Konvergenz

Dual Phones: Festnetz und Mobilfunk verschmelzen

Eines der Trendthemen in diesem Jahr ist das Zusammenwachsen von Festnetz und Mobilfunk. Die Geräte, mit denen man beide Netze nutzen kann, nennen sich Dual Phones und sind auf der CeBIT auf breites Interesse gestoßen.

Touchscreen Handy© pogsgop / Fotolia.com

So viele integrative Geräte wie auf der diesjährigen CeBIT hat es noch nie gegeben. Das Verschmelzen verschiedenster Techniken war eines der Hauptthemen der Messe, an erster Stelle das Zusammenwachsen von Festnetz und Mobilfunk. Mehrere Anbieter haben Telefone vorgestellt, die künftig sowohl unsere herkömmlichen Festnetzgeräte als auch die Handys ersetzen sollen - eines kann alles.

Solche Dual Phones sind unter anderem von der T-Com, von Arcor und von freenet in Hannover vorgestellt worden. So kann man zum Beispiel künftig über T-One, ein Telefon in Handygröße, zu Hause, unterwegs oder am WLAN-Hotspot telefonieren und SMS versenden. Diese Idee der T-Com soll etwa um die Jahresmitte 2006 zu haben sein. Dabei war die Telekom keineswegs das erste Unternehmen, das solch ein Gerät vorstellte.

Der Vorreiter: BT Germany

Bereits vor einem Dreivierteljahr hatte British Telecom sein Gerät "BT Fusion" vorgestellt, ein kombiniertes Angebot aus Festnetz- und Mobiltelefonie. BT Fusion ist ein tragbares Gerät und funktioniert wie ein Handy, solange es von unterwegs benutzt wird. Sobald der Nutzer nach Hause kommt, soll das Gerät automatisch und unterbrechungsfrei auf eine Breitband-Festnetzverbindung von BT wechseln, so dass dann zu Festnetzpreisen telefoniert werden kann. Nötig dazu ist ein spezieller Access Point, der in der Wohnung des Benutzers aufgestellt wird.

Die dem BT Fusion zugrunde liegenden Techniken werden auch von den anderen Anbietern solcher Dual Phones verwendet. Zu Hause gibt es zum Telefonieren eine VoIP-Verbindung über den Breitbandanschluss, unterwegs wählt sich das Telefon in WLAN-Netze oder GSM- beziehungsweise UMTS-Mobilfunknetze ein. Der Nutzer braucht also nur noch ein Gerät für Festnetz und Mobilfunk und ist jeweils unter seiner Festnetz- und Mobilfunknummer erreichbar. freenet zeigte auf der CeBIT solche Nokia-Handys sowie das neue GSM/WLAN-Handy "GF 200" von UTStarcom. Arcor hat ebenfalls eine Dual-Phone-Lösung vorgestellt, mit der man daheim am DSL-Anschluss zu Festnetzpreisen telefonieren kann; unterwegs bucht sich das Gerät in ein Handynetz ein.

Lösung auch ohne DSL-Zugang in Sicht

Wer zu Hause kein DSL bekommen kann, wird aller Voraussicht nach nicht in die Röhre schauen müssen. Mit einem speziellen Umwandler soll man auch von zu Hause aus übers drahtlose WLAN-Netz telefonieren können. Das WLAN-Signal muss dazu in ein Festnetzsignal umgewandelt werden, dann kann man über die ganz normalen Festnetztarife telefonieren, so wie sonst auch.

Konkrete Tarifmodelle hat bislang kein Anbieter vorgestellt. Damit kann aber im Sommer gerechnet werden. Im Regelfall dürfte ein Dual-Mode-Telefon zum Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrags hinzu gegeben werden.

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