fällen auch ganz. So bleiben die Hinterbliebenen nicht vollständig auf den Schulden sitzen. Wichtig zu wissen ist, dass die Restschuldversicherung eine reine Risikoversicherung ist. Es wird also kein Kapital angespart. Die Beiträge sind dafür aber auch niedriger als bei der klassischen Kapitallebensversicherung, bei der noch ein Sparvertrag eingebunden ist. Die Höhe der Beiträge, die man für eine Restschuldversicherung zu zahlen hat, hängen zum einen von der Versicherungssumme an sich, zum anderen von Alter, Geschlecht und Gesundheit der versicherten Person ab. Daher müssen Versicherungsnehmer mit Vorerkrankungen in aller Regel höhere Beiträge zahlen als Gesunde.

Zwei Arten der Restschuldversicherung

Es gibt auch Erkrankungen, bei denen es schwer, wenn nicht sogar unmöglich ist, eine solche Versicherung abzuschließen. Bei einer Restschuldversicherung wird die Versicherungssumme am besten an die Restschuld des Darlehensvertrages angepasst. Dabei kann man im Normalfall zwischen zwei Varianten wählen: einem linear fallenden Versicherungsschutz und einer Versicherung mit jährlicher Anpassung an den Tilgungsplan. Im Fall, dass die Versicherungsleistung dynamisch an den Tilgungsplan angepasst wird, ist die Restschuld immer gedeckt, sprich die Hinterbliebenen bleiben nicht auf den Schulden sitzen. Bei der linearen Variante fällt die im Todesfall zu zahlende Versicherungsleistung jährlich um einen konstanten Betrag. Das Problem dabei ist, dass sich dieser Betrag nur in den seltensten Fällen genau so entwickelt wie das Darlehen - eine Deckungslücke kann entstehen. Daher sollte man sich gut überlegen, ob eine lineare Restschuldversicherung überhaupt lohnend ist.

Versicherung muss nicht bei der Hausbank abgeschlossen werden

Sinnvoll kann die lineare Variante dann sein, wenn man die möglicherweise entstehende Lücke entweder mit eigenen Mitteln oder durch eine Risikolebensversicherung schließen kann. Unbedingt einkalkulieren sollte man auch den Fall, dass eine Immobilie möglicherweise nach dem Tod eines Kreditnehmers verkauft werden muss. In diesem Fall verlangen die meisten Banken hohe Vorfälligkeitsentschädigungen - vor allem, wenn das Darlehen noch über eine längere Zeit laufen würde. Diese Gebühren werden von einer Restschuldversicherung nicht abgedeckt. Wer sich für eine Restschuldversicherung entscheidet, muss diese übrigens nicht zwingend bei der Bank abschließen, bei der die Baufinanzierung gemacht wird. So kann es lohnend sein, die Angebote der Hausbank mit denen von günstigen Direktversicherern zu vergleichen.

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