Digitales Fernsehen

Was man zur Umstellung auf DVB-T2 wissen sollte

Vielen ist die Umstellung auf das Digitale Fernsehen wohl noch gut in Erinnerung. Seit 2009 läuft jedoch schon die Vorbereitung für dessen Nachfolgestandard: DVB-T2. Welche Vorteile die Umstellung bringen wird und was man dazu wissen sollte.

DVB-T2 HD Logo© DVB-T2 HD Deutschland

Die im ersten Moment kryptisch anmutende Abkürzung DVB-T2 steht für Digital Video Broadcasting – Terrestrial, 2nd Generation, also auf Deutsch "digitales Antennenfernsehen der zweiten Generation". Dabei handelt es sich um einen Funkstandard, der explizit als Nachfolger des gängigen Digitalfernsehens (DVB-T) entwickelt wurde, um den höheren Ansprüchen von hochauflösendem Fernsehen gerecht zu werden. 2009 wurde der neue Standard auf Europaebene genormt. Seitdem arbeitet man an der weiteren Planung und der Umstellung des Fernsehempfangs auf DVB-T2.

Unterschiede zwischen DVB-T und DVB-T"

Wer im Moment einen normalen Digitalreceiver im Wohnzimmer stehen hat, fragt sich natürlich, welche Vorteile DVB-T2 gegenüber seinem Vorgänger genau bietet. Bei DVB-T2 ändern sich sowohl Hard- als auch Software des Übertragungsweges. So hat man es zum Beispiel geschafft, die Pausen zwischen einzelnen Signalen zu verringern, was die Senderate erhöht. Außerdem hat sich die Fehlerkorrektur so stark verbessert, dass man nicht nur ein robusteres Signal hat, sondern auch mit wesentlich weniger Energie bei gleicher Sendeleistung arbeiten kann. Dazu kommt, dass das Signal weiter verbessert wird, indem ein DVB-T2-Receiver die Signale mehrerer Sendeantennen nutzt, um ein besseres Bild zu erhalten.

Dazu kommen oft noch Vereinbarungen der Sendeanstalten untereinander. So haben sich in Deutschland die großen Sender zusammengesetzt und beschlossen, einen besseren Kodierungsalgorithmus (H.256) zu nutzen, um eine höhere Bildqualität liefern zu können und weniger Frequenzbereiche zu benötigen. Zwar ist diese Vereinbarung nicht Teil der Norm, ermöglicht aber auf lange Sicht bei allen deutschen Sendern den Empfang von 1080p-HD-Fernsehen.

Der Plan: Umstellung auf DVB-T2 bis 2019

Die Umstellung des deutschen Fernsehens auf DVB-T2 ist inzwischen schon in vollem Gange. So startete man 2014 erste Versuche in Bayern und Berlin, strahlt aber inzwischen in vielen deutschen Ballungszentren DVB-T2 aus. In den nächsten Jahren wird die Sendefläche von DVB-T2 weiter ausgebaut. Beginnend mit den Ballungszentren werden ab 2017 dann immer mehr der alten DVB-T-Bereiche abgeschaltet, bis schließlich in 2019 die Umstellung komplett sein soll.

Konsequenzen für das eigene Wohnzimmer

Was heißt das für den eigenen Fernsehgenuss? Erst einmal braucht man wahrscheinlich einen neuen Receiver, denn DVB-T2 ist nicht abwärtskompatibel. Wenn man in den letzten Jahren erst einen neuen Receiver gekauft hat, hat man vielleicht aber auch Glück, denn oft enthalten die neuen Geräte beide Techniken, sodass man beide Standards empfangen kann. Hier ist auf das offizielle grüne Logo zu achten, das anzeigt, dass die Geräte für den DVB-T2-Empfang ausgelegt sind.

Dazu kommt, dass die privaten Programme mit DVB-T2 nur noch verschlüsselt gesendet werden. Zur Entschlüsselung ist ein CI+-Modul nötig, das entweder einzeln gekauft werden oder bereits in eine Set-Top-Box integriert sein muss. Wer also nach der Umstellung auf DVB-T2 mehr als ARD, ZDF und die Dritten in HD genießen möchte, der muss sowohl mit einmaligen Kosten für neue Empfangsgeräte als auch mit einem monatlichen Entgelt für den Empfang der privaten Sender rechnen.

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