Bestandsaufnahme

Ein Jahr Mobilfunk-Discount - was hat sich getan?

Ein Jahr ist es her, dass mit simyo der erste "echte" Discounter mit einem simplen und günstigen Handytarif an den Start ging. Was sich seitdem getan hat und wer derzeit mit den günstigsten Preisen punkten kann, lesen Sie in unserem Special!

Mobilfunk Tarife© svort / Fotolia.com

Ende Mai feiert die Marke simyo ihren ersten Geburtstag - und das ist gleichzeitig der Beginn des Mobilfunk-Discounts gewesen. Am 30. Mai 2005 wurde der SIM-only-Einheitstarif (also nur die Karte ohne Handy) des E-Plus-Ablegers mit einem komplett internetbasierten Vertrieb aufgelegt, was ein völlig neues Segment begründete.

Den deutschen Mobilfunkmarkt hat diese Entwicklung gehörig durcheinandergewirbelt; die Preise sind seitdem um rund zwölf Prozent gesunken. Mittlerweile liegen sie auf einem stabil niedrigen Niveau, in den letzten Monaten gab es keine wesentlichen Preissenkungen mehr.

Die Top-Anbieter

Und wer ist am günstigsten? Die Anbieter schwarzfunk und Viva sind top, was den SMS-Preis betrifft: Ganze neun Cent werden fällig, und zwar in alle deutschen Netze. Beim Minutenpreis liegen easyMobile und klarmobil vorne (12 Cent), doch dort ist die SMS etwas teurer als bei simyo, blau und debitel light: Alle diese Anbieter nehmen 11 Cent pro SMS und 16 Cent pro Minute und punkten auch mit einer besseren Taktung (60/1).

Tarife ohne Sternchentext

Mit Ausnahme des Kaffeerösters Tchibo, der bereits im Oktober 2004 mit seinem Einheits-Prepaidtarif an den Start ging, sich aber ausdrücklich nicht als Discounter versteht, war simyo der erste Anbieter mit einem Rund-um-die-Uhr-Tarif ohne Schnörkel. Damals waren es 19 Cent, heute sind es 16 Cent pro Minute und elf Cent pro SMS - ein Handy gibt es nicht, das gehört zum Konzept. Damit gingen die Discounter einen ganz anderen Weg als die arrivierten Mobilfunker, die zu (fast) jedem Tarif ein subventioniertes Handy dazugeben und sich das Geld mit höheren Minutenpreisen wieder hereinholen.

Der Erfolg gab den Discountern recht: Tarife ohne Sternchentext und ohne viele verschiedene Zeiten und Minutenpreise kommen bei den Verbrauchern gut an. Die Vorreiter Tchibo und simyo haben regelrecht in ein Wespennest gestochen, als sie starteten, und jeweils etwas bis dato völlig Neues präsentiert. Tchibo verkaufte bei seinem Start im Oktober 2004 bereits in den ersten Tagen über 20.000 Handy-Bundles, inzwischen sind es über 600.000 geworden. Zum Vergleich: Für 50.000 Stück hatte der erste virtuelle Netzbetreiber Quam, inzwischen längst pleite, ein Vierteljahr gebraucht.

Nach oben ist noch Luft

Der deutsche Mobilfunkmarkt ist also heiß umkämpft, von der immer wieder prognostizierten Sättigung kann keine Rede sein. Doch die Discounter sind zumindest in nackten Zahlen gemessen noch nicht so weit, dass sie den "Großen" ernstlich die Suppe versalzen können. Ende 2005 hatten alle Discounter im E-Plus-Netz zusammen rund eine Million Kunden, allein Marktführer T-Mobile kam zu diesem Zeitpunkt auf beinahe das Dreißigfache. Insgesamt haben alle Discounter zusammen in Deutschland einen Marktanteil von gut zwei Prozent. Das Potenzial könnte weit größer sein, nimmt man Märkte wie Dänemark als Messlatte, wo eine Entwicklung wie hierzulande viel früher vonstatten ging. Bis zu 20 Prozent Marktanteil könnten die Discounter auch in Deutschland erreichen, lauten optimistische Schätzungen.

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