Der Stand der Dinge

DSL-Fernsehen: So weit sind die Anbieter

Als erster Anbieter in Deutschland hat HanseNet nun den Startschuss für Fernsehen via DSL gegeben. Die Telekom will ebenfalls noch im Mai mit ihrem IPTV-Pilotprojekt loslegen. Und der Rest der Branche schaut zu? Die Redaktion hat nachgefragt!

Tv© apops / Fotolia.com

Nun gibt es also auch in Deutschland DSL-Fernsehen, zumindest in Hamburg und Lübeck: HanseNet hat über seine DSL-Marke Alice das erste Angebot für DSL-Fernsehen auf dem hiesigen Markt an den Start gebracht. Auch die Deutsche Telekom steht in Sachen IP-Fernsehen (IPTV) in den Startlöchern: Ab Mitte Mai sollen einige hundert Kunden das DSL-Fernsehen, eine der wichtigsten Anwendungen des neuen VDSL-Netzes, kostenlos testen können.

Arcor

Bei Arcor, deren Netzabdeckung mit 16 Mbit/s ausgesprochen gut ist (rund 300 Städte), hält man sich äußerst bedeckt. Dabei hatte es schon im Februar Medienberichte gegeben, wonach auch Arcor Gespräche mit den großen Fernsehsendern führt. Arcor ist immerhin die Nummer zwei im deutschen Festnetz und sucht ebenfalls Inhalte, mit denen sich die neuen DSL-Highspeed-Zugänge besser vermarkten lassen. Doch von Aufbruchsstimmung in Sachen IP-Fernsehen ist derzeit in Eschborn wenig zu spüren. Man wolle beobachten, wie der Markt sich entwickelt, hieß es in der Pressestelle, noch sei nichts spruchreif. Zudem halte man nichts von einer reinen Duplizierung bereits bestehender Angebote. Sprich: Das bereits angebotene terrestrische oder digitale Fernsehen bloß zu kopieren und dann über DSL anzubieten, macht wenig Sinn, meint man bei Arcor.

AOL

Die Hamburger arbeiten ebenfalls mit der Telefonica zusammen, über deren Highspeed-Netz auch HanseNet seine schnellen Zugänge realisiert. Es könnte also nahe liegen, dass AOL nachziehen will. Doch auch in Hamburg wird abgewiegelt, was DSL-Fernsehen betrifft. Zunächst sei eine bundesweite, großflächige Abdeckung mit mindestens 16 Mbit/s wichtig, die AOL ja noch nicht erreicht hat. An erster Stelle stünde also derzeit die Technik, so ein AOL-Sprecher, später könne man über Angebote reden. AOL DSL mit 16 Mbit/s gibt es derzeit in rund 25 deutschen Städten.

Versatel

Auch bei Versatel will man offenbar von einer zeitnahen Einführung des IP-Fernsehens nichts wissen. Eine Sprecherin betonte, zwar seien Themen wie Triple Play (die Zusammenführung von Fernsehen, Telefonie und Internet) schon interessant für den Konzern, doch an den Start eines eigenen DSL-Fernsehangebots denke man derzeit nicht. Die Sprecherin betonte, man sehe keinen Nutzen darin, das bestehende Fernsehangebot einfach über DSL zu spiegeln - was der Kunde ja auch bezahlen müsse. Für interessant halte man allerdings die Einführung von zeitversetztem IP-Fernsehen, das dem Kunden ermögliche, sich Sendungen später anzuschauen. Doch vor 2007 sei mit einem solchen Service bei Versatel nicht zu rechnen.

NetCologne

Ganz andere Töne kommen vom Kölner Anbieter NetCologne, der an einem Highspeed-Netz mit bis zu 100 Mbit/s strickt und neben einem eigenen DSL-Angebot auch Tarife übers Fernsehkabel anbietet. IPTV sei ein sehr interessantes Thema für NetCologne, so eine Sprecherin. Marktreif werde das IP-Fernsehen wohl nicht vor 2007 werden, doch man habe schon ein Projekt in Entwicklung. Details wollte die Sprecherin nicht nennen, doch im Großen und Ganzen werde das Programm, was derzeit über Kabel angeboten würde, auch über IP zu sehen sein. Das schließe auch zeitversetzte Aufnahmen und ähnliche Angebote mit ein. Auf der Kabelmesse ANGA, die Ende Mai in Köln stattfindet, soll es dazu weitere Infos geben.

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