Ohne Festnetz-Telefonie

DSL ohne Telekom: 1&1, freenet und Tele2 im Vergleich

1&1 und Tele2 sind ganz frisch mit ihren ersten Kombiprodukten aus DSL und Telefonie ohne Telekom auf dem Markt, und freenet hat sein Portfolio gerade aufpoliert - Grund genug, die drei Angebote mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wem nützt welches? Und wo steht die Konkurrenz von Alice und Versatel?

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Seit kurzem ist auch der deutsche DSL-Kronprinz mit einem eigenen entbündelten Angebot auf dem Markt. Ebenso wie die Hamburger Konkurrenz von freenet arbeitet 1&1 dabei mit dem spanischen Telefonica-Konzern und dem Kölner Provider QSC zusammen. Besonderes Kennzeichen der neuen Tarife: Man muss keinen Telefonanschluss bei der Deutschen Telekom haben. Die Angebote kommen gänzlich ohne Telefonleitung aus, sowohl Telefonie als auch Internetnutzung laufen über die DSL-Leitung.

Die Highlights des 1&1-Angebots

Mit dem neuen Angebot bietet 1&1 Telefon und DSL zum Komplettpreis. 1&1 Surf & Phone 2.000 Komplett ist für 29,99 Euro monatlich erhältlich - inklusive einer Doppel-Flat für Internet und beliebig vieler Telefonate ins deutsche Festnetz. Gleich vier Flatrates bietet 1&1 Surf & Phone 16.000 Komplett für 39,99 Euro im Monat: Eine Internet-Flat mit einem bis zu 16.000 kBit/s schnellen DSL-Anschluss, eine Telefonie-Flat ins deutsche Festnetz, eine Movie-Flat für 100 ausgewählte Kino- und Fernseh-Filme aus dem Video-Angebot von maxdome sowie eine Handy-Flat ins deutsche Festnetz.

Die 1&1-Pakete eignen sich also gut für Vielnutzer, die gerne möglichst viele Bereiche per Flat abgedeckt wissen. Preislich ist dabei 1&1 ganz weit vorne - zusammen mit Versatel, die ebenfalls eine Doppel-Flatrate für Festnetz und Telefon auf Basis von DSL 2000 für knapp 30 Euro anbieten (zumindest bis Ende Juli). Ein ähnliches Angebot von Alice, allerdings mit doppelt so hoher Bandbreite, kostet knapp 35 Euro im Monat.

Was freenet auszeichnet

Bei freenet zahlt man für ein Komplettpaket aus Telefonflat und DSL-Flat sowie beiden Anschlüssen auf Basis von DSL 2000 34,85 Euro. Wer eines der größeren Pakete, möglichst mit doppelter Flatrate sucht, ist also bei 1&1 zumindest in Sachen Preis besser bedient. Beim Umfang haben die Hamburger eins draufgepackt: Seit Anfang Juli bekommt man auf Wunsch zu jedem freenetKomplett-Angebot ohne Aufpreis eine Handykarte dazu, mit der man kostenlos ins deutsche Festnetz telefonieren kann. Eine Film-Option wie bei 1&1 und teilweise bei Alice bietet freenet allerdings nicht - für den DSL-Durchschnittskunden sicherlich verschmerzbar.

Tele2 unterbietet 1&1 knapp

Tele2 startet am 14. Juli offiziell mit seinem Vollanschluss Tele2 Komplett. Das Angebot setzt keinen Anschluss bei der Telekom voraus und besteht aus einem Telefonanschluss mit drei Rufnummern, einer Telefonflatrate fürs deutsche Festnetz sowie einem DSL-Anschluss und einer DSL-Flatrate. Das Paket kann mit 2.000er- oder 16.000er-DSL-Anschluss gebucht werden. Die Kosten für Tele2 Komplett 2000 betragen 29,95 Euro monatlich, Tele2 Komplett 16.000 kostet zwei Euro mehr. Das sind fünf Euro weniger als beim halboffiziellen Start des Angebots im Juni und für den 2000er-Zugang ganze vier Cent weniger als beim bislang günstigsten Angebot von 1&1. Auch positiv: Die Vertragslaufzeit ist unüblich kurz und beträgt sechs Monate.

Fazit: Wem nützt was?

Sowohl freenet als auch 1&1 haben ihr Komplett-Angebot in rund 300 Vorwahlgebieten liegen (Deutschland gesamt: 5200 Vorwahlen). Nach Angaben der Anbieter liegt die prozentuale Abdeckung jedoch bei rund 60 Prozent der Bevölkerung, da das Angebot in vielen Großstädten und deren Umland zu haben ist. Tele2 deckt nach eigenen Angaben etwa 200 Städte und deren Umland ab, eine Prozentzahl nennt der Anbieter nicht. Was nun den Zuschnitt betrifft, so sind Kunden, die ein umfangreicheres Produkt suchen, bei 1&1 besser aufgehoben. freenet hingegen bietet auch den Wenig- und Normalsurfern eine virtuelle Heimstatt, was auf dem flat-dominierten Markt selten geworden ist: Für knapp 20 Euro bekommt man DSL- und Telefonanschluss sowie ein Gigabyte zum Versurfen; das ist kein schlechtes Angebot und dürfte so manchen Gelegenheitssurfern vollkommen reichen. Wer keine zusätzliche Handykarte braucht, kommt mit Tele2 gut weg, deren 2000er-Angebot ist noch einmal vier Cent günstiger als das von 1&1. Eine neue Preisrunde ist also durchaus möglich.

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