Welches Auto für wen?

Benzin, Diesel, Elektro- und Gasantrieb im Vergleich

Vor dem Kauf eines Autos sollte man sich nicht nur die Frage danach stellen, welcher Kraftstoff am günstigsten ist. Auch andere Faktoren wie Kaufpreis, Steuern und Versicherung fallen ins Gewicht. Was die unterschiedlichen Antriebsarten ausmacht!

Autoversicherung© Thaut Images / Fotolia.com

Spätestens wenn ein Autokauf ansteht, stellt sich die Frage: Mit welchem Kraftstoff soll der neue Wagen fahren? Klassisch fällt die Entscheidung zwischen Benziner und Diesel, aber auch neue Techniken wie Gas oder Strom sind es wert, dass man genauer über sie nachdenkt. Dabei sollte man nicht nur darauf achten, welcher Kraftstoff am günstigsten ist, sondern auch andere Faktoren wie den Kaufpreis, Steuern und Versicherung sowie geplante Fahrtstrecken und Umweltverträglichkeit mit einbeziehen. Auf diesem Weg ergibt sich ganz individuell eine günstige Auto-Variante.

Benziner klassisch auf Kurzstrecken

Benziner sind in Sachen Anschaffungskosten klar auf Platz 1 und am günstigsten. Auch Steuern und Versicherung sind für die Otto-Motoren recht günstig. Die durchschnittliche Gesamtlaufleistung ist für Benziner grundsätzlich etwas niedriger als bei Dieseln. Mit Abstand am teuersten ist hingegen die Tankfüllung. Lag der Benzinpreis 2012 bereits mal bei 164 Cent pro Liter für Super95, fiel er bis Februar 2016 auf 121 Cent pro Liter und ist aktuell wieder im Aufwärtstrend. Eine etwas günstigere Alternative ist E10. Dieser Kraftstoff kann von den meisten Otto-Motoren getankt werden und kostet einige Cent weniger als Super95. Der einzige Unterschied: Bei E10 werden bis zu 10 Prozent Ethanol aus regenerativen Quellen hinzugefügt, bei Super95 sind es nur 5 Prozent. Was die Umwelt angeht, so belastet man diese pro verbranntem Liter Benzin mit 2,33 Kilogramm CO2 – ein Wert, der etwa im Mittelfeld im Vergleich zu Diesel und Elektroauto liegt.

Wegen seiner günstigen Anschaffungskosten und geringen Versicherungssummen und Steuersätze wird der Benziner daher klassisch gerne von Kurzstreckenfahrern eingesetzt. Das, was man an Kraftstoffkosten mehr investiert, fällt dank der übrigen Einsparungen bei geringer Jahreslaufleistung nicht sehr stark ins Gewicht.

Diesel für Vielfahrer

Der Diesel-Motor ist im Kraftstoffverbrauch rund 30 Prozent sparsamer als ein Benziner und bietet eine höhere Lebensdauer des Motors. Und nicht nur der Spritverbrauch ist effizienter, auch die Preise für den Liter Diesel sind günstiger. Höchstpreise für Diesel zahlte man wie bei Benzin 2012 mit rund 148 Cent pro Liter. 2016 ging der Dieselpreis wieder auf knapp über einen Euro zurück. Was die Umweltverträglichkeit eines Diesels angeht, so ist diese im Vergleich mit Elektro- oder Benzin-Motoren jedoch die schlechteste. 2,64 Kilogramm CO2 kommen aus einem Liter Diesel. Weiterhin zahlt man beim Kauf eines Diesels einige Tausender mehr als beim Benziner und auch die Steuern und Versicherungsprämien sind höher.

Ein Diesel lohnt sich daher besonders für Langstreckenfahrer, die eine Jahreskilometerleistung über 10.000 Kilometer haben. An dieser Grenzlinie beginnen sich bei den meisten Modellen die hohen Anschaffungs-, Versicherungs- und Steuerzahlungen mit dem günstigeren Kraftstoff auszugleichen.

Antrieb mit Erdgas und Autogas – individuelle Betrachtung notwendig

2016 waren rund 475.000 Autogas-Fahrzeuge und 80.000 Erdgasautos in Betrieb. Besonders günstig fällt bei Gasfahrzeugen das Tanken aus, da bis 2018 die Mineralölsteuer reduziert ist. Vor dem Kauf eines Gasautos sollte man überprüfen, ob eine passende Tankstelle in der Nähe ist, da das Tanknetz für Auto- und Erdgas teilweise noch recht löchrig ist. Umweltschonend stellt sich im Vergleich die Verbrennung von Autogas dar: Lediglich 1,64 Kilogramm Kohlenstoffdioxid werden pro Liter freigesetzt. Ganz anders sieht das bei Fahrzeugen mit Erdgasverbrennung aus: Satte 2,79 Kilogramm pro Liter gehen hier hin die Umwelt.

So unterschiedlich können also die Daten der beiden Gasantriebe sein. Allerdings muss hierbei auch bedacht werden, dass man mit einem Liter Erdgas deutlich weiter kommt als mit einem Liter Benzin oder Diesel, sodass sich der hohe CO2-Ausstoß wiederum etwas relativiert. Die Anschaffungs-, beziehungsweise Umbaukosten sind jedoch recht hoch, sodass eine individuelle Prüfung notwendig wird, wie und ob sich der Schritt zum Gasauto lohnt. Hier lässt sich kaum eine allgemeingültige Aussage treffen, da die Rechnung bei jedem Automodell im Vergleich zu herkömmlichen Motoren anders ausfällt.

Elektroantrieb im Kommen

Als Zukunft der Mobilität werden Elektroautos bezeichnet und sie halten auch in Deutschland langsam Einzug. Um zur Verbreitung von Elektroautos beizutragen, hat die Bundesregierung ein Förderprogramm angesetzt, welches die Anschaffung von Elektro- oder Hybrid-Wagen mit durchschnittlich 3.000 bis 4.000 Euro bezuschusst. Außerdem sind alle Elektroautos, die bis 2020 zugelassen werden, fünf Jahre steuerfrei. Danach zahlt man lediglich 50 Prozent der üblichen Steuer.

Allerdings ist der Elektroantrieb ganz klar noch in der Entwicklung. So sind die Anschaffungskosten von Fahrzeugen mit diesem Motor hoch und die Reichweite ist begrenzt. Als reine Elektroautos fahren die Tesla-Modelle mit bis zu 557 Kilometer am weitesten, andere Automarken schaffen es bisher nur auf maximal 250 Kilometer mit einer Akku-Ladung. Auch der eigentliche Tankvorgang ist noch problematisch: Zum einen gibt es nur wenige Elektrotankstellen, zum anderen dauert der Ladevorgang, was eine größere Pause zwischen den Fahrten nötig macht. Was die Umweltverträglichkeit betrifft, so kommt es hauptsächlich darauf an, wo der Strom herkommt: So kann das Elektroauto mit geringem CO2-Ausstoß dank grünem Strom fahren, aber auch mit sehr hohen, sollte der Strom aus Kohlekraftwerken stammen.

Unter Strich lässt sich somit für Elektroautos festhalten, dass diese noch nicht massentauglich sind. Für kürzere Strecken ist diese Antriebsvariante wie gemacht, allerdings sind die Anschaffungskosten noch vergleichsweise hoch. In Zukunft dürfte hier wohl jedoch eine Wende zu verzeichnen sein: So sind 2016 die Kosten für ein Elektroauto nach fünf Jahren etwa gleichauf mit dem eines Benziners. Zukünftig dürfte sich die Rechnung wohl weiter zugunsten des Elektroantriebes verschieben.

Benzin

Pro Contra
  • günstige Anschaffungskosten& Versicherung
  • geeignet für Wenigfahrer/Kurzstrecken
  • 1 Liter = 2,33 kg CO2
  • hohe Treibstoffkosten
  • hoher Verbrauch
  • relativ geringe Laufleistung

Diesel

Pro Contra
  • sparsam im Verbrauch
  • gute Laufleistung
  • günstiger Treibstoff
  • für Vielfahrer geeignet
  • teuer in Anschaffung & Versicherung
  • hohe Steuern
  • 1 Liter = 2,64 kg CO2

Gas

Pro Contra
  • günstiger Treibstoff
  • umweltschonend (Autogas 1 Liter =1,64 kg CO2)
  • hoher Kaufpreis/Umbaukosten
  • vergleichsweise wenige Tankstellen
  • individuelle Betrachtung notwendig

Elektro

Pro Contra
  • 5 Jahre steuerfrei, danach reduzierte Steuer
  • bis zu 4.000 Euro Förderung
  • günstiger Treibstoff
  • bei richtigem Stromtarif kaum Emissionen
  • hohe Anschaffungskosten
  • vergleichsweise wenige Tankstellen
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