Vergleichsrechnung

Drei Lieblings-Handys: Einmal mit Vertrag, einmal ohne

Noch immer lassen sich die meisten Kunden ihr Handy vom Provider finanzieren, obwohl Vergleichsrechnungen zeigen, dass das meistens Unsinn ist. Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und drei der momentan beliebtesten Handys verglichen - einmal mit Vertrag und einmal ohne.

Mobilfunk Tarife© svort / Fotolia.com

Seit es subventionierte Handys gibt, brandet immer wieder die Diskussion auf, was günstiger ist: sich ein Handy vom Mobilfunker subventionieren zu lassen oder das Gerät selbst zu kaufen und einen Discounttarif zu nehmen. Verbraucherschützer raten schon gebetsmühlenhaft dazu, lieber das Handy bar zu bezahlen und auf einen teuren Vertrag zu verzichten. In unserem Vergleich können Sie anhand dreier ganz konkreter Beispiele sehen, womit man besser fährt!

Nokia N95

Das Nokia N95 ist das teuerste Handy in unserem Vergleich. Das Smartphone kostet ohne Vertrag derzeit rund 350 Euro, wenn man es im Internet bestellt. Und wie sieht es aus, wenn man einen Vertrag abschließt? Wir haben bei drei Netzbetreibern nachgeschaut; die Zuzahlungskonditionen sind bei allen Providern vom Prinzip her ähnlich, unterscheiden sich aber manchmal je nach Gerätetyp: In billigen Tarifen zahlt man mehr dazu, in teuren weniger.

T-Mobile will für das Handy im Basix, dem Tarif mit der niedrigsten Grundgebühr, 299,95 Euro Zuzahlung haben. Im Max L, dem teuersten Tarif, zahlt man noch 59,95 Euro dazu. Beim Basix-Tarif kostet das Handy also 479,95 Euro, wenn man Tarif-Grundgebühr und Handy-Zuzahlung zusammenrechnet, der vergleichsweise hohe Minutenpreis von 29 Cent ist da noch gar nicht eingerechnet. Zum Vergleich: In Discounttarifen zahlt man nur ein Drittel (ab 8 Cent pro Minute). Im Tarif Max L zahlt man 2218,75 Euro für Handy plus Tarif-Grundgebühr, dafür sind alle Gespräche innerhalb Deutschlands kostenlos.

Sony Ericsson K850i

Das beliebte Kamerahandy, das in Tests immer wieder als bestes seiner Klasse abschneidet, kostet ohne Vertrag rund 280 Euro. Wenn man es bei Vodafone mit dem günstigsten Tarif Kombi Comfort bestellt, muss man 149,50 Euro zuzahlen. Nimmt man den Tarif Kombi-Paket Wochenende 240 oder die Superflat XL, zahlt man 19,50 Euro dazu. Das Handy kostet also im Kombi Comfort zusammen mit den Tarif-Grundkosten 268,70 Euro - fast so viel, wie es neu und ohne Tarif kostet. Auch hier ist der teure Minutenpreis von 29 Cent nicht eingerechnet worden. Im Tarif Kombi-Paket Wochenende 240 kostet das Handy 1218,30 Euro mit Tarif-Grundkosten. Inklusive sind in diesem Tarif nur 240 Minuten pro Monat sowie alle Festnetz- und Intern-Telefonate am Wochenende.

Motorola Razr2 V9

Für das beliebte Klapphandy Razr2 V9 zahlt man 180 Euro ohne Vertrag bei Bestellung über einen Online-Händler. Bestellt man das Handy bei o2 zu einem Genion-L-Tarif dazu, fallen 9,99 Euro Zuzahlung an. Im billigsten o2-Tarif Genion S kostet das Razr noch 29,95 Euro. Folgende Kosten fallen also an: Im Genion L sind es 729,99 Euro zusammen mit den Tarif-Grundkosten, im Genion S 269,95 Euro - erheblich mehr als der Neupreis ohne Vertrag. Im Genion S fallen außerhalb der Homezone 19 Cent pro Minute an, also immer noch das Doppelte wie bei einem der Discounter. Im Genion L hat man eine Homezone-Flatrate ins Festnetz und für interne Telefonate mit drin.

Fazit

In allen drei gezeigten Fällen wird klar, dass man deutlich draufzahlt, wenn man sich sein Handy vom Provider subventionieren lässt. Lohnenswert (nicht nur in punkto Handy) ist ein Vertragstarif nur noch dann, wenn man viel telefoniert, also eine Flatrate benötigt, bzw. regelmäßig mobil surft. Dafür haben die Netzbetreiber deutlich bessere Konditionen als die Discounter. Für den ganz normalen Kunden hingegen, also für die überwiegende Mehrheit, ist es um Längen billiger, einen günstigen Tarif ohne Vertragsbindung zu nehmen und das Handy selbst zu kaufen. Von einem "kostenlosen Handy", das man angeblich alle zwei Jahre von seinem Provider bekommt, kann also in keinster Weise die Rede sein. Noch ein Tipp zum Schluss: Man sollte nie den Preis ohne Vertrag, den die Netzbetreiber auf ihren Handy-Seiten nennen, als Vergleichsmaßstab nehmen. Die Handys gibt es woanders meist erheblich günstiger.

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